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Wilhelm-Leuschner-Platz mit Blick in Richtung Uniriesen in Leipzig Wilhelm-Leuschner-Platz mit Blick in Richtung Uniriesen in Leipzig

Home is where the heart ist – Die Heimat wird missbraucht

Derzeit wird im Internet von deutschsprachigen Nutzern der Begriff Heimat diskutiert. Wohl dem, der eine hat. Warum wird das diskreditiert? Da holen irgendwelche weit und vermutlich gut vernetzte Leute die Nazikeule raus und hauen um sich, wie nationalistisch geprägt der Begriff ist. Ich weiß nicht, das fühlt sich irgendwie falsch an. Aber das müssen diese Leute alle selbst wissen. Ich schreibe mal meine Meinung dazu auf.

Der Begriff Heimat erscheint ihnen fremd. Und das Konzept dahinter auch. Der Begriff Heimat soll „typisch deutsch“ sein. Na, wenn sie meinen. Wie ist es aber mit der englischen Verwendung „Home“ für Heimat? Zückt da auch jeder die Nazikeule? Ich denke nämlich, alles mögliche als nationalistisch zu bezeichnen, was irgendwie mit den eigenen Wurzeln zu tun hat, ist auch typisch deutsch. Ja, das mag ein falscher Gedanke zu sein. Aber das ist nun einmal das, was ich dazu denke.

Ist es denn falsch, irgendeinen Ort als seine Heimat zu bezeichnen? Heimat wird mit Zuhause oder Daheim gleich gesetzt. Nicht umsonst sagt man, dass Heimat das ist, wo man sich zuhause fühlt. Oder warum sollte es sonst solche Sendungen wie „Dahoam is dahoam“ im Bayrischen Fernsehen geben? Jeder Mensch sollte stolz auf seine Heimat sein. Egal, wo die ist. Das hat nichts mit Nationalismus oder sonst irgendeinem Ismus zu tun. Aber man darf doch gern mal wissen, wo man hingehört oder wo die eigenen Wurzeln sind.

Ich bin Leipziger. Unser Klein-Paris wird immer meine Heimat sein. Deshalb rege ich mich ja immer wieder darüber auf, wie mit der Stadt umgegangen wird. Ob es marodierende Extreme sind, ob es Fehlentscheidungen der Stadtverwaltung sind, ob es Stars mit verbalen Entgleisungen über die Stadt sind. Man kann sich ewig darüber aufregen, in welches Licht sie alle Leipzig rücken. Das ist in etwa so, als würde einem irgendwer ins Bett pinkeln.

Mir ist schon klar, woher die Sprüche kommen, dass Nutzern der Begriff Heimat fremd geworden ist. Da gibt es spinnende Gruppierungen, die sich als Heimatschutz aufspielen und eigentlich nur jeden nicht typisch-deutsch aussehenden Menschen aus dem Land haben wollen. Aber deshalb hat man doch als Mensch immernoch eine Heimat. Ich habe keine Ahnung, wie diese Leute auf die Idee kommen können, dass dem nicht so ist. Was haben die denn dann? Wer keine Heimat hat, ist doch eigentlich der ärmste Mensch auf der ganzen Welt.

Ich kann immer wieder davor warnen, irgendwas vorschnell von sich zu geben. Natürlich ist die Heimat wichtig. Ob es der Weltenbummler ist, der nach Jahren wieder nach Hause kommt, oder sonstwer: Alle werden behaupten, dass sie eine Heimat haben. Dass der Begriff von einschlägigen Gruppierungen missbraucht wird, ist schäbig und darf in meinen Augen nicht sein. Dass aber jemand behauptet, der Begriff sei falsch und das Konzept sei falsch, ist ebenso schäbig.

Wohl dem, der einen Fleck auf der Erde seine Heimat nennen darf. Derjenige ist reicher als alle, die den Begriff für irgendwelchen Schwachsinn missbrauchen. Viele Menschen haben aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verloren. Und die würden alles dafür geben, wieder eine zu haben. Denen haut man mal eben gewaltig mit der Faust ins Gesicht, wenn man solche Sprüche äußert. Vielleicht sollten solche Leute, die den Begriff für falsche Zwecke missbrauchen, das lieber unter sich ausmachen. Viele wollen das nämlich gar nicht wissen. Und das hat nichts mit Nationalismus zu tun.

Alexas_Fotos / Pixabay

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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