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Kindergarten - (C) Taken CC0 via Pixabay.de Kindergarten - (C) Taken CC0 via Pixabay.de

Der politische Kindergarten

Es wird doch tatsächlich behauptet, dass angeblich Linksextreme ihre Kinder für politische Zwecke in Kindergärten einschleusen würden. Wirklich jetzt? Solche Behauptungen sind immer schwer nachzuvollziehen, wenn dafür die wirkliche Quelle fehlt. Da werden Leute zitiert, wie sie von Kindern politisch beschimpft werden. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich das nicht so ganz nachvollziehen kann. Ich will auch gern ausführen, wieso das so ist.

In einem Artikel, der mir mal so über den Weg gelaufen ist, wird von „linksextremen Kindern“ erzählt. Was soll das sein? Es wird über Wurzeln dieser Gesinnung erzählt, dass diese in der „SED der ehemaligen DDR“ zu suchen seien. Und das soll von einer Frau Professor Doktor stammen, die „aus Furcht vor der Antifa“ unbenannt bleiben will. Nun ja, ich will Ihnen mal den Artikel nicht vorenthalten. Lesen Sie ihn einfach mal selbst.

Gefahr von Links: Was man gegen Kinder von Linksextremen in der Kita tun kann

Ich will mal etwas dazu erzählen. Meine Tochter wächst im Leipziger Stadtteil Grünau auf. Naturgemäß ging sie in Grünau in den Kindergarten und wurde auch dort eingeschult. Vielerorts sind die Probleme des Plattenbaugebiets bekannt. Extremismus ist dort eigentlich nicht unbekannt. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass dieser in Kindereinrichtungen getragen wurde. OK, ich will auch nicht ausschließen, dass ich diesen einfach nicht mitbekommen habe. Aber dann hätte so eine Problematik bei Elterngesprächen und dergleichen sicherlich seinen Platz gefunden und wäre zur Sprache gekommen.

In dem Artikel geht es um militante Kinder, die Farbbeutel gegen Hauswände und Flaschen auf Polizisten werfen. Ernsthaft: Können Sie sich so etwas vorstellen? Wenn ich mir viel vorstellen kann, aber das nicht. Da machen sich doch die Knirpse eher selbst in die Hose. Also wirklich, das nimmt dem Autor doch niemand ab. Oder doch? Und wie fundiert ist der oben verlinkte Bericht? Ich meine, wenn angebliche Universitätsprofessoren, Kindererzieher(innen) und all diese Leute zu Wort kommen, muss ja irgendwas dran sein.

Es wäre schön, wenn ich das so nachvollziehen könnte. Aber dann suche ich danach und stoße nur auf irgendwelche Veröffentlichungen, die (fast) wortgleich den oben verlinkten Artikel kopiert haben. Keine externen Quellen, wo man nachlesen kann, wie sich hier Zusammenhänge ergeben und woher diese Informationen stammen. Wer weiß, vielleicht wurde hier ja auch einfach nur eine Geschichte erzählt. Glauben kann ich sie jedenfalls nicht.

Wie gesagt: Ich will nicht ausschließen, dass es so etwas gibt. Aber wenn es Linksextremismus gibt, gibt es natürlich auch Rechtsextremismus. Und zwar im gleichen Maß. Sonst würde die Gesellschaft kippen. Wenn man den einen Extremismus bekämpfen will, muss der andere auch bekämpft werden. Und ich glaube, die Kindereinrichtungen haben genügend Handhabe, um dagegen vorzugehen. Politik hat im Kindergarten nichts verloren, weil sie dort stört. Und Störfaktoren müssen ausgeräumt werden. Wenn das nicht mit Gesprächen mit den Eltern gelingt, dann durch Sanktionen und Ausschlüsse.

Ich glaube nicht, dass die Geschichte wirklich wahr ist. Aber natürlich kann man mit so einer Story grandios Stimmung verbreiten. Wenn an so etwas wirklich etwas dran wäre, würden auch etablierte Medien darüber berichten. Nicht nur diverse Blogs, denen ein ziemlich eindeutiger Ruf vorauseilt. Wenn die Geschichte stimmen würde, würde man Ross und Reiter benennen und Quellen angeben. All das ist nicht erfolgt. Also können wir das als „Stimmt nicht“ abhaken. Oder wissen Sie etwas anderes? Dann aber bitte mit ernsthafter Quelle.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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