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Gesichtspalme

Gesichtspalme #44 – DJ Happy Vibes und Radio Dresden

This entry is part 44 of 45 in the series Gesichtspalme

Ich habe Andreas Hofmann, alias DJ Happy Vibes, seit Jahren schon nicht mehr gehört. Irgendwie ging mir das auf den Geist. Aber jetzt geschah seltsames. Denn Mitte letzter Woche wurde seine Sendung bei Radio Leipzig / Radio Chemnitz / Radio Dresden / Radio Lausitz abgesetzt. Die lief immer samstags zwischen 17 oder 18 Uhr und 1 Uhr. Gespielt wurde irgendwelche Party-Musik, garniert mit Schenkelklopfern, Lachsalven und so etwas. Nun ist sie weg, und es gab Proteste.

Ich fand den Dresdner DJ am besten, als er solche Sachen wie den „Ostrockmegamix XXL“ veröffentlichte. Alle möglichen Größen der DDR-Musik waren da zu hören. Außerdem fummelte er immer mal wieder mit Sängerin Jazzmin ein Lied zusammen, was im Großen und Ganzen in die Richtung Eurodance ging. Er gilt somit als Tausendsassa. Er heimste auch Preise ein, und zwar nicht wenige. Man kann schon sagen: DJ Happy Vibes ist eine Größe der Branche.

Ich habe mich die letzten Male, als ich seine Sendung hörte, aber gefragt, wer das denn sonst so hört. Gut, es kann sein, dass sich mein Geschmack einfach mal verändert hat. Aber ich kam mit der Sendung einfach nicht mehr klar. Nun denn, ich muss es ja nicht hören. Dennoch mochte ich irgendwie einiges von dem, was er sonst so veröffentlicht hatte. Und rund um das vergangene Wochenende erfuhr ich davon, dass „Maxi-Mal“ per sofort abgesetzt worden war. Das hätte so nicht passieren müssen.

Alle Welt fragte sich, wieso das geschah. Denn die Sendung muss sich relativ stabiler Zuhörerzahlen erfreut haben. Offiziell sagt aber die Sendergruppe etwas anderes. Denn man gibt vor, dass die Einschaltquoten diesen Schritt unausweichlich machten. Inoffiziell gilt aber die Nähe von Andreas Hofmann zur Organisation PEGIDA als Grund. Wie viel davon stimmt, kann man sich ausmalen. Man kann es auch lassen. Vielleicht ist er dem Sender nur zu viel geworden? Es ist nicht richtig klar, ob er wirklich etwas mit der Organisation am Hut hat.

Nun wurde eilends eine Petition gestartet, um den DJ wieder als Moderator zu installieren. Wie viel Erfolg so etwas bei einem rein privaten Sender hat, sei mal dahingestellt. Das mag ja alles noch schleichen. Was aber nicht geht, ist das, was sich am Samstag vor den Räumen von Radio Dresden abgespielt hat. Da die Sendung nicht lief, protestierten um die 150 Leute vor dem Sender. Mitarbeiter sollen geblendet worden sein, Journalisten sollen verbal angegriffen worden sein, der Sender soll belagert worden sein.

Es ist kein Schaden entstanden. Aber bei der Aktion waren auch Leute aus dem eindeutig rechten Spektrum. Möchte der DJ nicht in eine solche Ecke gedrängt werden, sollte er sich irgendwie davon distanzieren. Das DJ-Geschäft ist ein unpolitisches. Ich hatte mich während meiner Zeit als popeliger Möchtegern-DJ immer dagegen verwehrt, irgendwelche Politik zu transportieren. Und das war zu den wilden Zeiten rund um die Wiedervereinigung und danach. Alles andere wäre auch nicht gegangen.

Außerdem soll es auf eine Party von Radio Lausitz in Bautzen eine Attacke mit einer übel riechenden Flüssigkeit gegeben haben. Orakelt wird, ob auch dies mit dem Rausschmiss von DJ Happy Vibes in Verbindung steht. Aber wie das nun mal so ist, das ist reine Spekulation. Und damit sollte man vielleicht gar nicht weitermachen, oder? Wenn der DJ etwas auf sich hält, verzichtet er auf irgendeine Politisierung und Instrumentalisierung. So etwas hat in seinem Business nichts zu suchen. Soll er lieber seine Fans bespaßen, denn das kann er richtig gut.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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