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Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

Verbietet die Werbeblocker!

Verbietet die Werbeblocker! Die behindern die Medienvielfalt. Die sind alle böse und quasi Teufelszeug. Ohne ein Verbot stirbt sicher das deutsche Internet aus. Es will sich sogar die Bund-Länder-Kommission mit dem Thema beschäftigen. Und die hat ernsthaft in Erwägung gezogen, die Werbeblocker zu verbieten. Macht ihr mal nur so weiter. Am Ende wird das aber niemandem weiterhelfen, aber die Politik hat wenigstens ihr Gewissen beruhigt.

Werbung ist momentan noch das wichtigste Instrument, um die Kosten für eine Webseite zu finanzieren. So lang, wie es kein anderes Modell gibt, so lang wird es Werbeblocker geben. Ich habe es oft genug geschrieben: Das hat sich die Internetwirtschaft selbst zuzuschreiben. Wenn eine Webseite Werbung ausspielt, wird diese unter Umständen nicht angezeigt. Grund dafür sind die Werbeblocker. Dagegen gibt es auf diversen Webseiten Vorrichtungen, die dann den Zutritt zu ihnen mit aktivem Werbeblocker verweigern, so genannte Werbeblocker-Blocker. Und dagegen haben findige Kerlchen Aushebelungen gebaut, so genannte Werbeblocker-Blocker-Blocker.

Was kommt als nächstes? Es ist doch totaler Unsinn, was da passiert. Da ist ein richtiges Wettrüsten im Gange. Irgendwie fragt man sich, wie das weitergehen soll. Dabei ist es wirklich so: Wenn über Webseiten mittels Werbung Schadcode und Schnüffel-Mechanismen verteilt werden, muss sich niemand wundern, wenn Internetnutzer Werbeblocker zum Selbstschutz einsetzen. Das mache ich auch. Aber das habe ich ja alles schon öfter lang und breit erzählt, ich lasse es einfach, da weiter drauf einzugehen.

Wie dem auch sei, die Bund-Länder-Kommission will sich des Themas annehmen. Diverse Verbände der Medienindustrie haben Beschwerden eingereicht. Unter anderem sahen sie einen „rechts- und medienpolitischen Bedarf für ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern“. Und eine gesetzliche Gegenmaßnahme zu Werbeblockern soll vergleichbar zum Signalschutz im Rundfunkrecht überdacht werden. Sagt mal, liebe Medien, glaubt ihr ernsthaft, dass das in irgendeiner Weise irgendein Problem löst?

Würden Webseiten nicht mit zwielichtigen Werbenetzwerken zusammenarbeiten, über die sonstwas an Schmutz ausgespielt wird, und würden sie es nicht übertreiben mit der Anzeige von Werbung, hätte es sicherlich niemals eine solche Entwicklung gegeben. Zur Gewinnmaximierung wurden Nutzerdaten herausgegeben und Schnüffelei zugelassen und sogar Schadsoftware zugelassen. Und nun brüllen sie die Politik an, sie möge etwas gegen die Werbeblocker unternehmen.

Das ist reichlich paradox. Ich meine, meine Webseite finanziert sich auch durch Werbung. Ich habe von noch niemandem gehört, dass über den Partner Adiro (Partnerlink) irgendwelches krudes Zeug ausgeliefert wird. Wenn dem so ist, bitte ich um entsprechende Nachricht. Das habe ich immer schon mal angedeutet, nun mache ich das mal so herum. Mit anderen Worten: Bisher wurde hier noch kein Schmutz ausgeliefert. Das zeigt doch aber, dass es geht. Wenn andere Webseiten schmutzige Deals mit irgendwelchen halbseidenen Anbietern machen, ist das nicht meine Sache.

Was ich damit sagen will: Im Moment ist Werbung wichtig, um Inhalte kostenlos im Internet zur Verfügung zu stellen. Aber die Werbung darf nicht kriminell sein und keine nervtötenden Nebeneffekte haben, dann wird sie meiner Meinung nach auch akzeptiert. Webseiten, die reine Bannerwüsten sind, werden wohl immer das Problem haben, dass die Werbung dort boykottiert wird. Nun nach Gesetzen zu rufen, geht aber sowas von weit am Thema vorbei. Aber das werden die Mitglieder der Medienverbände auch noch lernen. Finden Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 Gedanken zu „Verbietet die Werbeblocker!

  1. Schreib doch mal einen Aufruf zur Deaktivierung von Werbeblockern auf Blogs und Magazinen, denen man vertraut, dass sie keinen Schadcode raushauen und es nicht übertreiben (du hast offenbar Reichweite…).
    Ich hab‘ grade den Blocker für diese Domain deaktiviert – motiviert durch deine Sicht der Dinge.
    Grundsätzlich hab ich den erst eingebunden, als ich mir mal auf einem sehr seriösen Magazin einen Trojaner eingefangen hatte, ihn dann aber auch behalten, weil es manchmal wirklich schwer ist, inmitten der Werbung den Content zu finden. Und schlimmer noch, wenn diese bewegten Banner herein flattern und den Inhalt überlagern!

    1. Hallo Claudia, da danke ich dir aber dafür, dass du den Werbeblocker deaktiviert hast.
      Ich habe etwas ähnliches wie einen Aufruf geschrieben, wie an dem Pingback zu sehen ist. Denn der Leser sollte selbst entscheiden können. Da muss niemand aufgerufen werden. Also hab ich aufgeschrieben, wie man den Werbeblocker für einzelne Seiten deaktiviert.
      Ich hatte ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Und deshalb sind Werbeblocker auch Selbstschutz. Ich musste hier umdenken. Und man muss nicht jeden nehmen. Aber es geht bei vielen Seiten immernoch nicht ohne.

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