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Alljährlicher Trubel auf dem Weihnachtsmarkt Alt-Leipzig am Naschmarkt - mit freundlicher Genehmigung von Andreas Schmidt / Leipziger Touristik- und Marketing GmbH Alljährlicher Trubel auf dem Weihnachtsmarkt Alt-Leipzig am Naschmarkt - mit freundlicher Genehmigung von Andreas Schmidt / Leipziger Touristik- und Marketing GmbH

Weihnachtsmarkt als Angriffsziel

Nein, ich will mich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Was da in Berlin passiert ist, ist schrecklich, aber lasst die Behörden ihre Arbeit machen. Wenn ich sehe, wie sich hier jeder zweite mit Mutmaßungen schmückt, wird mir regelrecht schlecht. Terroranschlag ja oder nein? Das kann doch nun wirklich niemand beurteilen. Wir machen aber lustig einen auf Liveticker, Liveblog und was auch immer. Es ist nicht genügend bekannt. Es kann nicht alles beurteilt werden. Aber wir machen es trotzdem.

Gestern Abend fuhr ein LKW in eine Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. Das ist hinlänglich bekannt. Was aber einige Zeit niemand wusste: Was war das nun? Zu dem Zeitpunkt war ein Unfall ebenso möglich wie ein Suizidversuch wie ein Terroranschlag oder so. Elmar Theveßen mutmaßte aber im ZDF über einen „islamistischen Terroranschlag“. Man zerlegte also den Bären, bevor er geschossen wurde. Man beteiligte sich an Mutmaßungen, aber gleichzeitig warnte man vor der Verbreitung solcher.

Wir dürfen auch nicht vergessen, was die einschlägig – nun ja – kritischen Kreise von sich gegeben haben. Von „Danke Merkel“ über „Merkel hat schuld“ über „Ausländer raus“ bis hin zu „Für jeden toten Deutschen 10 tote Ausländer“ war alles dabei. Und das etwa 1 Stunde nach dem Bekanntwerden des Vorfalls. Natürlich hat man sich an Nizza erinnert. Aber es konnte doch niemand zweifelsfrei erklären, dass es ein ähnlicher Vorgang war. Dass sich die Sache mehr und mehr so darstellt wie eine Blaupause von Südfrankreich, kann man nicht bezweifeln. Aber das konnte 1 Stunde nach dem Vorfall niemand wissen.

Ich habe als Artikelbild ein Foto vom Leipziger Weihnachtsmarkt hinterlegt. Das hat so seinen Grund. Nicht, weil ich nichts besseres hatte. Das ist zwar richtig, aber das war nicht der Grund. Der Grund ist, dass nun Deutschland-weit die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten aufgestockt wird. In ein paar Tagen sind diese Märkte alle vorbei. Da wird nichts mehr passieren. Ein weiterer Weihnachtsmarkt als Angriffsziel ist eher unwahrscheinlich. Oder wie sehen Sie das?

Vor allem aber sollte man sich bei solchen Vorfällen mit Mutmaßungen zurückhalten. Der Fahrer des LKW, der in den Weihnachtsmarkt gekracht ist, wurde zwischenzeitlich gefasst. Man mutmaßt und spekuliert und palavert einen drauflos, weiß aber im Prinzip nichts. Lassen wir die Polizei in Ruhe ihre Arbeit machen. Halten wir uns zurück. Wenn ein sonstwie gearteter Hintergrund herausgearbeitet werden kann, muss der entsprechend bestraft werden. Aber mit Vorverurteilungen kommt man nicht weiter.

Das ist Meinung und Liveticker, kein abgeschlossener Bericht.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Weihnachtsmarkt als Angriffsziel

  1. Alle Fakten:
    – Also der Täter ist anscheinend Pakistanie
    – der Tote im Führerhaus ein Pole „ist selbst Opfer“
    – der LKW kommt aus Polen
    – es war ein Anschlag

    Die Art und Weise wie die gestrige Berichterstattung lief war nicht okay,
    Sich hinstellen um nur zusagen das man nichts sagen kann ist dumm.
    Vorallem wenn man nicht mal bereit ist das Offensichtliche zu sagen.
    Nicht mal das der LKW aus Polen stammt.
    Gerade Ungewissheit führt zu Spekulationen,
    Darum ist die Faktenliste bei einer solchen Tat zügig zu füllen.
    Doch gestern hat man das Gegenteil getan.
    Und einfach nur zu sagen bitte spekuliert nicht, ist unsinn.
    Der Mensch funktioniert nun mal anders, er füllt Lücken von selbst.

    Man wusste das Weihnachtsmärkte mögliche Ziele sind,
    und das wird sich bis zum letzten Tag auch nicht ändern.

    Ein Täter steht nicht für eine ganze Bevölkerungsschicht,
    Daher ist es falsch jetzt wieder die Ausländerkeule raus zu holen.
    Wer also schuldig ist, ist der Täter.

    1. Deshalb fand ich eine Wortmeldung zu der Thematik auch sehr gelungen: Ralph Ruthe bei Twitter:

      Wer NICHT schuld ist an #breitscheidplatz:
      Merkel
      Die Flüchtlinge
      Die Gutmenschen

      Wer schuld ist:
      der, der den LkW fuhr
      #dasistsicher

      Man sollte doch erstmal fertig ermitteln lassen. Alles andere ist in meinen Augen Panikmache.

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