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Deutschland-Flagge - (C) stux CC0 via Pixabay.de Deutschland-Flagge - (C) stux CC0 via Pixabay.de

Deutschsein unerwünscht

Wie ich es hasse, wenn ein Bürger eines Landes anderen Bürgern des gleichen Landes das Recht abspricht, das eigene Heimatland gut zu finden. Aber Sie werden lachen, das Phänomen stellt man vor allem Deutschland fest. Und hier insbesondere bei deutschen Nutzern sozialer Netzwerke. Was gibt ihnen das Recht, so drauflos zu schimpfen? Mancher ist halt mit nichts zufrieden. Aber muss das sein?

Schlandifiziert

Ich habe das so oft mitbekommen, als die Europameisterschaft in Frankreich stattfand: Man hat sich darüber mokiert, dass deutsche Autofahrer schwarz-rot-goldene Überzieher über ihre Motorhaube oder / und die Seitenspiegel gezogen haben. Das würde sich nicht gehören. Das sei abartig. Aber mir kann niemand auch nur den Hauch einer Idee geben, warum das so sein soll. Es wird halt einfach geschimpft.

Wir alle kennen die Berichte zur Europameisterschaft. Haben Sie nicht die Bilder aus Lissabon oder Porto oder woher auch immer in Portugal gesehen? Fahnen, Überzieher für’s Auto, in den Landesfarben geschminkte Menschen. Leute anderswo werden dafür gefeiert, wenn sie ihren Stolz auf ihre Nation ausleben. Aber hier wird man dafür beschimpft. Warum ist das so? Das kann mir niemand erklären.

Deutschtümelei

Marchons, marchons! // Qu’un sang impur // Abreuve nos sillons!

Das ist ein Ausschnitt aus der Marseillaise, der französischen Nationalhymne. Wann immer es passt, wird sie gesungen. Franzosen brüllen sie lauthals in die Gegend. Völlig normal. Auch bei der Europameisterschaft. In Deutschland wird man schon einigermaßen schief angeschaut, wenn man anregt, das Deutschlandlied zu singen. Erinnern Sie sich? Das ist das hier:

Einigkeit und Recht und Freiheit // Für das deutsche Vaterland!

Wenn die Rede von Nationalstolz ist, dann zollt man anderen Nationen Respekt. In Deutschland aber heißt das Ganze „Deutschtümelei“, und aus Nationalstolz wird Nationalismus in den Augen mancher Leute. Deutschtümelei bedeutet dabei die aufdringliche Betonung des „typisch Deutschen“. Allerdings kommt das Ganze von den keltischen Bewohnern westeuropäischer Gebiete.

Eine Bitte

Hören wir doch einfach auf, so völlig unsinnig auf dem Nationalstolz herumzutrampeln. Vieles, was ich so den sozialen Netzwerken lese, ist schlichtweg Unsinn. Man ist kein Nazi, wenn man stolz auf seine Nation ist. Ich kann diesen Quatsch nicht mehr lesen. Nationalstolz – oder anders gesagt: Patriotismus – ist etwas völlig normales. Es geht nicht um Nationalismus. Es geht um kein „Deutschland den Deutschen“.

Jeder Mensch sollte patriotisch genug sein, als Bürger seines eigenen Landes durchzugehen. Schauen wir mal in die USA, die solche großen Probleme innerhalb der Nation haben. Aber die würden sich doch nie und nimmer den Patriotismus nehmen lassen. Russland dito. Warum bekommen wir das in Deutschland nicht hin? Klar, weil „der Deutsche“ immer jammern muss. Das darf aber nicht so weit gehen, dass man sich im eigenen Heimatland nicht mehr trauen darf, stolz auf seine Heimat zu sein.

Und das hat nichts mit – wirklich überhaupt nichts – mit Nationalismus und ethnischer Säuberung und all den schlimmen Dingen zu tun. Aber neben den Problemen im Land darf man gern mal ein bisschen patriotisch sein. Das hat noch niemandem geschadet. Man muss deshalb noch lange nicht PEGIDA und Co. gut finden. Aber dieses ständige Schimpfen habe ich einfach satt.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Deutschsein unerwünscht

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