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Das Bundeskriminalamt und die zur Fahndung ausgeschriebenen Ausländer

Das Bundeskriminalamt hat die Zahl der Ausländer korrigiert, die in Deutschland zur Fahndung ausgeschrieben sind. Die waren nämlich nicht ganz richtig. Dem BKA sei dabei ein bedauerlicher Fehler unterlaufen, der nun behoben wurde. Am Ende ist es so, dass die Zahl der Ausländer, die in Deutschland zur Fahndung ausgeschrieben sind, bei weitem nicht so hoch ist, wie sie ursprünglich gemeldet wurde. Und was passiert? Die „besorgten Bürger“ schimpfen drauflos. Das war ja auch nicht anders zu erwarten.

Ursprünglich hatte es unter Berufung auf das Bundeskriminalamt geheißen, dass im Fahndungssystem des Bundeskriminalamtes INPOL satte 284158 ausländische Menschen erfasst waren. Damit stieg dann gleich mal die Zahl der Personen um 140% an, da im Vorjahr die Menschen ohne deutschen Pass in dem System 119636 betrug. Nun heißt es, dass durch einen bedauerlichen Fehler diese falsche Zahl gemeldet wurde. Es seien 121759 Ausländer im System, also ein Anstieg um 2%.

Na klar, wir schauen uns in den sozialen Netzwerken um und lesen von den ungemein intelligenten Wortschöpfungen derer, die am liebsten alle Ausländer aus Deutschland rausschmeißen wollen, alternativ gar vernichten wollen. Da ist von „Krimigranten“ und dergleichen die Rede. Und selbstverständlich sind „die Flüchtlinge“ an allem Schuld. Dass auch nach Rockern, Drogendealern und dergleichen aus dem Balkan-Gebiet oder derartigem gefahndet wird, mal abgesehen von den Steuer-Verbrechern, das wird glatt mal nonchalant ignoriert.

Die sollen natürlich ebenso abgeschoben werden wie andere straffällig gewordene Menschen, die keinen deutschen Pass haben. Wird ein Ausländer (Merke: „die Flüchtlinge“ sind nur eine Teilmenge von „die Ausländer“) abgeschoben, hat dieser das Land zu verlassen. Taucht dieser unter, wird er zur Fahndung ausgeschrieben. Natürlich darf man nicht verschweigen, dass auch unter den hierher geflüchteten Menschen Ganoven und Verbrecher sind. Werden die hier straffällig, gehören die genauso mit Abschiebung bestraft wie alle anderen Stratäter ohne deutschen Pass.

Jedenfalls ist der Fehler behoben. Trotzdem haben diejenigen, die mehr oder weniger argwöhnisch oder feindselig „der Flüchtlingsflut“ gegenüber stehen, wieder allen Grund, den Untergang des Abendlandes zu propagieren. Waren es „die Krimigranten“ zur Zeit der falschen Zahlen, so ist es nun „die Lügenregierung“ mit korrigierten Zahlen. Wie gesagt, kriminelle Menschen ohne deutschen Pass müssen ausgewiesen werden. Ohne wenn und aber. Wenn die Zahlen nun korrigiert sind, dürfen sie nun aber auch gern mal als richtig angenommen werden. Oder etwa jetzt auch bloß nicht?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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