Skip to main content
Google Suchmaschine - (C) Simon CC0 via Pixabay.de Google Suchmaschine - (C) Simon CC0 via Pixabay.de

Alles. Jeden. Überall. – Wie gefährlich Google werden kann

Ja, zieht sich der Uhle jetzt einen Aluhut auf? Nein, keine Lust. Denn es wird ja immer wärmer, da schwitzt man nur. Mir geht es um Google. Ich denke, es ist weiterhin vielen Nutzern nicht klar, wie allmächtig Google eigentlich in Wahrheit ist. „Alles. Jeden. Überall“ trifft es am besten, wenn man über Google erzählt. Es trifft es auch am besten, wenn man über die Geheimdienste erzählt. Und beides zusammen könnte hervorragend passen.

Wie schnell man als Nutzer von Google aufs Glatteis geführt wird, habe ich selbst erlebt. Da denkst du dir, dass du den einfachen Weg gehst, indem du den Google Chrome als Browser nimmst und dort die Google Suche hernimmst. Und was kommt als Suchergebnis heraus? Irgendwelcher Larifari-Kram. Es geht gern auch mal anders. Wenn ich mir nun überlege, dass ja Google mit der NSA zusammenarbeiten muss und ich ein NSA-relevantes Thema bearbeitet habe, könnte ich mir durchaus zusammenspinnen, dass die wirklich wichtigen Informationen einfach mal ausgeblendet wird, wenn man sie im Google Chrome mit der Google Suche zu finden versucht.

Man kann sich natürlich dann hinstellen und sagen, dass man der Meinungfreiheit beraubt wurde. Und man kann zeter und mordio schreien. Die deutsche Politik gibt dann ja gern mal die Bankrott-Erklärung ab, völlig desinformiert zu sein. Also kann man dann auch wieder denken: Shit, dann bin ich halt auch nur ein Hamster im Laufrad. Denkt man so, haben andere gewonnen. Wer so denkt, hat zwar seine Ruhe und nervt sich nicht selbst mit solchen Informationen. Aber durch so eine Denke wird meiner Ansicht nach auch jegliche Gegenwehr unmöglich.

Jetzt gibt es ja ein „Phantom-Update“ der Google Suche. Viele Webseiten-Betreiber – aber auch die SEO-Füchse – hyperventilieren vor sich hin und fragen sich, was da nun eigentlich mit den Suchergebnissen passiert ist. Es geht wohl um die Sichtbarkeit einer Webseite in den Suchergebnissen. Also: Wie gut ist die Chance, überhaupt mit einer Webseite gefunden zu werden. Und das soll ziemlich stark geschwankt sein. Und huch, plötzlich war es eine Änderung im Algorithmus von Google. Von mir aus, aber ganze Firmen hängen davon ab. Es ist interessant, was da in der SEO-Branche schon wieder abgeht.

Ich denke, man ist in der so genannten „Google-Falle“ gefangen. Jetzt könnte ich hergehen und Pinky-und-Brain-artig „Google will die Weltherrschaft an sich reißen“ ins Internet brüllen. Das mag sehr gut möglich sein, dass das der Plan von Google ist. Aber wir verlassen uns aber auch alle auf die Firma mit den vielen bunten O-s. Es macht ja kaum jemand etwas anders. Der Suchmaschinenmarkt liegt wohl zu ungefähr 80% in der Hand von Google. Damit bestimmt diese Firma, was den Nutzer zu interessieren hat. Und der Anteil der mobilen Geräte mit Android von Google ist auch sehr hoch. Und so kann man das weiter treiben. Das ist das, was der österreichische Journalist Gerald Reischl 2008 mit seinem Buch „Die Google-Falle“ gemeint hatte.

Ich meine, warum stürzt sich keiner der SEO-Füchse auf Bing-Statistiken oder sonstwas, um der Kundschaft irgendeinen Plan zur besseren Suchmaschinen-Platzierung unterzujubeln? Warum nutzen sie alle die Google Webmaster Tools? Gibt es nicht für alles, was man mit Google machen kann, auch Alternativen? Ja, gibt es, aber sie werden nicht umfassend genug genutzt. Deshalb haben alle – oder zumindest der überwiegende Teil der – Nutzer Google allmächtig gemacht.

Und deshalb gewähren wir den US-Geheimdiensten auch vollen Einblick in unser Tun im Internet. Die US-amerikanischen IT-Konzerne sind zur Weitergabe verpflichtet. Deshalb gibt es auch den Patriot Act. Da kann man schimpfen, wie man will. Aber so lautet nun einmal das Gesetz. Wenn wir nur ein bisschen an unserem Verhalten im Internet etwas ändern würden, wäre das Alles wohl gar keinen Aufschrei wert. So aber liegen wir in der Google-Falle und laben uns an den Wunden unseres verletzten Stolzes. Da kann man Konferenzen und Petitionen veranstalten, wie man will. Wer nicht konkret für sich selbst etwas ändert, der bleibt der Hamster im Laufrad. Wollen Sie das?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Alles. Jeden. Überall. – Wie gefährlich Google werden kann”

  1. Leider leben wir in solchen Zeiten. Das Digitalalter hat nun seine Nachteile und es gibt bestimmt auch kein zurück mehr. Google ist einer von diesen Firmen „Too big to fail“. Mal sehen was die Zukunft bringt. Erschreckend ist das schon, aber man muss auch das Positive sehen, wir leben gerade in unglaublichen Zeiten.

  2. Hi Henning,
    also ja, ich nutze auch sehr rege die Google Webmaster Tools sowie die Google Chrome Suche, ab und an stündlich sogar. Aber OK, was gibt es schon für Daten über mich im Internet. Privatfotos gibt es nicht, intime Details auch nicht.

    Natürlich liegt es an jedem Einzelnen, was man von sich im Internet preisgibt und wie man den eigenen Onlineimage aufbaut und verbessert. Daran arbeite ich auch stets und will eigentlich, dass im Internet über mich nur das gefunden wird, was auch gefunden werden soll, nämlich Infos zu meinem Blogger-Dasein, nicht mehr und nicht weniger.

    Google ist schon sehr mächtig geworden und das ist eben so. Fast alle Webuser nutzen es, ohne grossartig darüber nachzudenken, weil die Suchmaschine einfach da ist. Es ist einfach, sie zu nutzen und mir hilft es persönlich. Natürlich befasse ich mich nicht mit solchen Themen wie du und nur mit Bloggen und CMS. Dazu finde ich immer, was ich suche und daher nutze ich weiterhin Google.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.