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Blogs: Reichweite ist nicht gleich Relevanz

Wie ich solche Dinge immer hasse: Steigere deine Reichweite, nur dann bist du gut. Ich halte das für ziemlichen Blödsinn, aber ich weiß nix. Vor allem wird mir immer wieder gewahr, wie wenig hinter einer solchen These „Hohe Reichweite = hohe Relevanz = hohe Güte“ steckt. Nicht jeder, der mit seinem Blog viele Leute erreicht, betreibt auch einen guten Blog. Aber das muss jeder selbst wissen. Ich mache das Spiel nicht mit.

Wenn ich mit meinem Blog viele Leute erreiche, dann erzählt ja jeder immer von hoher Reichweite. Da ich aber vor mich hin schreibe und das eigentlich nicht mit dem Ziel verfolge, „möglichst viele Leser abzugreifen“, dann ist mir eigentlich auch die Reichweite völlig egal. Na, völlig egal nicht, aber sie spielt eben nicht so eine gesteigerte Rolle. Das mag bei anderen Bloggern anders sein als bei mir. Dann mag das so in Ordnung sein.

Aber ist man dann auch gleichzeitig relevant? Relevante Blogs dienen ja auch zu einer großflächigen Unterstützung zur Meinungsbildung. Aber wenn ich mir Blogs ansehe, die von einer riesigen Reichweite daher faseln, aber eben entweder von einem Unternehmen betrieben werden oder nur von Gutscheinen blubbern oder nur gesponserte Artikel ins Rund hauen, dann halte ich das jetzt nicht unbedingt für meinungsbildend. Daher halte ich auch Blogs, hinter denen Unternehmen stehen, für reichlich irrelevant. Denn da wird der Shop des Unternehmens beworben oder die Meinung eines Unternehmens widergespiegelt. Mit Relevanz hat das nichts zu tun.

Ich bilde nur meine eigene Meinung ab. Ich halte mich aber ebenso wenig relevant. Sicher, andere halten meine Meinung für wichtig. Und mir ist es eben auch wichtig, dass ich meinen Schund aufschreibe. Aber ich werde einen Teufel tun und die Meinung von irgendwem beeinflussen. Irgendwelche Medien halten sich ja für „Die Meinungsmacher“. Wenn das mal nicht etwas sehr hoch gegriffen ist. Nein, ich sondere meinen Kram ab. Und wenn irgendwer mit mir darüber diskutieren möchte, können wir das gern machen. Mit Relevanz oder Irrelevanz hat das aber herzlich wenig zu tun. Oder wie sehen Sie das?

Und da ich mich nicht für relevant halte, betreibe ich also keinen guten Blog? Denn nur Blogs mit hoher Reichweite und damit hoher Relevanz sind ja auch gut, wenn man obige These hernimmt. Also wenn ich mir so Feedback anschaue, was meinen Blog betrifft, dann trifft diese These aber schon mal nicht zu. „Gut“ ist ein subjektives Urteil, wenn es um eine Qualitätseinschätzung geht. Der eine Leser findet gut, was er hier liest, der andere nicht. Das passt aber alles nicht mit Relevanz und Reichweite in einen Topf.

Unterm Strich ist es also so, dass selbst Blogs in den kleinsten Nischen richtig gut sein können. Deren Inhalte sind zwar vielleicht so speziell, dass die gar keine großen Leserscharen anlocken können. Trotzdem sind diese Blogs von außerordentlicher Güte. Gleichwohl sind nicht alle Blogs, die Mann und Maus in ihren Bann zu ziehen imstande sind, Träger von guten Inhalten. Nur weil eine Seite einen Haufen Besucher anzieht, ist sie nicht gleich gut. Und relevant sowieso nicht. Und ich glaube, genau das hat der Sascha Pallenberg bei der Veranstaltung „Rock the Blog“ gemeint, als er sich auf curved.de bezog.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 thoughts to “Blogs: Reichweite ist nicht gleich Relevanz”

  1. Also ich für meinen Teil lese deinen Blog sehr gerne. Relevant ist dieser für mich auch, da er für mich (und auch für meinen Blog) Mehrwert bietet (außer die Sportartikel).

    Mit Relevanz hat das aber in meinen Augen auch wenig zu tun. Ich glaube mit Relevanz meinen „Berufsblogger“ nicht unbedingt Besucherzahlen, sondern wie viel Geld kann man mit diesen Besuchern scheffeln. Was für den eigenen Blog und für einen persönlich relevant ist, sollte jeder mit sich selbst ausmachen. Auch ich schreibe den einen oder anderen bezahlten Artikel. Aber primär geht es bei mir nicht um Geld.

  2. was ist schon relevanz. das tönt für mich fast so wie die meisten menschen nur wegem geld bloggen. ich kenne von dieser gruppe sehr wenige und ich kenne viele blogger. die meisten blogger wollen einfach spass haben.

    mein blog ist ja auch nicht gross – aber das stört mich nicht. gut ich bin eine statistik-bitch und bewundere jeden monat meine statistik – aber damit hat es sich. ich sitze nicht täglich vorm blog und versuche ihn zu optimieren und noch mehr leser anzulocken – weil wenn ich das hätte – wäre mein blog voller werbung :)

    jeder muss selber wissen wohin seine reise mit seinem blog geht.

    es gibt aber zZ viele blogger-neulinge die glauben mit einem brandneuen blog schon leben zu können und künden ihren job und wundern sich dann, dass nichts wirklich klappt :P

    1. Hallo Eric,

      das sehe ich ja genauso. Ich halte das für eine gefährliche Entwicklung, wenn jemand SEO-optimierte Blogs startet, irgendwelche News nachplappert und denkt, dass das a) noch etwas mit Bloggen zu tun hat und b) irgendwas in Richtung Relevanz ist.

      Eben: Es ist schon Relevanz? Ich bezeichne meinen Blog ja nun nicht als Nabel der Welt. Ich optimiere auch nicht ständig wie ein Bekloppter hier rum. Ich finde, das macht den Blog unpersönlich. Und das wäre dann nicht mehr meins.

  3. Hallo Henning,
    mir ist es auch gleich, ob nun eine hohe Reichweite oder nicht. Meistens lese ich nur Mainstream-Blogs und nicht die Grossen. Es gibt viele kleinere Blogs da draussen, wo es sich lohnt, mitzulesen und wenn meine Themen vorkommen, wie in deinem Blog, dann lese ich gerne mit.

    Ich habe auch ein paar Leser auf meinem Hauptblog und das reicht mir. Ein bisschen Feedback darf ruhig sein, aber nicht um jeden Preis, wie ich finde.

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