Bloggerleiden in diesem Internetz

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Jetzt heult der Uhle aber rum. Erzählt der doch glatt vom Bloggerleiden. Ernsthaft? Muss ich mir das antun? Was denkt der sich dabei? Und was soll das denn sein? Ich muss nochmal etwas zum großen Komplex “Andere Blogger und die fehlende Inspiration” aufschreiben. Ich hätte ja nie gedacht, dass dieses Thema tatsächlich so einen Wirbel macht. Aber es scheint so zu sein. Ich will jetzt nicht die Flamme lodern lassen, nur damit es schön brennt. Sondern ich muss da nochmal was dazu aufschreiben. Passt mal auf.

Huch, was’n da passiert?

Noch nie war ein Artikel von mir so erfolgreich auf LinkedIn wie mein Artikel darüber, dass mich viele Blogs einfach nicht mehr reizen. Das ist dieses Machwerk von neulich. Jetzt kann man da irgendwie geteilter Meinung darüber sein, was erfolgreich eigentlich ist, wenn es um einen persönlichen Blog geht. Jedenfalls war ich dann schon erstaunt, dass der Beitrag, den ich dort geteilt habe, um auf den Artikel aufmerksam zu machen, über 2000 Ansichten hatte. Das gab es noch nie.

Die Nummer mit dem Bloggerleiden ist dann aber, dass dann unterm Strich bisher 20 Aufrufe zu meinem Blog dabei heraus gekommen sind. Aber sei’s drum. Das ist es ja, was mich an den sozialen Netzwerken so stört. Diese merkwürdigen Angaben und deren Algorithmen, nach welchen Kriterien sie den Nutzern Inhalte anzeigen. Alles wird kategorisiert, klassifiziert und sonstwie manipuliert. Jedenfalls rief der Artikel dann auch Reaktionen hervor.

Elf Reaktionen (Also “Likes” und sowas) und immerhin 6 Kommentare. Nicht schlecht für jemanden, der bisher überhaupt nichts bei LinkedIn gerissen hatte. Mich beschleicht aber der Gedanke, dass es ausschließlich daran lag, dass ein exzellent vernetzter Blogger hier den Daumen-hoch angeklickt hatte. Jedenfalls hockt man da und fragt sich: “Huch, was’n da passiert?” – Denn irgendwie war das in meinen Augen jetzt kein Thema, wofür ich große Beifallsstürme erwartet hätte.

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Ich will keinen Applaus gegen das Bloggerleiden

Die Suche geht weiter – ein Bloggerleiden

In diesem Internetz – ja, ich muss das mal so schreiben – ist es so, dass man Dinge veröffentlicht. Tante Gisela lädt das Foto ihres Rhododendron zu Facebook hoch. Nichte Hannah tanzt ihr Lieblingslied bei TikTok nach. Man empört sich über alles mögliche bei Twitter. Und so weiter und so fort. Das ist ja alles nichts neues. Und in Blogs? Ich ziehe viel Inspiration aus Blogs. Zumindest war das mal so. Wenn ich da aber jetzt reinschaue, wird mir schon anders.

Ich schrieb ja darüber, dass viele Blogs aus dem Technik-Bereich mehr oder weniger im Gleichschritt die gleichen Themen zur gleichen Zeit haben. Da mein Blog aber auch Technik-lastig ist, komme ich gar nicht umhin, über diese immer gleichen Themen zu stolpern. Und das sind eben so Bloggerleiden. Denn irgendwie findet man immer weniger sinnvolle Inhalte, wenn man so durch die Blogs schaut. Und da bin ich schon dabei, einfach eigenbrödlerisch vor mich hin zu bloggen.

Aber vielmehr wird es wohl darum gehen, auch einfach mal still zu sein. Warum auch nicht? Wer schreibt mir denn vor, in einem bestimmten Rhythmus irgendwas zu veröffentlichen? Ich habe wunderbare Blogartikel aus meinem Tätigkeitsumfeld gefunden. Die kann ich aber nicht als Quelle hernehmen, da ich die Artikel dann mehr oder weniger 1:1 wiedergeben müsste. Und das will ich nicht. Andererseits komme ich dann wohl auch mit meinem Arbeitgeber in einen Konflikt.

Also geht die Suche weiter, wie ich wohl das Bloggerleiden bekämpfe. Im Prinzip ist es so, dass ich mir nach wie vor so vorkomme, als hätte ich mich aufgerieben. Ich komme nicht umhin, die Wunden zu lecken und weiter meinen Platz in der Welt der Blogs zu suchen. So ein Bloggerleiden trägt der Horst ja nicht mehr mit sich herum. Er hat mal aufgearbeitet, wie sich das bei ihm so entwickelt hatte. Und sowas kann dann durchaus auch interessant sein, findet ihr nicht?

Nein, einfach nein

Mir widerstrebt es, mich irgendwo anzubiedern. Ich will mein eigenes Ding durchziehen. Ich weiß, dass es vieles zu erzählen gibt. Muss ich nochmal die groben Themen aufzählen? Ach, ich mach das einfach. Ich denke daran, wie wohl unsere Gesellschaft in 10 Jahren aussieht. Dann bin ich Mitte 50. Wie wird sie sein, die Zukunft? Werden wir noch eine Natur haben, an der wir uns erfreuen können? Wie sehen die Städte und Gemeinden aus? Wie arbeiten wir? Also kurz: Die Gesellschaft von morgen.

Dazu gehören natürlich Technologie-Themen wie Big Data, Smart Cities, Digitalisierung, Cloud und weiß der Kuckuck, was sonst noch. Aber eben auch Nachhaltigkeit und auch ein kleines bisschen Politik, da die ja die Rahmenbedingungen festlegen muss. Aber ich will mich da an niemanden heran wanzen. Und da möchte ich es schon so beibehalten, dass ich Artikel hernehme und da meinen Kommentar dazu ablasse. Mein größtes Bloggerleiden ist doch aber: Es gibt zu wenige nützliche Artikel zum Thema.

Und was soll ich denn da kommentieren und erklären? Ich könnte Pressemitteilungen hernehmen. Aber wozu? Ich will mich ja nicht verkaufen. Und bei Pressemitteilungen besteht halt leider die Gefahr. Und somit könnte es sein, dass ich in größeren Abständen bloggen werde. Lieber sage ich nichts, als dass ich irgendwas unbrauchbares von mir gebe. Daran muss ich mich gewöhnen. Ach ja, das ist ja auch so ein Bloggerleiden. Aber wie las ich zu meinem Artikel bei LinkedIn?

Nimm dir die Zeit. Sie kommt nicht wieder

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3 Kommentare zu „Bloggerleiden in diesem Internetz“

  1. “Mein größtes Bloggerleiden ist doch aber: Es gibt zu wenige nützliche Artikel zum Thema.”
    Also wenn das SO ist, warum schreibst du diese dann nicht selbst? :-)

    Ist doch toll, wenn man merkt, dass es bei Thema X zu wenig gibt – wo ist das schon nocht der Fall? Eher drängt sich der Eindruck auf, es sei zu “allem alles” gesagt und zwar tausende Male. Stimmt zwar nicht, ist aber der gefühlte Eindruck inmitten des Information Overflows.

    Nebenbei: Selbstreferentielle Blogposts bringen IMMER die meiste Aufmerksamkeit. Ich sag nur “Blogsterben” – das kommt immer wieder und es schwurbelt verlässlich! Mit “Bloggerleiden” hast du eine schöne Variante erfunden, gestorben sind sie ja doch nicht.

    Mir geht es phasenweise auch so, dass mich Blogs langweilen. Meist finde ich aber in meinen 5 Blogrolls doch irgendwas, was mich interessiert – dafür hab ich da auch ein breites Spektrum verlinkt und nicht nur solche, mit deren Meinung ich einverstanden bin.

    Techblogs haben es schwer wegen der Konkurrenz der Youtuber. Habe mir grade (nach 5 Jahren) ein neues Handy zugelegt, ein Topmodell von 2018. Damals 900,-, jetzt 375,- – und verglichen mit dem alten Handy ist es ein Komplexitätsbolide mit unglaublich vielen Features, die oft tief in Menüs versteckt und nicht intuitiv auffindbar sind.
    Was mache ich? Forsche nicht etwa nach Blogs, sondern schaue mir dazu Videos auf Youtube an, die in aller Kürze und auf oft unterhaltsame Art das Handy vorstellen – und eben auch zeigen können, was damit zu tun ist. Super!

    Ich denke also, Blogs können nur bestehen, wenn sie das “Nach-denken” inspirieren. Die forcierte Bildlastigkeit moderner Blogs führt genau in die andere Richtung und viele halten ja auch nicht lange. Denn wenn es ums “Zeigen” geht, sind Videos einfach besser!

    1. Hallo Claudia,

      ja, die Artikel selbst zu schreiben, ist ja prinzipiell mein Ansinnen. Allerdings braucht man ja auch immer ein paar Quellen. Ohne diese funktioniert es ja nicht. Und da ist zu wenig derzeit zu finden. Ich hoffe ja, dass sich das noch ändert.

      Ja, “Bloggerleiden” ist eine gute Wortschöpfung. Meinst du, ich soll mir das patentieren lassen? So eine Lösung, wie du sie mit der Blogroll hast, habe ich ja auch und hab ich mir von dir abgeguckt. Es stimmt schon, dass man da immer etwas zu lesen findet. Aber vieles davon ist eben nicht gut genug für einen Aufhänger für einen eigenen Artikel. Ja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber das kann ich doch auch mal machen.

      Du hast Recht, Blogs sollten zum Nachdenken und Hinterfragen inspirieren. Da passt aber das ganze “ABC hat neues XYZ präsentiert”-Zeug gar nicht dazu. Na klar, mit Videos lässt sich vieles besser erklären. Ich habe zum Beispiel viel über das Selbstwickeln meines Dampfers auf YouTube gelernt.

  2. Vielleicht denkst du zu sehr an “Artikel im Web suchen, lesen. extrahieren, zusammenfassend berichten und den eigenen Senf dazu geben”.
    Wenn es zu deinen Wunschthemen so nicht viel gibt, gibt es vielleicht ANDERE Quellen: Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Institute, Menschen, die an sowas arbeiten…
    Das ist dann richtige journalistische Arbeit, aber du wärst mit dem sich ergebenden Content einzigartig!

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