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Kraftwerk bei einem Konzert in Zürich im Jahr 1976 - By Ueli Frey [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Kraftwerk bei einem Konzert in Zürich im Jahr 1976 - By Ueli Frey [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

40 Jahre RADIO-AKTIVITÄT von Kraftwerk

Kraftwerk gelten als Pioniere des Technos. Das stimmt nicht. Kraftwerk sind sensationelle Tüftler, aber mit Techno hat das nicht viel zu tun. Die Herren Hütter, Schneider-Esleben, Bartos und Flür haben einen einzigartigen Sound geschaffen, der für viele Bands und Musikprojekte zum Vorbild wurde. Angefangen haben sie mit schrammeligem Krautrock, geendet hat das Ganze mit experimentellen, ekstatischen Elektronik-Werken. Und die Wende von ersterem zu letzterem war das Album „Radio-Aktivität“, das im November 1975 erschien.

Wenn man Bands wie OMD, Scooter, The Human League, Alphaville, Ultravox, Duran Duran oder sonstwen befragt, wer sie zur Musik gebracht hat und wer ihre Vorbilder sind, dann nennen die allesamt die Düsseldorfer Altherren-Riege Kraftwerk. In einem Atemzug wird dabei auch oft das Album „Radio-Aktivität“ genannt. Natürlich „Radio Activity“ im Englischen, da viele Kraftwerk-Alben eben zweisprachig erschienen. Auf diesem Album kamen zum ersten Mal in der Bandgeschichte ausschließlich elektronische Musikinstrumente zum Einsatz, was zu dem rigorosen Stilwechsel führte.

„Radio-Aktivität“ gilt im Vergleich zu „Autobahn“ im Jahr zuvor als weniger poppig. Alles in allem ist es in sich geschlossen und dreht sich um das Wortspiel „Radioaktivität / Radio-Aktivität“ im Allgemeinen. So finden wir auf diesem Album Werke wie „Geigerzähler“ oder „Die Stimme der Energie“ oder „Uran“ für das Thema Radioaktivität. Und wir finden „Radioland“ oder „Ätherwellen“ oder „Sendepause“ sowie „Nachrichten“ und „Antenne“ und „Radio Sterne“ und „Transistor“ für das Radio.

Über allem thront das weltbekannte „Radio-Aktivität“ gleich als zweites der 12 Stücke. Im Lied kommen beide Themen zu Gehör, und es wird auf die Physikerin Marie Curie verwiesen. Das Lied besteht praktisch nur aus 4 Akkorden, was eigentlich langweilig werden könnte, wenn man sich die 6:40 Spielzeit ansieht. Das Lied ist auch 40 Jahre nach der ersten Veröffentlichung aktuell wie eh und je, da das Ende der Atomenergie überhaupt noch nicht erreicht ist.

„Radio-Aktivität“ ist ein wegweisendes Album für Musik und Gesellschaft geworden. Es bleibt eins der zentralen Alben des Elektronik-Genres. Und dagegen kann man nicht allzu viel sagen, denke ich. Sicherlich muss niemandem die Musik von Kraftwerk gefallen, sie ist auch nicht als „schön“ einzustufen. Aber die klassisch ausgebildeten Musiker haben damit die Welt bewegt. Und dafür gebührt ihnen Respekt. So, wie sie sich immer wieder neu erfanden, wie auch 1991, als das Lied in neuer Fassung und mit Nennung von Atomunfällen daher kam.

 

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „40 Jahre RADIO-AKTIVITÄT von Kraftwerk

  1. Danke für diesen Artikel-
    Ich bin mit Kraftwerk aufgewachsen und höre sie noch heute sehr gerne. Ich habe alle Platten und CDs von ihnen. Naja. Fast alle. Die früheren waren einfach die Besten. :)
    LG Timm

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