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Kacheloberfläche bei Windows 8.1 - Screenshot Henning Uhle Kacheloberfläche bei Windows 8.1 - Screenshot Henning Uhle

Windows 8.1 unbeliebt geplappert?

„Wenn ich dieses Möchtegern-System sehe, schnappt mir das Messer in der Tasche auf“ – so oder so ähnlich lauten Kommentare zum aktuellen Betriebssystem von Microsoft. Microsoft schafft es einfach nicht, dem an sich sehr schlüssigen System eine positive Publicity einzuverhelfen. Und schon sagt man, dass Windows 8 / 8.1 und die Server-Versionen 2012 und 2012 R2 Flops sind.

Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass ich es eigentlich gar nicht so verkehrt finde, dass Microsoft mit Windows 8 alte Zöpfe abschneidet. Das ist schwierig genug, wenn man sieht, dass weiterhin das völlig veraltete und nicht mehr zeitgemäße Windows XP sehr stark verbreitet ist und Windows 7 ein wirkliches Glanzstück ist. Ja, dazwischen war das Vista-Desaster, was ich nicht verschweigen möchte.

Nun wurde 2012 mit Windows 8 ein völliger Paradigmen-Wechsel durchgeführt. War Windows 7 ein funktionales Betriebssystem mit Multimedia-Inhalten, so ist der Nachfolger völlig anders einzuordnen. Ich denke, der Kardinalsfehler war, dass sich Microsoft gedacht hat, man könne Technologie für mobile Geräte 1:1 auf PCs und Notebooks projizieren. Da man aber weiterhin Windows 8 vorwiegend mit Maus und Tastatur bedient und eben nicht mit Wischgesten, ist der Effekt, der mit dem System erreicht werden sollte, völlig verpufft.

Das ändert aber nichts daran, dass sich Microsoft durchaus etwas mit Windows 8 gedacht hatte. Ich nutze das System seit Anfang 2013. Und ich bin völlig zufrieden damit. Wenn ich meinetwegen das ganze Wochenende zuhause mit meinem Windows 8 gearbeitet habe und gehe Montag wieder ins Büro, muss ich tatsächlich etwas umdenken. Aber es ist tatsächlich so, dass bei der aktuellen Ausgabe des Systems wirklich alles so funktioniert, wie man es sich erwartet.

Brauche ich ein Startmenü, um an wichtige Funktionen zu kommen? Wozu? Wenn ich irgendetwas suche, wie eine Datei oder ein Programm, dann drücke ich einmal auf die Windows-Taste, um an die Kacheln zu kommen, und gebe dann zumindest einen Teil von Programm oder Datei ein. Und es wird alles gefunden.

Ach, Sie suchen den Geräte-Manager? Dann suchen Sie doch wie beschrieben danach. Oder Sie drücken Windows + X gleichzeitig, dann finden Sie den auch. Sie wollen sonstwas in Windows verwalten? Naja, drücken Sie Windows + X. Es ist alles gar nicht so schwer. Und wenn man sich einmal damit beschäftigt, dann stellt man fest, wie viel Charme speziell Windows 8.1 versprüht. Im Vergleich dazu wirkt Windows 7 zum Beispiel einfach nur verstaubt.

Die Presse hat aber auch ihr übriges getan, dass Windows 8 nicht wirklich gut ankommt. Ich habe so viel darüber gelesen, wie lächerlich sich Microsoft damit gemacht hat. Klar, es ist schon riskant, den gesamten Konzern auf ein Produkt einzunorden. Ich habe hier im Blog auch oft genug meine Zweifel darüber geschrieben. Aber wenn man sich das einmal so ansieht, dann passt das schon alles ineinander.

Wenn ich hier auf dem Notebook eine App aus dem Windows Store installiere und hätte ein Windows Phone, dann hätte ich – soweit ich weiß – das Recht, diese App auch auf dem Smartphone zu nutzen. Daten kann ich zwischen Notebook und Outlook.com synchronisieren (Nein, ich glaube immer weniger an irgendwelche Konsequenzen infolge irgendwelcher Abhör-Hokuspokus-Geschichten). Ich kann sonstwas machen. Es stehen im Vergleich zu Windows 7 so viele Möglichkeiten offen.

Und da ich auch gern mal unter die Haube schaue, muss ich ganz ehrlich sagen: Mein jetziges Notebook, das irgendeinen Hardware-Schaden hat und dringend ersetzt werden muss, wurde für Windows 7 gebaut. 64 Bit. Das lief flüssig, allerdings hatte ich immer wieder den Eindruck, als ob es sich am System einen Bruch heben würde. Dann hatte ich bei der Offensive von Microsoft Ende 2012 mir ein Windows 8 für 14,99 € gekauft und hatte nach der Installation sofort mitbekommen, dass das System irgendwie schneller lief. Noch einmal mehr Turbo wurde gezündet nach dem Upgrade auf Windows 8.1. Das liegt daran, weil Windows 8 aufgeräumt und entschlackt ist. Etwas, das die Vorgänger allesamt garantiert nicht waren. Darum läuft das aktuelle System eben auch auf älterer Hardware flüssig.

Genau so etwas wird von den Medien gern mal verschwiegen. Wenn ich mich daran erinnere, als über das Support-Ende von Windows XP philosophiert wurde, dann kann ich mich wirklich nur ärgern. Denn da wurde doch glatt erzählt, dass ältere Hardware Windows 8 nicht stemmen könnte und man deshalb auf Windows 7 zurückgreifen sollte. Das ist Unsinn. Und ich habe das auch eben noch begründet.

Bei Mobilenote steht interessanterweise, dass man mal lieber eine Charme-Offensive für Windows 8.1 starten soll. Und mit Recht heißt es dort, dass gerade Tech Blogger Windows 8.1 außer Acht lassen, weil sie eben andere Technologien nutzen. Ein Blogger mit einem iPhone wird wohl niemals positiv über Windows Phone 8.1 schreiben. Aber das ist nicht gerechtfertigt.

Und was ist mit Bloggern, die mit einem Mac bloggen? Die sind bald noch schlimmer. Gestern wurde mit „Yosemite“ die neue Version des Mac OS veröffentlicht. Und was lese ich bei Twitter? Irgendwie sowas wie: „Apple veröffentlicht Yosemite, und Microsoft verschiebt das Startmenü“. Oder so etwas. Ich will nur diesen Unsinn jetzt nicht suchen.

Aber im Ernst: Herzlichen Glückwunsch, wer das gestern bei Twitter schrieb, das war am Leben vorbei. Denn Apple hat auch so einiges veröffentlicht, worüber die objektiven Schreiberlinge eher lächelten und Witze machten. Aber ein Fan des angebissenen Apfels macht das ja alles mit. Nein, ein Mac OS ist definitiv nicht besser als ein Windows 8.1. Es ist anders. Und diesen Unterschied in der Definition sollte man sich verinnerlichen. Dann kann man auch objektiv sein.

Klar, Microsoft musste viel Häme und Spott wegen Windows 8 einstecken. Aber wer das Upgrade auf 8.1 mitgemacht hat und nun die Vorzüge eines logischen Arbeitens genießt, der wird die Häme, die da ausgeteilt wird, eher wenig verstehen. Und der wird sich über die Apple-Fans amüsieren, wie sie nun laut diverser Twitter-Meldungen nun dank Yosemite ihren Kram suchen. Unterm Strich ist Apple da nicht besser als Microsoft. Das nur am Startmenü festzumachen, ist Blödsinn.

Wenn man einfach mal objektiv ist, wird man feststellen, dass Windows 8 durchdacht ist. Man muss kein Nerd und kein Freak sein, um es sicher und gewandt zu bedienen. Man muss eigentlich nur das sein, was ein Apple-Nutzer immer schon war: Ein Nutzer.

Bild: Kacheloberfläche bei Windows 8.1 – Screenshot Henning Uhle

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Windows 8.1 unbeliebt geplappert?”

  1. Es ist wie so oft im Leben, der erste Eindruck zählt. Und der war bei Win8 einfach Grottenschlecht! Nichts ist mehr so wie ich als Anwender von Win95-7 es gewohnt bin. Ok, dann brauch ich eine genaue Anleitung von Microsoft. Aber, die gab es nicht! Was bleibt anderes übrig als sich mühselig alles selbst aus dem WWW zu suchen? Somit hat MS für mich versagt und Win8 auch.
    Zumal diverse Fehler, Systemabstürze usw. auftraten.

    Somit gilt für mich und viele andere Anwender: Windows8&8.1, nein danke.

  2. Ich selbst nutze Windows 8.1 und bin sehr zufrieden. Viele haben mich gefragt, ob ich verrückt bin solch einen „Mist“ zu installieren. Die meisten (eigentlich alle) haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich Windows 8 oder 8.1 anzuschauen oder sich damit zu beschäftigen. Sie hören und lesen nur das Schlechte aus der Presse. Eine eigene Meinung bilden und Argumente finden die gegen Windows 8 sprechen ist nicht drin. Nachplappern ist einfacher.

    Wie oben im Blog schon beschrieben, geht es hauptsächlich und diesen Startbutton, welcher nicht wirklich benötigt wird. Wenn man sich mal intensiv mit Windows 8/8.1 beschäftigt hat sieht man eher viele Vorteile als Nachteile. Und zur Not kann der Kachelbildschirm auch deaktiviert werden. Aber davon wollen viele nichts wissen. Leider.
    Klar vom Grunde her war von Win95 bis 7 alles überschaubar im Aufbau, lediglich das Design wurde geändert. Und nun dieser Sprung. Aber alles was anders ist, ist nicht gleich schlecht. Auch wenn ich keinen Touchscreen habe, ist es doch mal was Anderes. Und mit der Software Obly kann ich sogar bestimmen wie eine Kachel aussieht. Das ist doch mal was. Nicht immer die mickrigen Icons der Hersteller auf´m Schirm.
    Systemabstürze gab es bis jetzt in jeder Windowsversion. Ich kann mich an keine erinnern, welche immer fehlerfrei funktionierte. Aber auch diese kann man mit Geduld selber beheben. Nicht selten ist es die eigene Hardware, welche den Fehler verursacht durch falsche Treiber oder Programme die sinnloserweise Hintergrund laufen und das System überlasten.

    Nun wurde Windows 10 für 2015 angekündigt und der Support für Windows 7 wird langsam aber sicher eingestellt. Ich bin gespannt was die Windows 7 Nutzer tun werden, wenn es dann irgendwann heißt „Schicht im Support-Schacht.“ Ich werde es wie immer handhaben und mir Windows 10 kaufen, bzw. wenn es stimmt, dass es für Windows 8.1 User kostenlos ist, mir besorgen. Die Testversion von Microsoft habe ich mir bereits angeschaut und voraussichtlich werde ich dann zum gegebenen Zeitpunkt umsteigen. Was nützt es mir, wenn meine Kinder 2015/16 den Durchblick haben und ich nicht mitreden kann weil ich nichts verstehe.

    Des Weiteren möchte ich noch sagen, Microsoft und Apple sind für mich zwei verschiedene Welten. Wenn eine Apple-User von den Produkten überzeugt ist, wird er wohl eher nicht auf Microsoft umsteigen und umgekehrt ebenso wenig. Du kannst einen Apfel nicht mit einem Fenster vergleichen.

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