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Stimme aus dem Jenseits: Die VZ-Netzwerke leben noch?

Kennen Sie das? Eigentlich ist jemand schon lange tot, aber dann meldet sich dieser jemand. So ging mir das auch mit den VZ-Netzwerken. Kennt die noch jemand? Das waren diese Netzwerke, die mal groß Mode waren und lange Zeit das Maß aller Dinge im deutschsprachigen Internet. Aber nachdem Facebook und Co. die Kontrolle übernommen haben, sind unzählig viele Nutzer von den VZ-Netzwerken abgehauen, und eigentlich wurden diese Seiten schon für tot erklärt. Aber irgendwie ist das mit dem Sterben gar nicht so einfach, wie mir scheint.

Vor vier Jahren machte eine Meldung die Runde, dass eine Firma namens Poolworks die VZ-Netzwerke übernommen haben soll. Und ich hatte dann über die „richtigen“ sozialen Netzwerke mitbekommen, dass man aufgrund dieser Meldung die VZ-Netzwerke für tot erklärte und schon mal beerdigte. Na gut, das war ja nun nicht weiter schlimm. Ich hatte zwar vergessen, meinen Account dort zu löschen. Aber ich hatte letztlich keinerlei Bezug mehr zu meinVZ.

So lebte ich gut. Und ich war zufrieden. Was gingen mich die VZ-Netzwerke an? Da war meines Wissens nach eh niemand mehr registriert, den ich irgendwie kannte. Und nachdem es hieß, dass die Seiten unter einer neuen Domain neu gestartet werden sollen, habe ich mir auch keine Gedanken gemacht. Denn so müsste ich ja dann spätestens auch meinen Account dort loswerden. Ich vergaß schließlich das Konglomerat aus sozialen Netzwerken und Schülerhilfen für lange Zeit.

Und dann erschrak ich mich zu Tode. Eine Email aus der Hölle. Von den Untoten. Webseiten werden zu Zombies. Irgendwie zucken die VZ-Netzwerke immernoch vor sich hin. Nur diesmal haben sie in einer Seance Sitzung über das Medium Email Kontakt zu mir aufgenommen. Die Email – nach den Kopfzeilen-Informationen stammte die echt von meinVZ – fragte mich, wo ich denn bleibe. Das Netzwerk würde mich vermissen. Und sie haben alles ganz doll neu gemacht. So etwas eben.

Also nahm ich all meinen Mut zusammen und rief die Webadresse auf. Nein, ich nahm nicht die aus der Email. Und jedenfalls begab ich mich ins Tal der Toten. Ich hatte natürlich keinen Schimmer mehr, wie mein Passwort dort lautete. Ich setzte es also zurück. Und danach bekam ich Einlass. Nett haben sie es dort. Immernoch in zartem Orange-Weiß. Immernoch dröge mit Funktionen, deren Sinn sich nicht auftut. Mit anderen Worten: Was auch immer die VZ-Netzwerke als ganz doll neu empfunden haben, versteckte sich hervorragend.

Ich sah keinen Grund, mich auch nur eine Sekunde länger dort aufzuhalten. Gut, ich sah noch kurz nach meiner Freundesliste, die – wie zu erwarten war – leer ist. Und dann habe ich das einzig richtige getan: Ich habe endgültig meinen Account gelöscht. So bekomme ich wenigstens keine Email mehr aus dem Reich von Hades, dem Herren der Unterwelt. Ich werde meinVZ nicht vermissen, es ging ja auch schon jahrelang ohne.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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