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WhatsApp-Kerzenbild und der Hacker-Alarm

Angst wird geschürt. Es geht ein Kerzenbild bei WhatsApp um, bei dem die Gefahr einer Abmahnung und die Gefahr eines Hacker-Angriffs mitschwingen. Sogar die großen Medien berichten darüber. Mehr oder weniger glaubhaft. Wie das eben immer so ist. Und also müssen wir dem Ganzen mal weiter auf den Grund gehen.

„Achtung, Hacker-Alarm“ titelte gestern der FOCUS. Wer möchte, kann gern nach dem Artikel suchen. Ich werde nicht auf dieses Medium verlinken. Zu viel Blödsinn wird da erzählt. Es geht um ein Kerzenbild, welches bei WhatsApp per Kettenbrief herumgereicht wird mit der Bitte, aus Gründen der Solidarität mit krebskranken Menschen sein Profilbild mit dem Kerzenbild zu ersetzen. Da wurden also erst Ängste geschürt, dass man für seine Gutmütigkeit auch noch bezahlen muss. Und dann kommen renommierte Medien daher und erzählen von „fiesen Tricks“.

Fest steht: Hacker haben hier die Finger nicht im Spiel. Es gibt keinen Virus, keinen Trojaner, kein sonstwas, was mit dem Bild über die Hintertür mitgeliefert wird. Was da der FOCUS verbreitet hatte, ist schlichtweg falsch.

Der Verein Mimikama hat nun Kontakt mit einer Dame aufgenommen, die bei Facebook wohl eine Meldung abgekippt hatte, die besagte, dass sie die Urheberin sei. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, was die Nutzerin da abgelassen hat, räumt sie den WhatsApp-Nutzern in der Tat ein Nutzungsrecht ein, und die Nutzung und Verbreitung des Bildes wäre erlaubt.

In der verlinkten Stellungnahme von Mimikama findet man dann noch den Hinweis, dass sich Schadsoftware nur bedingt in einem Bild verstecken lässt. Bei WhatsApp übertragene Bilder werden natürlich, um Bandbreite zu schonen, komprimiert und deshalb angepasst. Und spätestens dort wäre eventuelle Schadsoftware (also Viren und Trojaner) zerstört worden.

Grundsätzlich werden Sie also erst einmal ein Bild erhalten, das ein Bild ist. Ob dem Bild noch etwas angehängt wurde, kann man nicht wirklich bestätigen. Denn solche Dinge werden ja eliminiert. Es gab eine Zeit, in der Anzeigeprogramme am PC Sicherheitslücken hatten, die dann für die Einschleusung von Schadsoftware ausgenutzt wurden. Aber selbst diese sind weitgehend verschwunden.

Daher können wir uns herunterfahren und uns wichtigeren Dingen widmen. Dem Bild hängt höchstens eine Gefahr an, dass das Urheberrecht verletzt wurde, ein Sicherheitsproblem jedoch nicht. Und damit ist wohl alles gesagt, oder? Ich habe es mir übrigens anders überlegt und verlinke den FOCUS-Artikel nun doch. Der Artikel scheint aber modifiziert worden zu sein. Ob das stimmt, weiß ich aber nicht. Bilden Sie sich einfach selbst ein Urteil.

Bildquelle: LoboStudioHamburg CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „WhatsApp-Kerzenbild und der Hacker-Alarm

  1. Jedes Bild kann urheberretlich geschützt sein. Deshalb sollte man aufpassen, welche Bilder man nutzt und welche nicht. Am Ende steht man mit einer Abmahung da, obwohl man ahnungslos war. Ich finde das Bild hat sehr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und wird noch eine lange Zeit Gesprächsthema bleiben. Ich finde gut, wenn man sich vorerst informiert und auch selbst weiß, ob man nur legale Bilder nutzt oder auch welche die nicht geschützt sind. In diesem Fall ist es natürlich so, dass der „Kettenbriefersteller“, seinen Plan nicht gut genug überdacht hat. Durch seinen Kettenbrief müsste er nähmlich eigentlich sein Einvertsändnis geben, dass das Bild für den angegebenen Zweck verwendet werden darf bzw. soll. Wenn man zu etwas aufgefordert wird, wo objektiv gesehen, eine gute Idee dahinter steckt, finde ich die Schlussfolgerung, dass jeder das Bild reinstellt logisch. Achtet einfach darauf woher ihr die Bilder habt damit solche Missgeschicke nicht passieren! Vorallem gibt der Kettenbrief einem ein schlechtes Gefühl, falls man ihn nicht weiterschicken sollte. Normal würde man ja sein Profilbild in WhatsApp nicht ändern, aber durch diesen beistehenden Text, dass es ein solidarisches Zeichen setzen soll für die krebskranken Menschen, wird natürlich etwas in einem angesprochen und man ändert dann sein Bild doch. Außerdem ist WhatsApp ein recht privates Portal, indem regelrecht eingetrungen wird. Mehr dazu habe ich hier gelesen https: // www . aid24 . de / rechtsblog / kerzen-kettenbrief-whatsapp-zu-kerzenbild-vorsicht-abmahngefahr

    1. Hallo Frau Hauss,

      ich stimme Ihrem Kommentar zu. Allerdings musste ich den Link bearbeiten, da Links zu diesem Portal häufiger von Ihnen in Kommentaren hinterlassen werden.

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