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Sex - (C) stux CC0 via Pixabay.de Sex - (C) stux CC0 via Pixabay.de

Sexismus-Debatte über Googles automatische Vervollständigung

Wie ich es hasse, wenn alle Welt alles mögliche auf den Sexismus schiebt. Da ist man sich um kein Argument zu schade. Ich weiß noch, wie lautstark die Aufschrei-Debatte geführt wurde. Doch was ich jetzt über das so genannte “Autocomplete” in der Google-Suche gelesen habe, muss man einfach mal diskutieren.

Ich will jetzt nicht die Sexismus-Debatte kleinreden. Die ist vielerorts angebracht. Manchmal ist sie jedoch auch übertrieben. Man muss ein gewisses Feingefühl entwickeln, und das ist gelungen, wenn ich so das Material sichte, was ich da gelesen habe.

Die Frauenorganisation der Vereinten Nationen, die “UN Women” nämlich, hat eine Kampagne gestartet, in der auf Sexismus im Autocomplete Der Google-Suche hingewiesen wird. Dazu wurden vier Frauen fotografiert und das Eingabeformular der Google-Suche mit Autocomplete drüber gelegt. Im englischsprachigen Google werden dann bei der Sucheingabe “Women are” Vorschläge angezeigt wie “Women are stupid and I don’t respect them”. Also zu deutsch: “Frauen sind dumm, und ich respektiere sie nicht”.

So etwas soll wirklich als Suchvorschlag beim englischsprachigen Google auftauchen. Und das wäre schon ein starkes Stück. Aber auch bei google.de kommt es zu derartigen Vorschlägen, wenn man seine Suche mit “Women are” beginnt. Und das will sich die Frauenorganisation verständlicherweise nicht bieten lassen. Sucht man stattdessen nach “Frauen sind”, kommen gar keine Vorschläge. Und das ist dann schon bemerkenswert.

Hinter dem Autocomplete steht ein komplizierter Algorithmus, den Google selbstverständlich nicht verrät. Warum also die englische Suche diffamierende Vorschläge liefert, die deutsche Suche jedoch nicht, ist nicht ganz klar. Google redet sich da natürlich raus und verweist auf fadenscheinige Dinge wie “zu viele Vorschläge” und dergleichen. Dass es derartige Vorschläge wie oben geschildert überhaupt gibt, erklärt der Suchmaschinen-Gigant wie folgt gegenüber der deutschen Huffington Post:

Wir sehen diese Kampagne nicht als Kritik an Google, sondern daran, dass so viele Menschen offenbar nach diesen Sätzen gesucht haben und sie deshalb im Autovervollständigungs-Algorithmus auftauchen.

Also ist für Google wie immer erst einmal der Benutzer schuld. Natürlich spielt das Benutzer-Verhalten auch eine Rolle. Aber im verlinkten Artikel ist ein Auszug aus der Beschreibung für Autocomplete zu lesen. Dort heißt es, dass “strenge Richtlinien hinsichtlich der Entfernung von Pornografie, Gewalt, Hassreden und Begriffen, die häufig für die Suche nach Inhalten verwendet werden, die gegen Urheberrechte verstoßen” gelten würden.

Ich denke, wenn ein Suchvorschlag beinhaltet, dass Frauen dumm sind, die Klappe halten sollen oder den Platz, der ihnen zusteht, einnehmen sollen, dann hat das in meinen Augen schon etwas von Hassreden an sich. Scheinbar misst hier Google mit zweierlei Maß. Beleidigend und beleidigend sind für die Amerikaner wohl zwei verschiedene Schuhe, und das geht nicht.

Wie gesagt, eine deutsche Suche bringt keine (weder beleidigende noch sonst irgendwelche) Suchvorschläge, eine Suche mit englischen Worten bringt beleidigende und diffamierende Vorschläge. Wo ist der Sinn? Und wie will sich Google hier herausreden?

Bildquelle: Sex – (C) stux CC0 via Pixabay.de

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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