20 Jahre „Life in the Streets“ von Prince Ital Joe & Marky Mark

Die 90er Jahre. Sie waren laut, sie waren nervtötend. Und sie brachten einiges an Musik unter die Leute, die dem geneigten Hörer heute immernoch über den Weg läuft. So war das mit dem Duo-Projekt Prince Ital Joe und Marky Mark eben auch. Leider ist der US-Amerikaner aus der Karibik inzwischen gestorben. Und der Rapper macht inzwischen einen auf Schauspieler. Aber das Album „Life in the Streets“ ist unvergessen.

Produziert wurde das Album von „U96“-Macher Alex Christensen und Prince Ital Joe. Es ist ein Album, das so beginnt, wie es aufhört, nämlich mit dem Titelstück. Man kann den Stil als eine Mischung aus Reggae, Eurodance und Rap bezeichnen. Vor 20 Jahren grölte man gern zu den Hits des Albums mit.

Nach dem kurzen Einspieler des Titelstücks als Opener folgt der große Nummer-1-Hit „United„. Es geht um Frieden und Liebe und dass irgendwann die ganze Welt vereinigt sein wird und kein Krieg mehr herrscht. Leider hat sich dieser Wunsch bis heute nicht erfüllt. „Rastaman Vibration“ zeigt dann schon die Hip Hop- und Reggae-Einflüsse der beiden. Ein sehr entspanntes Lied über die Probleme, in der Welt „von heute“ zu leben.

Die nächste bekannte Single folgt mit „Happy People“ auf den Fuß. Der Knaller mahnt den damaligen US-Präsidenten an, mehr für das einfache Volk der USA zu tun. Natürlich ist der Inhalt im nicht-englischen Sprachraum weniger bekannt. Es folgt dann der typische 90er-Jahre-Hip Hop mit „Nice to be Important„. Jeder ist auf seine Art wichtig. Das ist der Sinn des Liedes. Und sie können auch balladesk sein auf dem Album. „In Love“ ist eben eine typische Liebesschnulze, wie sie in den 90ern „in“ waren.

Mit typischen Eurodance-Klängen, gemischt mit Samba-ähnlichen Rhythmen, geht es dann nach „Babylon„. Für mich eins der besten Lieder des Albums. Babylon steht hier für das Elend der Welt, in der Kinder verhungern und Brutalität den Alltag bestimmt. Ein wunderbarer Reggae folgt mit „Love of a Mother„. Mutterliebe ist eben mehr Wert als jedes Geld der Welt. Und wer mag da nicht zustimmen?

Entspannt geht es weiter mit „Into the Light„. Irgendwann wird eben alles besser. Das ist der Sinn dieser Hymne. „In the 90’s“ klingt wie das uralte „Rapper’s Delight“ der Sugarhill Gang aus dem Ende der 70er. Die Begebenheiten in der „Hood“ werden beschrieben. Gewalt, Geschäfte, kleine Nettigkeiten, all das wird in diesem Lied beschrieben. Für mich ein Hörgenuss, aber sicher nicht für jeden.

Wir bleiben weitestgehend beim Hip Hop. „Prankster“ ist das vorletzte Lied dieses Albums und erzählt über blutjunge Kleinkriminelle. Abgeschlossen wird das Album – wie bereits angekündigt – mit dem Titelstück „Life in the Streets„. Kritische soziale Themen aus Marky Marks Heimatstadt Boston werden angesprochen. Das Leben auf der Straße ist hart und unbarmherzig. Das Lied ist allen Obdachlosen der USA gewidmet und es spricht die Hoffnung aus, dass es irgendwann nirgendwo mehr auf der Welt Obdachlose gibt.

Das Album ist eins der besten Eurodance-Hip Hop-Reggae-Alben der 90er Jahre. Besondere Höhepunkte sind in meinen Ohren „Rastaman Vibrations“, „Babylon“, „Love of a Mother“ und „Life in the Streets“. Schade ist, dass diese wunderbare Zusammenarbeit keine Fortsetzung fand. Aber die Scheibe, die Sie z.B. immernoch bei Amazon kaufen können, zeigt auf, wie gut Reggae (Prince Ital Joe), Hip Hop (Marky Mark) und Eurodance (Alex Christensen) zusammenpassen. Oder was meinen Sie?

Was Sie auch interessieren könnte:

Ein Kommentar

  1. Hallo Henning ,bin da ganz Deiner Meinung mit den Beiden + Alex.Passte damals wie Heute. Schade das es den Ital Joe nicht mehr gibt. Dieses Album kann man immer wieder hören ist irgendwie zeitlos
    und die Themen der Strasse wirds auch immer geben . Also werden Die Beiden immer in unsren Gedanken und Herzen weiterleben.
    Wenn mal wieder so einen Artikel hast lass es mich wissen.
    Gruß Markus aus Ravensburg

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.