Hass im Netz - Was Blogger dann machen - Bild von Comfreak auf Pixabay

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Hass im Netz – Was Blogger dann machen

Es gibt viele Menschen, die Hass im Netz erleben. Darunter gibt es Leute, die können damit besser umgehen. Und manchen gelingt das leider eher weniger gut. Allen gemein ist, dass man den Eindruck hat, dass man nicht mehr frei, klar und deutlich äußern darf, was einen umtreibt. Damit ist eine rote Linie überschritten. Gerade in den sozialen Netzwerken greift das Thema immer mehr um sich. Ja, das ist schon seit längerem der Fall. Aber gerade zu Corona-Zeiten eskaliert das Ganze richtig.

Was versteht man unter Hass im Netz?

„Die Vernünftigen verlieren eine Stimme“ – Das schrieb ein guter Bekannter neulich auf Facebook. Na gut, was heißt guter Bekannter? Wir sind uns noch nie persönlich begegnet. Aber wir teilen gewissen Ansichten. Und stehen in Kontakt und folgen einander und tauschen uns aus. Jedenfalls hat er neulich geschrieben, dass er und seine Frau in den letzten Wochen auf das Übelste beleidigt und bedroht wurden. Seine Konsequenz daraus: Anzeige und Fresse halten.

Wir alle haben bereits vom Hass im Netz etwas mitbekommen. Das geht über „Du Vollidiot“ bis hin zu „Du F…tze“. Aber wenn dann – wie ich es bei allen möglichen Leuten schon gesehen habe – am Hauseingang eine Schlinge hängt, im Briefkasten Briefumschläge mit weißem Pulver zum Vorschein kommen, wenn es nachts Drohanrufe und Sturmklingeln gibt, dann muss man irgendeine Konsequenz ziehen. Wenn der Hass im Netz physisch und real wird, ist man als Vernünftiger einfach mal raus.

Hass im Netz macht etwas mit einem. So drastisch habe ich es eigentlich nie erlebt. Aber ich hatte ja auch irgendwann die Reißleine gezogen. Klar, es gibt eine Meldestelle für Internethetze. Aber ernsthaft: Wer akut bedroht wird und echten Hass im Netz erlebt, der denkt nicht an eine Meldestelle. Der sieht zu, dass man heil aus der Sache rauskommt und nicht noch irgendwas ernsthaftes passiert.

Was Hass im Netz direkt ist, steht ausführlich in der Wikipedia. Fakt ist, dass dadurch Menschen mundtot gemacht werden. Ich habe meine politischen Kommentare auf ein Minimum reduziert. Andere verabschieden sich von den sozialen Netzwerken. Wieder andere verschwinden komplett von der Internet-Bühne. Mein Bekannter schrieb von den Vernünftigen, die an Stimme verlieren. Und genau das wollen die Populisten erreichen.

Sollte man denn nicht lieber…

Die derzeitige Corona-Lage ist diffus und unübersichtlich und deshalb eben auch so brandgefährlich. Mir wurde schon des Öfteren gesagt oder geschrieben, dass ich denjenigen ankotzen würde mit meiner Panikmache. Ich erhielt auch mal Mitteilungen, dass man lieber die Mauer wieder aufbauen und „den Osten zuscheißen“ sollte. Sorry für die Wortwahl, aber wie hätte ich es besser darstellen sollen?

Sollte man sich denn dann nicht lieber verteidigen? Ich meine, mir ist meine Gesundheit lieb und teuer, weshalb ich mich seit fast einem Jahr verschanze. Wenn ich es doch nur noch eindringlicher begründen würde… Nein, das hilft alles nichts. Mit diesen Leuten braucht man keinerlei Engagement mehr, um da irgendwas zu erklären. Man wird bei jeder besseren Gelegenheit bepöbelt und beleidigt. Darauf habe ich keine Lust. Dann macht doch euren Kram allein.

Nein, diese ganzen Dinge machen etwas mit dir. Wir schwafeln alle von Meinungsfreiheit. Aber genau genommen gilt die doch nur gegenüber den Menschen, deren Meinung uns genehm ist. Alle anderen Meinungen werden als dummes Zeug abgetan. Ich nehme mich da nicht aus. Aber das solltet ihr auch nicht. Wir können zwar mit der Erkenntnis den Hass im Netz nicht zähmen. Aber wir können vielleicht wieder mehr Vernunft walten lassen.

Jetzt ist der Uhle eingeknickt

Ich habe irgendwann mal erzählt, dass ich mich politisch nicht mehr wirklich äußern werde. Das hat exakt mit dem zu tun, was ich oben geschildert habe. Aber auch dafür wurde ich kritisiert, weil man mich bisher als eine der Stimmen der Vernunft wahrgenommen hatte. Aber soll ich denn wirklich aufs Spiel setzen, dass ich ein gut gehendes Privatleben und Gesundheit habe, nur um am Ende Recht zu haben?

Ja, schimpft nur, dass der Uhle eingeknickt ist. Wenn du aber zu ein und demselben Thema von beiden extremen politischen Lagern in das jeweils andere Lager gequatscht wirst, fehlt dir jegliche weitere Diskussionsgrundlage. Dann muss ich mich eben damit abfinden, dass politische und gesellschaftliche Diskussionen ohne mich stattfinden müssen. Das ist es mir nicht wert, dass ich mich dem Hass im Netz aussetzen muss und vielleicht sogar echte Nachteile davon habe.

Mich würde mal interessieren, wie ihr das so seht. Lasst mir einfach eure Meinung in den Kommentaren da. Bewahrt aber den guten Ton. Ich möchte nicht, dass sich Hate Speech und ähnliches Kroppzeuch hier fortsetzt. Aber eure Meinung interessiert mich schon.

Hass im Netz - Was Blogger dann machen - Bild von Comfreak auf Pixabay
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6 Kommentare zu „Hass im Netz – Was Blogger dann machen“

  1. Hi Henning,
    Hass im Netz – ja, das ist ein sehr unschönes Thema, was wie ein Flächenbrand auf den sozialen Medien um sich greift. Besonders aufgefallen ist mir dies zuerst auf TikTok, da es dort wirkliche Schutzmechanismen gibt. Ich hatte da mal einen Beitrag zu geschrieben. Brauchst nur bei google: TikTok und Hater eingeben, dann bin ich direkt oben..
    Am Anfang waren es die Trolle – zwar Vollidioten, die nur eine Diskussion mit blöden Kommentaren störten, jetzt ist es aber massiver Hass. Das hat eine völlig andere und inakzeptable Form angenommen.
    Leider wird da aber zu wenig gegen getan. Und das motiviert solche Leute es weiter zu tun. Und Corona fördert bei einigen Zeitgenossen deren ganzen Charakter zu Tage. Einige waren schon immer dumm und ein Arschloch – bei Corona zeigen Sie es nun ganz offen, weil Sie sich in der Masse stark fühlen – weil die Intelligenten eben nicht lauthals bölkend durch die Straßen ziehen – leider sind Sie eben auch dafür zu dumm, um zu bemerken, dass nicht der, der am lautesten rumkrakeelt Recht hat..
    Während Corona habe ich einige Leute aus meinem privaten Umfeld geschmissen. Halbe Reichsbürger, die können von mir aus denken was Sie wollen, so lange es mich nicht betrifft. Wie hat mal jemand gesagt „das muss eine Demokratie aushalten“. Solange Sie nicht direkt der AfD oder noch schlimmer angehören lass ich jedem seinen Glauben – dann ist auch das nicht akzeptieren dieser Regierung, wohl durch die Meinungsfreiheit gedeckelt. Wenn Sie aber Einfluss auf meinen Mikrokosmos haben, werd ich sauer. PC-Probleme vor Ort lösen? Aber keine Maske tragen wollen, weil Corona ja nur eine Grippe ist? Und natürlich lässt man sich nicht impfen – dann bin ich raus!
    Warum ich das private Umfeld mit einbeziehe? Weil meiner Meinung nach auch da zu wenig eingeschritten wird. Ich gehöre auch zur Risikogruppe und habe keinen Bock an dieser Scheisse zu verrecken, bloss weil wieder ein Vollpfosten im Bus keine Maske getragen hat und weder der Fahrer noch staatliche Kontrollorgane mal vehement zeigen, dass das nichttragen von Masken Konsequenzen hat und das im hohen dreistelligen Eurobereich.
    Und wenn schon im normalen Umfeld nicht wirklich eingeschritten wird, dann kann man davon ausgehen, dass im Internet noch lascher dagegen vorgegangen wird.
    Bei Facebook bin ich schon lange nicht mehr, TikTok habe ich nach ein paar Monaten verlassen – der Hass wurde mir da zu allgegenwärtig, bei Twitter wird es auch merklich stärker. Scheinbar ist man nur auf seinem eigenen Blog sicher, denn dort entscheide ich, wer kommentieren darf. Und das ist auch gut so…

    1. Hi Peter,

      das wusste ich noch nicht, dass ausgerechnet TikTok da positiv heraus sticht keine Ausnahme ist, und wenn, dann eine besonders negative (Ich habe natürlich den Artikel gefunden und gelesen, daher die Korrektur). Ich such dann mal den Artikel. Trolle hatte ich hier im Blog auch. Erst bin ich auf sie eingegangen. Aber die Dinger soll man ja nicht füttern. Deshalb habe ich es dann gelassen.

      Ja, Hass ist dagegen schon gefährlich. Allerdings habe ich auch erleben dürften, dass eigentlich intelligente und weltoffene Menschen in den Kanon einstimmen, dass das mit Corona eigentlich… ach, lassen wir das. Es sind also nicht nur die Doofen, es geht viel weiter durch unsere Gesellschaft.

      Wir haben im engsten Umfeld Risiko-Patienten. Die wollen wir schon noch eine Weile in unserer Blase – sprich: Familie – haben. Deshalb macht man ja die ganze Turnerei mit. Ich kann das durchaus alles nachvollziehen, was du da schreibst. Und ja, die Konsequenzen sind echt lasch. Und deshalb ist man da recht mutlos.

      Das Alles hat mit Hass und Hetze und Missgunst und so weiter und so fort zu tun. Und die gibt es nicht bei mir im Blog. Ich lasse jedem seine Meinung. Aber nur, wenn jeder oberhalb der Gürtellinien bleibt und auch anderen die Meinung lässt. Sonst bin ich halt Diktator.

  2. Hallo Herr Uhle,
    ich finde den Artikel von Ihnen sehr wichtig und leider war und ist er bei mir immer noch Thema. Ich hatte als der Blog unter anderem über Facebook bekannt wurde, auch das Problem mit den Hassrednern. Dieses habe ich über die moderierte Kommentarfunktion erledigt. Offene Diskussionen führe ich nur auf meinen eignen Plattformen, auf die man nur mit einem Patreon-Zugang kommt. Auf diese Art habe ich mir Ruhe verschafft. Denn ich werde nicht schweigen, wenn irgendwer Hass im Netz verbreitet. Ich äussere mich kritisch zu allem was irgendwie die persönliche Freiheit bedroht.
    Personen die meinen Corona sei nur ne Normale Grippe haben in meinem Umkreis nichts verloren.
    Maskenverweigerer haben in meinem Umfeld nichts verloren.
    Menschen die meinen Sprache müssen zensiert werden, haben in meinem Umfeld nichts verloren.
    Personen und Organisationen die meinen Wissenschaft zu missbrauchen um Dogmen zu verbreiten, demaskiere ich mit Vergnügen.
    Wer mir im Realen Leben an den Kragen will, bekommt Probleme, (Strafantrag zu stellen, ist relativ simpel)
    Liebe Grüsse
    Daira Bär

    1. Hallo Daira, man muss da natürlich abwägen. Eigentlich ist die Kommentarkultur ein hohes Gut. Und ich bin immer dafür, zwar die Kommentare zu moderieren, aber sie nicht hinter Logins oder so zu verstecken. Allerdings hatte ich ja, wenn ich mir deinen Kommentar so durchlese, relativ viel Glück.

  3. Ich denke, im eigenen Blog ist es doch relativ einfach. Ich nutze die sogenannte Erstkommentar-Moderation, die WordPress anbietet: Der erste Kommentar eines Kommentators gelangt automatisch in die Moderation, nach meiner Freigabe kann der-/diejenige dann unmoderiert kommentieren. Damit fange ich bisher jedweden Spam und auch alle Trolle ab. Sollte jemand meinen, besonders schlau zu sein und erst brav und nett zu kommentieren, um später dann auszuteilen, dann würde ich einfach kommentarlos löschen.

    Irgendwelche gehässigen Kommentardiskussionen würde ich in meinem Blog niemals zulassen.

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