Längst vergessen: „Sonnensage“ von Prinzip

Ich kam 1980 gerade in die Schule, als irgendwie meine Mutter vermutlich eine Schallplatte der DDR-Rockband „Prinzip“ gekauft hatte. Darauf die „Sonnensage“. Ich weiß nicht, irgendwie hatte mich das Lied immer unheimlich fasziniert. Und irgendwie ist das bis heute so geblieben. Und weil das so ist, werde ich einfach mal ein paar Takte dazu erzählen. Viele werden dieses Lied gar nicht kennen. Ideal zur Sommersonnenwende.

Die Sonnensage

Viele tausend Jahre ist es her. Oder soll es nur eine Sage sein? Zischend fiel die Sonne in das Meer. Und ein kaltes Dunkel brach herein. Und zusammen rückten Mensch und Tier. Jedes gab von seiner Wärme Glut. Bis aus vereinter Wärme hier eine neue, schöne Sonne wuchs. Viele tausend Jahre ist es her. Oder soll es nur eine Sage sein? Fällt die Sonne wieder in das Meer, fällt uns eine neue Sonne ein.

Wer waren denn Prinzip?

In der DDR waren Prinzip eine feste Rockgröße. Kopf Jürgen Matkowitz kam von der Uve Schikora Combo, die viel zu sehr einen auf Schlager machte. Er formte vor 45 Jahren die Band, in der Ende der Siebziger der heutige Puhdys-Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt trommelte. Zu der Zeit waren noch Rainer Kirchmann als Keyboarder und Frank Czerny als Bassist zugange. Sie haben Rock’n’Roll gemacht, aber mit enormer Keyboard-Dominanz.

Es erschien das Album „Der Steher“. Das ist die Platte, von der ich oben schrieb. Schöner geradliniger Rock wechselt sich mit kunstvollen Keyboard-Teppichen ab. Mal wird eine Alltagsgeschichte erzählt, mal geht die Fantasie mit ihnen durch. Und mittendrin befindet sich die „Sonnensage“. Darin ergießt sich all das Treiben der Band Ende der Siebziger, garniert mit einem Text wie direkt aus einer Fantasy-Saga.

Das Lied sticht alles andere auf dem Album aus: Wir haben harten Blues, treibenden Rock, mystische Gesänge, Keyboard-Teppiche, Rhythmus-Wechsel. Die Nummer thront irgendwie über dem gesamten Album. Das Lied ist immernoch sehr hörenswert. Und irgendwie ist die sagenhafte Geschichte über die Wärme, die man durch den Zusammenhalt erfährt, zeitlos. Finden Sie nicht auch?

Das Lied

Ich binde hier das Youtube-Video ein. Es ist freilich kein offizielles Video. Aber es ist trotzdem mit erweitertem Datenschutzmodus integriert.

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×SaveYourInternet

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

vielen Dank für Ihr Interesse. Leider steht unser Service heute nicht zur Verfügung. Wir protestieren gemeinsam mit der Autorenschaft der Wikipedia gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die im Parlament der Europäischen Union Ende März verabschiedet werden soll, und schalten unsere Seite für 24 Stunden ab.

Monatelang haben EU-Kommission, EU-Parlament und der EU-Rat im sogenannten Trilog hinter verschlossenen Türen an einem neuen EU-Urheberrecht gearbeitet. Im Kern geht es darum, die finanziellen Interessen der großen Medienkonzerne gegenüber Betreibern von Internetplattformen durchzusetzen.

Ausgetragen wird dieser Konflikt auf den Rücken der Internetnutzer und Kreativen. Diese müssen nach dem aktuellen Entwurf mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das freie Internet, wie wir es kennen, könnte zu einem „Filternet“ verkommen, in dem Plattformbetreiber darüber entscheiden müssen, was wir schreiben, hochladen und sehen dürfen. Denn das geplante Gesetz schreibt Internetseiten und Apps vor, dass sie hochgeladene Inhalte präventiv auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. Selbst kleinere Unternehmen müssten demnach fehleranfällige, teure und technisch unausgereifte Uploadfilter einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht einzuhalten (Artikel 11).

Wenn Sie unsere Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform teilen, werden Sie aktiv: