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Hass - (C) johnhain CC0 via Pixabay.de Hass - (C) johnhain CC0 via Pixabay.de

Wie frei ist die Meinung, die ein Blogger haben darf?

Meinungsfreiheit – das ist doch das, was wir immer wieder hochhalten und immer wieder dem Gegenüber nicht einräumen. Ist das denn noch gut? Ich meine, jeder Mensch sollte seine eigene Meinung haben, äußern und vertreten dürfen. Und wenn jemand die Meinung anderer nicht akzeptiert, ist das doch auch so eine Art Meinungsäußerung. Das Ding mit der Meinungsfreiheit ist schon eine verflixt komplizierte Geschichte, oder? Deshalb schrieb ich ja schon mal darüber.

Wir sollten froh sein, dass wir hier in Deutschland noch in der komfortablen Situation sind, unsere Meinung frei äußern zu können. Und ich meine damit, dass ich bei einer Kritik an den politischen Verhältnissen hierzulande nicht gleich mit Repressalien rechnen muss. Das mag anderswo anders sein. Jeder hat sicher schon von dem Blogger gehört, der aus Saudi-Arabien stammt. Raif Badawi wurde für seine Meinungsäußerung zu 1000 Stockhieben und 10 Jahren Haft verurteilt. Nur für seine Meinung? Leute, das geht doch entschieden zu weit.

Ich kann eben hier in Deutschland in meinem Blog immernoch schreiben, dass ich mit dem, was politisch abläuft, nicht einverstanden bin. Und ich kann auch darüber schimpfen. In dem oben verlinkten Artikel schrieb ich ja darüber, dass ein Rant, also eine Wutrede, auch oftmals die Leser unterhält. Und wenn ich über die Politik schimpfe, dann ist das eben so. Es läuft bei weitem nicht alles glatt in Good Old Germany. Trat mir da eine bewaffnete Horde Staatsdiener schon mal die Tür ein? Nein. Und so lang ich mich an Recht und Gesetz halte, wird das auch so bleiben. Und ich habe nicht vor, etwas daran zu ändern.

Ich meine, ich kann ja meine Meinung frei äußern. So, wie sich der so genannte Islamische Staat aufführt, kann ich diese Leute ja auch als eine Horde hinterwäldlerischer und gut organisierter Massenmörder nennen, wenn es doch stimmt. Die begehen nun einmal Massenmord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und so. Darüber darf man gern schimpfen. Oder findet das irgendwer gut, was dieser Haufen so treibt?

Aber es ist irgendwie immer so, dass ich erhöhte Zugriffe aus den USA, Großbritannien, Frankreich und dem Nahen Osten habe, wenn ich diese Thematik anschneide. Vielleicht führt da jemand irgendwelche Akten. Als gelernter DDR-Bürger weiß man, wie sich das anfühlt. Aber deshalb werde ich mich trotzdem nicht in meiner Meinung beschränken. Es ist einzig und allein meine Entscheidung, ob ich irgendwas zu einem Thema erzähle oder nicht. Meine Meinung ist frei. Das ist ja der Luxus, den wir in Deutschland haben.

Moment! Es gab ja auch schon Drohungen gegenüber Schreiberlingen wie mich, wenn sie sich zu kritisch gegenüber PEGIDA und Co. geäußert haben. Ist etwa PEGIDA die deutsche Version des Islamischen Staates? Oh, da wird mir einiges klar. PEGIDA ist ja genauso rückwärts gewandt wie IS – also DAESH. Und PEGIDA hat auch gewaltbereite Leute in ihren Reihen. Gut, die erschießen nicht einfach mal so wehrlose Landbevölkerung, weil die nicht so leben wie es DAESH vielleicht gern hätte. Aber Moment, PEGIDA wird ja immer mal wieder in Verbindung mit brennenden Flüchtlingsheimen gebracht.

Es ist ein Teufelskreis. Ich will das gar nicht weiter kommentieren. Ansonsten verrenne ich mich in irgendwas. Ich weiß nicht, ob das PEGIDA-Leute waren. Ich weiß aber auch nicht, ob sie es nicht waren. Daher halte ich mich da raus. Das führt jetzt auch alles ein wenig weit. Jedenfalls wird man schon mal mit Drohungen konfrontiert, wenn man als deutscher Blogger irgendwas kommentiert, was nur Deutschland betrifft. Insofern ist die Meinung dann in Deutschland auch nicht ganz frei. Zwar vor der Verfassung. Aber nicht vor irgendwelchen wildgewordenen Truppenteilen.

Als Blogger trägst du natürlich auch dazu bei, dass sich Menschen irgendwie besser verstehen. Manchmal habe ich ja einen Artikel, in dem ich irgendwas erkläre. Und da man sich als Blogger immer mal belesen muss, bekommt man auch jede Menge mit. Mittlerweile habe ich ja auch gelernt, wie das mit dem Recherchieren ist. Und wenn du als Blogger nicht einfach mal den Finger in die Wunder legst, denkt auch niemand mal ein paar Schritte weiter. Denn als Blogger will man sich nicht damit abfinden, dass man nur kommentiert, dass die Verhältnisse schlechter werden.

Ich habe generell etwas gegen Hass. Ob es nun der Hass von Sunniten auf Schiiten ist, der Hass von Betonschädeln auf Homosexuelle, der Hass von Ewiggestrigen auf alles, was etwas anders ist – Ich finde, man darf sich gern erstmal mit einer Sache auseinandersetzen, bevor man sie kategorisch ausschließt. Brandherde gibt es auf der Welt genug. Und wenn ich dazu nicht mehr meine Meinung sagen darf, dann ist die Spezies Mensch auf diesem Planeten irgendwie fehl am Platz.

Klar, Hass ist auch eine Art Meinung. Aber wenn Hass mit Gewalt durchgesetzt werden soll, ist das verachtungswürdig. Das geht mir entschieden gegen den Strich. Ernsthaft. Und deshalb habe ich dagegen etwas. Man mag mich da jetzt bekloppt finden oder nicht, es ist eben meine Meinung. Und die lasse ich mir auch nicht nehmen. Das wäre ja noch schöner!

Ja, das Thema ist endlos, weshalb ich auch bei knapp 900 Worten angekommen bin. Das Thema sollte uns noch viel länger und intensiver beschäftigen. Vielleicht ist es dann nicht ganz so schlimm. Mich hat übrigens der Artikel von Peter Bellstedt zu dem Artikel hier getrieben. So ist das manchmal. Oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Wie frei ist die Meinung, die ein Blogger haben darf?

  1. Hallo Henning,
    das Ding mit der Meinungsfreiheit ist hier in Deutschland auch so eine Sache. Man bekommt zwar nicht gleich den Kopf abgehackt, doch es wird sich wie die Geier auf die Person gestürzt, die den öffentlichen moralischen Vorstellungen oder dem Mainstream entspricht. Wenn am ende kein Schaden für die Person entsteht, hat sie wirklich Glück gehabt. Meistens ist das fast so schlimm, wie den Kopf zu verlieren. ;) ;)
    Die Leute haben eben zu viel Zeit. Doch stattdessen sich mit der Meinung zu beschäftigen oder gar zu akzeptieren und sachlich zu diskutieren …
    Ach, da war ja was. Sachlich diskutieren? Das können viele nicht mehr und schon läuft alles auf der persönlichen Schiene ab.
    Tja, Meinungsfreiheit, ein schönes geflügeltes Wort. :)
    LG Timm

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