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Stadtansicht von Brüssel aus dem Jahr 1610 - By Guywets (Private collection) [Public domain], via Wikimedia Commons Stadtansicht von Brüssel aus dem Jahr 1610 - By Guywets (Private collection) [Public domain], via Wikimedia Commons

Gefahr für Brüssel? Ach was!

Nach den Anschlägen von Paris hatte man viel in Brüssel ermittelt. Dort liefen wohl die Drähte zusammen. Und jetzt ist dort Terrorgefahr? Welch großartige Erkenntnis. Oder sollte man nicht doch die Häme sein lassen? Was meinen Sie? Ich fasele hier einfach mal ein paar Takte lang rum. Denn es kommt mir ein wenig merkwürdig vor, was da derzeit so abläuft.

Das Zentrum der Europäischen Macht liegt in Brüssel. Und das war immer wieder interessant für gefährliche Leute. Und nachdem die Spur zum Anführer der Terroristen von Paris nach Brüssel führte und sich dort Komplizen aufhielten, war es klar, dass da noch einiges zu erwarten war. Und schon haben wir es. Es gibt für das ganze Wochenende eine Terror-Warnung. Irgendwie wirkt das so, als ob man da gegen die Stadt etwas hat. Es scheint sich alles rund um den „Problembezirk“ Molenbeek-Saint-Jean zu drehen. Obwohl: das ist eine Gemeinde in der Region „Brüssel-Hauptstadt“, aber wen interessiert das schon?

In Molenbeek-Saint-Jean gibt es einen hohen Anteil an Einwanderern, von denen auch noch der größte Teil Muslime sind. Und in Molenbeek-Saint-Jean wird eine hohe Arbeitslosigkeit verzeichnet. Das bringt alle Welt dazu, dass man glaubt, das wäre der perfekte Nährboden für Extremismus. Klar, die Anschläge in Paris haben ihren Ursprung irgendwie in Molenbeek-Saint-Jean. Aber deshalb ist nicht jeder Muslime dort gleich ein potentieller Selbstmord-Attentäter. Wenn man das so liest, könnte man denken, dort befände sich eine Terroristen-Manufaktur.

Jedenfalls haben sie das ganze Wochenende „Terror-Alarm“ in Brüssel. Ich habe das gestern mitbekommen, was der Leipziger Kabarettist und Poetry Slammer André Herrmann so erlebt hat. Der ist vor einer Weile nach Brüssel gezogen. Und gestern hat der erzählt, was er so in Brüssel selbst erlebt hatte, nachdem er aus Deutschland zurück kam:

Es gibt viele, die nun erzählen, wie sehr „diese Moslems“ doch alles „Dreckschweine“ wären. Es wurden wohl bei Razzien im bewussten „Problembezirk“ sogar Sprengstoff und chemische Waffen entdeckt. Und irgendwie kommen immer wieder Fragen um die Ecke in der Preislage „Wie konnte es soweit kommen“ oder so. Beim Aufkommen solcher Fragen kann man eigentlich noch ein paar mehr Fragen stellen und diese eine eben gestellt Frage einfach mal beantworten.

Jetzt brüllen alle laut „Terror-Alarm“ und so etwas. Es darf doch aber niemand annehmen, dass das nicht vorhersehbar war. Man schaffte ideale Bedingungen, dass sich so etwas wie der Islamische Staat DAESH überhaupt bilden konnte. Ja, auch illegale Grenzverschiebungen zu wilden Kolonialzeiten und so werden da immer wieder diskutiert. Und dann beliefert man die instabile Region mit Waffen und wundert sich, wenn diese Waffen dann in falsche Hände geraten und gegen den Lieferanten eingesetzt werden.

Terror-Alarme, Ausnahmezustände und dergleichen wird es wohl demnächst häufiger geben. Und da haben wir immernoch nichts zu den Terrorakten in Mali und Beirut in den letzten Tagen gesagt. Wenn ich Zeit habe, fasse ich auch das noch zusammen. Denn die Libanesen und die Westafrikaner haben ganz andere Probleme. Das will nur niemand hören. Brüssel wird als Zentrum der Welt angesehen, weshalb dort Nadelstiche immer erfolgen können. Die Fehler, die dazu führten, wurden vor vielen Jahren und Jahrzehnten gemacht. Das hier ist nur die Konsequenz daraus.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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