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Linienrichter bei der Arbeit - (C) taniadimas CC0 via Pixabay.de Linienrichter bei der Arbeit - (C) taniadimas CC0 via Pixabay.de

Haben wir einen Schiedsrichter-Skandal?

Es gibt im Fußball derzeit einige merkwürdige Schiedsrichter-Geschichten. Ob alles soweit richtig entschieden wurde, würde allenthalben den Rahmen sprengen. Dennoch darf man getrost hinterfragen, was da eigentlich in letzter Zeit in der Bundesliga und so los ist. Wie sieht man das bei den Verantwortlichen in Deutschland? Ist es wirklich so schlimm und verheerend, wie es derzeit immer wieder erzählt wird? Das ist mein Thema im Abwasch der Woche.

Was gab es denn so wichtiges?

Schiedsrichter-Entscheidungen, ob richtig oder falsch, standen in letzter Zeit gewaltig in der Diskussion. Grund ist auch das unsägliche Thema Videobeweis und Video-Schiedsrichter. Da wird gegen den Freiburger Verteidiger Çağlar Söyüncü ein Rempler und damit ein Foul beim Verteidigen nicht gepfiffen, das daraus resultierende Handspiel schon. Der Türke war dummerweise letzter Mann und hat angeblich eine Torchance direkt vereitelt, weshalb er vergangene Woche gegen den VfB Stuttgart nach 11 Minuten vom Platz flog.

Ein klares Handspiel von Thilo Kehrer vom FC Schalke 04 im Strafraum vergangene Woche beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg wiederum wurde gar nicht geahndet. Ebenso wenig, wie viele Fouls von Spielern des FC Bayern München gegen alle möglichen Gegner nicht geahndet werden. Stattdessen werden Dinge abgepfiffen und aufs Schärfste bestraft, die eigentlich nicht mal einer Ermahnung bedürfen. Teilweise wird dabei der Video-Schiedsrichter bemüht und das Spiel mehrere Minuten lang unterbrochen, damit solche Dinge heraus kommen.

Speziell die erwähnte Partie Schalke gegen Wolfsburg hatte es in sich. Hellmut Krug war bei dem Spiel Supervisor und hatte explizit diese Kehrer-Szene als nicht-Elfmeter-würdig eingestuft und das dem Schiedsrichter auch so mitgeteilt. Zuvor war eine nicht zu ahndende Situation von ihm als Elfmeter gewertet worden. Zweimal hatte er eingegriffen. Krug stammt aus Gelsenkirchen, die Stadt, zu der Schalke gehört.

Und so geht es munter weiter

Mittlerweile haben wir Bundesliga-Spieltage, bei denen man lieber erstmal nach einem Tor minutenlang einen Arbeitskreis bildet und darüber berät, ob es sich um ein korrektes Tor handelt. Supervisor und Video-Schiedsrichter greifen munter und aktiv ins Spielgeschehen ein, zerstören dabei Spielflüsse und verletzen dabei immer wieder die Autorität der leitenden Schiedsrichter. Aber auch den Schiedsrichtern selbst ist der Ärger sicher. Sie sollen unparteiisch die Partien leiten. Es gibt viele Situationen, in denen man seine Zweifel hat.

Schuld sind aber auch die Spieler selbst. Beim Pokalspiel RB Leipzig gegen Bayern München zum Beispiel diskutierten alle Spieler und Betreuer der Süddeutschen auf den Linienrichter ein, bis der seinen Schiedsrichter überstimmte und ein Foul an Emil Forsberg nach außerhalb des Strafraums verlegt wurde. Dass das richtig war, ist eine andere Sache. Aber so ein wildes Bedrängen gegenüber Schiedsrichtern darf einfach überhaupt nicht passieren.

Und so verliert man nach und nach die Lust daran, Fußballspiele zu sehen. All das gipfelte gegen Ende der Woche darin, dass eben jener Hellmut Krug nicht mehr Teil der Schiedsrichter-Ethikkommission ist, Herbert Fandel wird nicht mehr direkt die Schiedsrichter trainieren, Referee Manuel Gräfe soll die Klappe halten und nicht mehr als Video-Schiedsrichter arbeiten. Aber es wirkt so, als hat man da gar keine Lust, den Sumpf trocken zu legen.

Es hilft alles nichts

Jetzt hätte man denken können, dass nun alle Mann der Schiedsrichter-Gilde wenigstens versuchen würden, alles richtig zu machen. Klar, sie sind Menschen, und Menschen machen Fehler. Aber wozu gibt es die Schiedsrichter-Ausbildung, wenn es trotz des medienwirksam diskutierten Skandals ungebremst so weitergeht und Fouls gepfiffen werden, wo sich Spieler nicht einmal berühren und das auch von der Ferne her zu sehen ist? Es ist kein Wunder, dass Sport-Kommentatoren, die Zeitlupen etc. haben, nun sagen: „Tja, hier bin ich raus.“

Es hilft alles nichts. So wird es wohl so bleiben, dass der Videobeweis ein Instrument ist, das Hellmut Krug durchdrücken wollte und mit dem niemand umzugehen weiß. Und die Bayern werden weiter jeden umsäbeln können, gegen den sie spielen. Gleichwohl werden auch weiterhin die Bayern eine Ballett-reife Vorstellung abliefern dürfen, nur um einen Elfmeter-Pfiff zu provozieren. Es macht alles einfach keinen Spaß, wenn ich das so sehe.

Galgenhumor

Wenn wir noch einmal auf die beiden jüngsten Spiele von RB Leipzig gegen Bayern München zurückschauen, dann kann man es wirklich nur noch mit Humor nehmen. Klar, die Entscheidungen waren in allerletzter Konsequenz nicht so komplett falsch. Nur müssen sich die Schiedsrichter inklusive Linienrichter und Video-Schiedsrichter vorwerfen lassen, dass gleiche Regeln RB Leipzig gegenüber sehr eng und den Bayern gegenüber sehr weit ausgelegt haben. Sonst hätte es auch Platzverweise gegen Thiago und Vidal geben müssen.

Man kann es eigentlich nur noch mit Galgenhumor nehmen. Und dazu habe ich einen schönen, launigen Artikel gefunden. Hoffen wir mal, dass die Schiedsrichter-Gilde sich selbst mal ein Herz fasst und ihr seltsames Verhalten beendet. Denn so schaden sie allesamt der Liga. Denn wie wir in Champions League und Europa League haben sehen dürfen: Im direkten Vergleich ist die Bundesliga gar nicht so stark. Und mich würde es nicht wundern, wenn es auch an den Schiedsrichtern liegt.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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