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Post Telefon W48mT - (C) Public Domain by Bran via Wikimedia Commons Post Telefon W48mT - (C) Public Domain by Bran via Wikimedia Commons

„Können Sie mich hören?“ – Gemeine Betrügermasche unterwegs

Ich habe das erst nicht so ernst genommen. Aber es scheint wirklich ein heftiges Problem zu sein. Am besten antwortet man niemandem am Telefon mit „Ja“. Denn das ist die Konsequenz daraus, was da derzeit im Umlauf ist. Eine gemeine Betrügermasche fasst seit ein paar Tagen Fuß in Deutschland, und hier darf man gern warnen. Und zwar jeden noch so unbedarften. Denn es geht nicht um etwas technisches. Es geht um Betrug. Ja, ich sagte es schon.

Die eine Frage lautet:

Können Sie mich hören?

Eine andere lautet vielleicht:

Sind Sie der Hauseigentümer?

Wenn es zutrifft, würde man ja bedenkenlos „Ja“ sagen. Wenn ich meinen Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung verstehe, gibt es keinen Grund, etwas anderes zu behaupten. Genau das machen sich Betrüger derzeit zunutze. Die Welle ist gerade auf dem Sprung von den USA nach Europa und damit auch nach Deutschland. Die ominösen Anrufer gaukeln vor, dass irgendwas mit dem Telefon nicht stimmt, woraufhin diese Frage gestellt wird. Erreicht werden soll das „Ja“ auf einer Bandaufnahme. Und die kann Folgen haben.

Denn dann werden Aufnahmen zusammen gebastelt, die sich dann so anhören können wie eine telefonische Bestellung oder Beauftragung. Und es ist dabei egal, ob es sich bei den Opfern um Firmen oder Privatpersonen handelt. Mit der zusammen gestellten Aufnahme werden dann die Opfer zu Zahlungen genötigt. Notfalls werden Inkassofirmen beauftragt. Und am Ende sind nicht mal diese echt. Über diese ganz üble Masche erzählt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Am ehesten kann man sich immernoch davor schützen, indem man das „Ja“ fremden gegenüber am Telefon vermeidet. Letztlich kann man ja immernoch das Gespräch beenden, wenn einem irgendwas seltsam vorkommt. Abgesehen davon ist es verboten, ohne Zustimmung des Angerufenen Telefonmitschnitte (ob nun real oder zusammen geschnippelt) als Beweis zu verwerten. Es könnte sogar hilfreich sein, im Falle des Falles selbst Anzeige zu erstatten. Wahrscheinlich wissen das Anwälte am besten.

Es ist unglaublich, was sich Menschen ausdenken. Diese Betrugsmasche scheint in den USA ziemlich erfolgreich zu sein, weshalb man halt expandiert. Lassen wir es einfach zu, dass sie auch in Deutschland erfolgreich sind. Forderungen entbehren jeglicher Rechtsgrundlage. Aber es könnte genügend Menschen geben, die sich einschüchtern lassen. So weit muss es nicht kommen. Darum sollten Sie vielleicht auch Ihre Freunde und Bekannte informieren, was da derzeit abläuft.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 thoughts to “„Können Sie mich hören?“ – Gemeine Betrügermasche unterwegs”

  1. Erschreckend zu sehen, mit welchen Maschen die Betrüger vor gehen. Ich habe berufsbedingt häufiger mal „fremde“ Leute – in meinem Fall Neukunden – am Telefon. Da kann ich schlecht nicht „Ja“ sagen… aber ich hoffe stark, dass die Betrüger mit der Masche nicht durchkommen, da auch die Aufnahme von Gesprächen nicht gestattet ist, wie du geschrieben hast.

    1. Hach, diese Masche der unwilligen. Mir passiert das auch immer wieder, wenn ich irgendwas als Nachweis haben will. Da kann man halt nichts machen. „Einwilligungserklärung“ ist wahrscheinlich so ein Wort, was die Telefonanbieter regelmäßig zum Trennen der Verbindung bringt.

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