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Kassenzettel - (C) stevepb CC0 via Pixabay.de Kassenzettel - (C) stevepb CC0 via Pixabay.de

Gesichtspalme #35 – Leute, hört auf mit dem Shopping Haul

This entry is part 34 of 45 in the series Gesichtspalme

Leute, schleppt nicht irgendwas aus Märkten heim, tippt euren Kassenzettel ab, schreibt darüber und nennt das auch noch Haul. Aufhören, bitte. Ich wusste ja nicht, dass das wirklich irgendjemand ernsthaft machen würde. Aber das ist wirklich alles wahr geworden. Nein, ich will das nicht. Macht bitte, dass das wieder aufhört.

Seht her, was ich heute wieder bei <beliebigen Drogeriemarkt einsetzen> gekauft habe“ – So etwas sieht derzeit bei vielen Bloggern. Ernsthaft? Da tippt jemand den Kassenbon ab und stellt Seife, Körperlotion, Duschgel, Haarspray und sowas dazu, um es fotografiert in einem Artikel zu verwursten? Das ist jetzt nicht wahr, oder? Und dann gibt es irgendwelche Video-Mädchen, die dann – um sich abzugrenzen – das Ganze „ROSSMANN HAUL“ nennen. Der Link zeigt, dass das Ganze nicht nur in Blogartikeln funktioniert, auch Videos werden gemacht, um die Cremchen, Püderchen und all den Kram in die Linse zu halten.

Wenn man einen „Haul“ macht, dann macht man eine Ausbeute, einen Fang, einen Gütertransport, hat Beute, eine fette Fuhre und all das. Juhu, ich habe einen ganzen Seesack voller Tagescreme gekauft. Aber wir sind doch hier im Deutschen. Warum nur schreiben deutsche Bloggerinnen und Video-Mädchen dann „Rossmann Haul“ und nicht „Rossmann Beutezug“? Und überhaupt: Wen interessiert denn, welche Farbe das Klopapier hat, wie die Küchenrolle aussieht und sowas? Die Mädels machen da einen Hype darum, das glaubt man nicht.

Aber einen Haul muss man nicht nur im Drogeriemarkt um die Ecke machen, den es so tausendfach im deutschsprachigen Raum macht. Man kann auch mit Apps wunderbar so einen Quatsch veranstalten. Und dabei auch Kinder labern lassen. Im Zuge der diesjährigen Videodays in Berlin wurde das Thema auch thematisiert. Und schon vor mehr als 3 Jahren hat sich eine bloggende Fotografin darüber echauffiert. Vielleicht dachte man einmal, dass dieser Irrsinn mal ein Ende haben wird. Aber nein, weiter wird fleißig von der herkömmlichen Zahnpasta, dem durchschnittlichen Klopapier oder sonstwas gefaselt. In Videos und Blogartikeln.

Was soll das? Wenn ich so durch die Welt der Blogger schaue, dann fallen mir solche Leute immer wieder auf. Vor allem sind das wohl nur Berichte, die so wirken, als wollte da jemand testen, wie viel in einen Plastebeutel passt. Da ist nichts mit Beschreibung, nicht von Inhaltsstoffen und all dem Zeug zu lesen. Aber der Kassenzettel – der wird vorgelesen oder eben abgetippt. Dass solche (Nicht-)Inhalte überhaupt Publikum haben, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Da mache ich doch gleich mal mit. Ich habe heute früh im Supermarkt bei mir um die Ecke Kaffee, Milch und Duschgel gekauft. Einen Kassenzettel habe ich nicht mitgenommen. Aber die Verpackungen sehen so schön bunt aus. Ernsthaft, wer will so etwas lesen? Glücklicherweise bin ich nicht der Einzige, der sich da diese Frage stellt. Ich dachte schon, da ist irgendwas an mir vorbeigegangen, ohne dass ich davon Notiz genommen habe. Aber selbst wenn, es wäre auch egal gewesen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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