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Heimatmuseum Warnemünde - Ein alter Trog Heimatmuseum Warnemünde - Ein alter Trog

Ferien in Mecklenburg – 10 – Das Heimatmuseum Warnemünde

This entry is part 10 of 13 in the series Ferien in Mecklenburg

Das Heimatmuseum Warnemünde ist ein Kleinod bei den Rostocker Museen. Nicht ganz einfach zu finden, bietet es Einblicke, wie man hier lebte. In der Alexandrinenstraße im Rostocker Stadtteil Warnemünde gelegen, zeigt sich das Museum als Fachwerkhaus. Während die Urlaubermassen sich auf dem Warnemünder Markt herumtreiben, liegt quasi um die Ecke die Geschichte des alten Fischerdorfs. Und an einem Tag mit unwirklichem Wetter haben wir uns das mal angesehen.

Porzellan im Heimatmuseum Warnemünde
Porzellan im Heimatmuseum Warnemünde

Vor rund 100 Jahren machte ein Fischer aus Warnemünde darauf aufmerksam, dass immer mehr altes Gut aus Warnemünde verschwinden würde. Deshalb wäre es wichtig, die Gegenstände zu sammeln und zu sichern. Das griff ein Rektor auf, und so wurde eine Art Heimatverein gegründet. Warnemünder Bürger wurden aufgerufen, geeignete Dinge zusammenzutragen, und so entstand im Laufe der Zeit eine kostbare Sammlung volkstümlicher Dinge aus dem Raum Warnemünde. Unterstützt wird das Museum von der Stadt Rostock und durch Spenden. Und so wird es immer mal wieder erweitert.

Gegenstände aus dem Raum Warnemünde, die für das Museum zusammengetragen wurden
Gegenstände aus dem Raum Warnemünde, die für das Museum zusammengetragen wurden

In kleinen Räumen in dem Häuschen kann man das damalige Leben der Fischer und Händler erfahren. Ob es eine typische Küche, eine Wohnstube, ein Schlafzimmer oder was auch immer ist, man erfährt viel, wie das damals war, als Warnemünde ein Fischerdorf an der Küste war. In einem zweiten Teil sind dann jede Menge Devotionalien ausgestellt, und es gibt einen kleinen Außenbereich.

Warnemünder Strandleben
Warnemünder Strandleben

Natürlich gab es in Warnemünde nicht nur Fischerei. Es war schon lange Zeit beliebtes Ausflugsziel für die Rostocker Gesellschaft. Und so hat sich ein eigenes Strandleben am Ostsee-Strand von Warnemünde entwickelt. Und zwar lange vor der Zeit der Urlauber-Wegschließ-Anstalt Hotel Neptun. Der Strand stand auch schon damals in direkter Verbindung mit dem Hafen. Und so genoss man nicht nur die Ostsee, den Strand, die Sonne und den Wind, sondern auch die Aussicht auf die Schiffe.

Ein Ostsee-Strandkorb um 1915
Ein Ostsee-Strandkorb um 1915

Worin besteht der Unterschied zwischen den Strandkörben an Nord- und Ostsee? Die an der Nordsee sind eckig, die an der Ostsee rund. Das war auch vor rund 100 Jahren schon so. Vom grundsätzlichen Aufbau her hat sich nicht wirklich viel an den Strandkörben geändert. Das ist Tradition an der Ostsee. Und warum sollte das also im Raum Rostock und Warnemünde anders sein?

Badekleidung der Rostocker Gesellschaft
Badekleidung der Rostocker Gesellschaft

Hinter Glas befinden sich in dem Museum auch Kleidungsstücke. So kann man sich Fischerkleidung, Badebekleidung und all das betrachten. Nein, früher hatten die Damen der badenden Gesellschaft noch nichts mit Bikini zu tun. Man achtete auf Etikette. Sicherlich kennen Sie Bilder, die solche Kleidungsstücke aus der Zeit auch aus anderen Regionen zeigen. Deshalb sollte das nichts überraschendes sein.

Der Taucherhelm von Horst Köbbert
Der Taucherhelm von Horst Köbbert

Sagt Ihnen Horst Köbbert was? Nach der Zeit in der Hitlerjugend – wie damals so viele – wurde er Taucher und Sänger. In der DDR kannte man ihn wegen seiner Seemannslieder und Shantys, aber vor allem wegen der beliebten Sendung „Klock 8, achtern Strom“. Der starb vor einem Jahr. Er wurde in Warnemünde geboren und starb auch da. In seiner Sendung ging es hauptsächlich um maritime Unterhaltung. Und im Museum sind viele Dinge aus dem Leben Köbberts und aus der Sendung zu sehen.

Alltag in Warnemünde - Eine alte Waage
Alltag in Warnemünde – Eine alte Waage

In Warnemünde wurde natürlich ganz normal Alltag gemacht. Der gefangene Fisch musste gewogen werden, die Landwirtschaft florierte, es wurde gehandelt und all das. Das sieht man in dem Museum recht gut. Es sind Waagen und Fischer-Reusen und das ganz normale Leben in dem Ort zu sehen. Und man erhält eine Ahnung, wie das damals war.

Fischer-Reusen wurden zum Trocknen aufgehangen, damit sie einsatzfähig blieben
Fischer-Reusen wurden zum Trocknen aufgehangen, damit sie einsatzfähig blieben

Hinter jedem Haus in Warnemünde soll sich ein kleiner Hof befunden haben. Beim Heimatmuseum jedenfalls ist das so. Und man hatte wenig Platz, weshalb die Häuser auch eng beieinander stehen. Aber nicht Wand an Wand. Ein kleiner Zwischenraum befindet sich dazwischen. Und zwar in der Breite, dass eine ausgewachsene Kuh zwischen den Häusern durchpasst. Diese Kleinigkeit fand ich schon ziemlich interessant.

Der Gang zwischen zwei Häusern in Warnemünde musste eine Kuh durchlassen
Der Gang zwischen zwei Häusern in Warnemünde musste eine Kuh durchlassen

Das Museum ist in einem alten Fachwerkhaus beheimatet, dass 1767 erbaut wurde. Das Haus wirkt von außen recht klein, aber es bietet einen sehr tiefen Einblick, wie die Menschen damals in Warnemünde lebten. Neben der Ausstellung um das bürgerliche Leben in Warnemünde kann man auch Seefahrer-Mitbringsel betrachten. Erwachsene bezahlen 3 € Eintritt, Kinder und Co. 1,50 €. Die Fotos konnte ich machen, nachdem ich nach einer Fotoerlaubnis gefragt habe.

Schauen Sie einfach mal auf der Webseite des Museums nach, ob das etwas für Sie wäre. Meine Tochter und ich hatten jedenfalls viel Freude an der Ausstellung. Und das wechselhafte Wetter draußen konnte uns gestohlen bleiben.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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