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Mineralwasser - (C) Snufkin CC0 via Pixabay.de Mineralwasser - (C) Snufkin CC0 via Pixabay.de

Die vegane Mineralwasser-Schorle

Ich habe den veganen Hype einfach satt. Nicht, weil ich ein solches Leben verachten würde, was nicht stimmt. Sondern, weil das Thema sehr hochgejazzt wird. Manchmal kommt es einem so vor, als müsse nur irgendwo „vegan“ drauf stehen, damit sich irgendein Produkt verkauft. Ja, mir ist klar, dass das auch wieder zu weit führt. Aber der Titel des Artikels, also die vegane Mineralwasser-Schorle, das habe ich mir doch nicht ausgedacht. Das ist wirklich dieser völlig unsinnige Hype, der um sich greift.

Heimtückisches Dihydrogenmonoxid (DHMO)

Diese farb- und geruchlose Chemikalie wird mittlerweile in aller Art von Lebensmitteln eingesetzt. Ob es Getränke sind, ob es feste Nahrung ist, überall ist das Zeug enthalten. Darüber hinaus ist Dihydrogenmonoxid auch in allen möglichen Giftstoffen enthalten und kann demzufolge hervorragend als Waffe eingesetzt werden. Und wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie noch nie etwas von DHMO gehört haben, dann gibt es eine einfache Erklärung: DIE DA wollen uns diese Informationen vorenthalten.

Nein, es ist ganz einfach. Dihydrogenmonoxid ist H2O, also ganz einfach Wasser. Aber diese Sache zeigt, was alles möglich ist. Man debattiert einfach auf Menschen ein, irgendwann glauben sie es. Und mir kommt es ehrlich gesagt auch so vor, als ob man auch lange genug Menschen irgendwas von angeblich gesunden Lebensmitteln erzählen muss, dann kaufen sie das teilweise völlig überteuerte Zeug schon. Und so bin ich dann eben auch auf meine Gedanken gekommen.

Vegane Limonade

Ich bin auf Limonade gestoßen, auf deren Flasche steht, dass sie vegan ist. Sie werden mich jetzt vielleicht für verrückt erklären, aber es stand wirklich auf der Flasche. Ich meine, wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass es künftig eben keine Rindfleisch-Limonade geben wird. Überhaupt werden keine tierischen Bestandteile in den süßen Getränken enthalten sein. Oder doch? Jedenfalls habe ich mal bei Twitter den Hersteller gefragt, was das mit dem Quatsch soll.

Ich hätte nicht damit gerechnet, aber Coca Cola hatte geantwortet. Das Siegel „vegan“ haben sie nämlich zurecht erhalten. Auch für Limo. Ich weiß, das klingt jetzt wie ein Werbeauftrag, den ich nicht kennzeichne. Aber die amerikanische Limo-Bude hatte mir angegeben, dass sie im Gegensatz zu anderen Herstellern ihre Limo eben nicht mit Gelatine klären. Und die besteht nun einmal aus tierischen Proteinen und Kollagen. Wer einen Twitter-Account hat, kann gern mal die verlinkten Informationen von Coca Cola nachlesen.

Dennoch nicht alles so hoch hypen

Das meine ich wirklich so. Ich habe ja nichts dagegen, dass jemand vegan lebt. Oder vegetarisch. Oder die ganzen anderen Möglichkeiten. Aber wie kann es eine „vegane Leberwurst“ geben? Eine Leber stammt ausschließlich von Tieren, oder habe ich da etwas verpasst? Ein solches Produkt kann es also nicht geben. Gibt es aber, wenn man in die Regale schaut. Auch „veganen Käse“ kann es meiner Meinung nach nicht geben. Denn Käse wird aus Milch gemacht. Und die stammt von der Kuh, vom Schaf, von der Ziege oder vom Büffel, oder?

Mit anderen Worten: Vegan hin oder her, Fleischersatz-Produkte oder nicht, sollen sie mal alle machen. Aber dann nennt es nicht so. Es kann sein, dass ich da übertreibe und nun eine ganze Menge Leute gegen mich aufbringe. Ich verstehe es halt nicht, wieso es solche Produkte wie eben jene „vegane Leberwurst“ gibt, aber dort keine Leber enthalten ist. Wir regen uns doch auch auf, wenn in Apfelsaft kein Apfel enthalten ist, wie so viele Berichte immer wieder erzählen.

Auf der einen Seite wird etwas zu Recht als Skandal hingestellt, auf der anderen Seite soll man sich nicht so haben und die Produkte aus Rücksicht falsch benennen. Vegan lebende Menschen ernähren sich bewusst. Das heißt doch auch, dass sie genau darauf achten, was in ihrer Nahrung enthalten ist. Vielleicht sollten wir alle weniger in Sachen Nahrung herum hypen. Dann gibt es auch nicht solche Auswüchse.

Und was ist jetzt mit der veganen Mineralwasser-Schorle?

Ich habe ja den Artikel damit überschrieben, also muss ich auch etwas zur veganen Mineralwasser-Schorle erzählen. Natürlich ist das Quatsch, das gibt es nicht. Aber ich habe dazu mal irgendwo einen Bericht gesehen, der sich mit dem Unsinn um die angeblich bewusste Ernährung beschäftigte. In dem Film hatte jemand genau das als neues „Super-Getränk“ verkauft, weil es so leicht und frei von tierischen Fetten sei. Aber ist das nicht bei jedem Mineralwasser der Fall? Und Schorle? Mineralwasser mit Mineralwasser versetzt? Ich bitte Sie!

Aber er wollte in dem Film eben zeigen, dass seine Behauptung stimmt: Menschen ziehen sich das Feigenblatt der bewussten Ernährung an und denken, sie tun ihrem Körper etwas gutes und bezahlen auch gern viel mehr dafür, wenn es denn nur gesund genug klingt. Deshalb auch das mit dem „DHMO“, was sich als Spaß schon etliche Jahre hält, aber als Veralberung immernoch funktioniert. Bleiben Sie gesund, aber machen Sie nicht jeden Quatsch mit.

Und noch einmal: Eine bewusste Ernährung – wie zum Beispiel vegane Ernährung – ist kein Quatsch. Es ist eine bewusste Ernährung. Aber nur, weil irgendwo „vegan“ drauf steht, muss es noch lange nicht das Richtige sein. Wie machen die die Leber in die vegane Leberwurst, wenn sie nicht vom Tier kommen darf? Ich will niemandem das Essen verderben, denn das machen die Konzerne schon selbst. Dann achten wir lieber auf Prüfsiegel, bevor man vollmundigen Werbeaufdrucken Glauben schenkt, oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Die vegane Mineralwasser-Schorle”

  1. Ja, die Welt ist verrückt. Für ein e bike von Riese & Müller gib.t es eine Tasche, die am Rahmen hängt und so den Akku verdeckt. Die Tasche ist aus Leder, da mit das auch edel aus sieht. Damit der empfindsame Radfahrer aber keine Sorge um das tierwohl haben muss, gibt es den Hinweis, dass es sich um veganes Leder handelt ???! Auf gut ostdeutsch es ist Kunstleder. Hätte der sozialistische Einzel- und Großhandel doch schon über solche Wertschöpfungen verfügen können , ganz schlecht waren die ja auf diesem Gebiet auch nicht. Aber für die Veganerin heißt das ja, dass vegane Leberwurst auf alle Fälle was künstliches beinhalten muss. Aber die Erfindung ist nicht neu schon Konrad Adenauer hatte ein Patent auf eine Leberwurst ohne Leber – Google mal.

  2. Hallöchen Henning!

    Ja, es gibt inzwischen „veganes“ Wasser, was immer das auch sein soll! Die Leute zahlen dafür eine Menge Geld, während es bei mir aus dem Wasserhahn kommt.

    Mir ist es ehrlich gesagt völlig schleierhaft, wie man auf solch einen Unfug hereinfallen kann.

    Grüße aus Augsburg

    Mike

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