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Beten - (C) jclk8888 CC0 via Pixabay.de Beten - (C) jclk8888 CC0 via Pixabay.de

Salva Mea – 20 Jahre Faithless mit tiefem Schmerz

Kennen Sie das? Da gibt es so Lieder eines Genres, die einen über Jahre beschäftigen. So geht mir das mit der ersten Single von Faithless. Salva Mea kam vor ziemlich genau vor 20 Jahren auf den Markt und kündet von Schmerz und Wut und prügelt auf den Hörer mit dem Vorschlaghammer ein. Erbarmungslos, bösartig, brillant. Es gibt wenige Lieder aus der Ecke Techno – House – Electronica, die derart beeindruckend waren. Auf dem ein dreiviertel Jahr später erscheinenden Debüt-Album „Reverence“ ist es in Opernlänge enthalten, und es ist immernoch schwer verdaulich und großartig.

Wie kann ich nur die Welt ändern, wenn ich nicht einmal mich selbst ändern kann?

Das ist die zentrale Frage. Faithless waren immer politisch, teilweise radikal und immer mit einer Aussage verbunden. Salva Mea – italienisch für „Rette mich“ – erzählt vom Weltschmerz und vom Schmerz im Protagonisten. Innerlich zerreißt es ihn, sodass er schreien muss. Aber es kommt kein Laut. In seinem Kopf ist Lärm wie ein Aufruhr, aber er hofft, außen ist alles ruhig. Er braucht einen Spiegel für seinen Geist.

Er möchte in die Tiefe gehen, sodass er nicht mehr schlafen kann. Träumen ist die Wirklichkeit. Die Pillen sind nicht billig und die Rechnungen hoch. Niemand kann gewinnen in dieser Welt. Er wird alle Heilmittel versuchen, die man ihm anbietet. Aber er wird immernoch direkt unter seiner Haut schreien, aber niemand wird ihn hören.

Salva Mea ist ein Sinnbild für die Bösartigkeit, die man empfindet, wenn man über die Welt nachdenkt. Man möchte schreien, wenn man den Zustand sieht. Aber es hört einen sowieso niemand. Und den Schmerz, den man darüber empfindet, möchte man mit Pillen bekämpfen. Das Thema ist kein Thema für Techno-Parties, da ja dort auch immer gemutmaßt wird, dass nichts ohne Drogen geht.

Als ich vor 20 Jahren mehr durch Zufall über dieses Lied stolperte, fand ich es von vornherein schwer verdaulich und einigermaßen verstörend. Aber ich hatte keine Ahnung, worum es in diesem Werk geht. Dass es bösartig sein muss, war mir klar, aber so viel innere Zerrissenheit? Da hatte ich keine Ahnung davon. Und nach wie vor ist Salva Mea schwer beeindruckend. Finden Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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