Skip to main content
Downtown Train: Die Hochbahn - (C) Alexas_Fotos CC0 via Pixabay.de Downtown Train: Die Hochbahn - (C) Alexas_Fotos CC0 via Pixabay.de

Längst vergessen: „Downtown Train“ von Rod Stewart

Ende der Achtziger kam Rod Stewart mit einer Nummer daher, die wir dann auf Abschlusspartys und dergleichen in der „langsamen Runde“ gespielt hatten. Ja, so etwas gab es tatsächlich mal, die Älteren werden sich erinnern. Zur Abschlussparty von meiner Schulklasse damals hatte ich den DJ gemacht und erlebt, wie „Downtown Train“ wirkt. Die Teenager haben die ersten Liebeleien und schwofen übers Parkett. Und das, obwohl das Lied eigentlich gar nicht so schwofig war. Aber es hatte eben immer seinen Reiz.

Da draußen hat der Vollmond wieder ein Loch in den nächtlichen Nebel gebohrt. Ich klettere zum Fenster raus und gehe die Straße runter. Ich strahle wie eine neue Münze. Die Züge in die Innenstadt sind voll mit den Mädchen aus Brooklyn, die mit aller Macht aus ihrer kleinen Welt ausbrechen wollen. Da winkst du mit der Hand, und sie sprengen auseinander wie Krähen. Sie haben nichts an sich, was das Herz fesseln könnte. Sie sind nur Dornen ohne die Rose. Nimm dich vor ihnen in der Nacht in Acht. Wäre ich deine Wahl, um dein Einziger zu sein, kannst du mich jetzt nicht hören? Ich kenne dein Fenster, und ich weiß, es ist spät. Ich kenne deine Treppe und deine Tür. Ich laufe deine Straße entlang, vorbei an deinem Eingang. Ich stehe an der Laterne an der Kreuzung. Und ich beobachte sie, wie sie alle vor dir zu Kreuze kriechen. Sie bekommen alle ihren Herzinfarkt. Sie bleiben auf dem Rummel, aber sie gewinnen dich nicht zurück. Werden wir uns heute Abend im Zug in die Stadt treffen? Es ist jeden Abend das Gleiche: Du lässt mich hier einsam zurück. Und alle meine Träume fallen wie Regen auf den Zug Richtung Innenstadt.

Ist es nicht melancholisch? Wer als heranwachsender Mann den Text kannte, konnte bei den Mädels schon ein Leuchten in den Augen fabrizieren. Das ist eins der Lieder, an das ich mich am besten erinnere, was das Ende meiner Schulzeit betrifft. Im Spätherbst 1989 kam Rod Stewart mit seiner Cover-Version des Tom Waits Stücks um die Ecke, und im Frühling 1990 war das Lied dann auf unserer Abschlussparty. Meine Fresse, konnte man damit damals Eindruck schinden. Ich ja nicht, denn ich war halt der DJ. Aber sonst drifteten die sich damals gefundenen Pärchen über die Tanzfläche des Tanzsaals. So war das zu der Zeit.

So ein überragender Fan von Rod Stewart bin ich eigentlich nicht. Aber „Downtown Train“ fand ich schwer beeindruckend. Das Lied voller Melancholie, dass das Hinterherschmachten keine Früchte trägt, das traf auf viele Teenager damals zu. Irgendwie erinnert man sich bei so einem Inhalt daran, dass man doch auch schon daran gedacht hat, wenn man die Angebetete mit anderen flirten sah: Die sind doch eh alle nichts für dich. Ja, es ist eine Liebesschnulze. Aber eine wunderbare mit einer ziemlich guten Instrumentierung. Meine Güte, über ein viertel Jahrhundert ist das schon her.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.