Bye bye, Benedikt

Der Herr Ratzinger ist wieder zurück. Dafür ist Benedikt XVI. nicht mehr da. Vorhin hat der deutsche Papst den Vatikan verlassen, um nach Castell Gandolfo zu fliegen. Nun ist der Heilige Stuhl verwaist.

Ich weiß noch, wie damals die Beeeneeedetto-Rufe über den Petersplatz hallten, als Herr Ratzinger zum Papst gewählt wurde. Der Chef der Glaubenskongregation sollte ein Reformer werden. Irgendwie ist das nicht ganz so gelungen.

Schade, denn es wurde die Chance vertan, die Kirche in der westlichen Welt wieder beliebter zu machen. So war zumindest immer die einhellige Meinung. Mir war sein Vorgänger sympathischer, und ich mache als Atheist auch keinen Hehl daraus. Johannes Paul II. war mir irgendwie volksnäher als es Benedikt XVI. jemals war.

Nun warten wir mal ab, was passiert. Das Konklave soll ja früher als am 15. März stattfinden. Wer wird „das Rennen machen“, wie ich irgendwo las? „Das Rennen machen“ – irgendwie unpassend. Soweit mir bekannt ist, war für Herrn Ratzinger das Papst-Amt immer mehr oder weniger eine schwere Bürde. Eigentlich, so wird erzählt, wollte er nicht Papst werden. Vielleicht hat auch das zu seinem Rücktritt mit beigetragen?

Es ist ein Aufsehen erregendes Ereignis, dass ein Papst zurücktritt. Das ist ja erst das zweite Mal in der Geschichte der katholischen Kirche passiert. Natürlich gibt es da auch jede Menge Spott, gerade im Vergleich zu Johannes Paul II. Irgendwo las ich dieser Tage:

Das Papst-Amt ist wie Spargelstechen: Der Pole arbeitet bis zum Tod, der Deutsche schmeißt einfach hin, wenn er keinen Bock mehr hat.

Oder so ähnlich.

Was wird nun passieren? Wird sich die katholische Kirche jetzt Ewigkeiten wieder mit sich selbst beschäftigen? Oder wird, um Peinlichkeiten zu vermeiden, ein Nichteuropäer einfach mal in den Heiligen Stuhl gehievt, weil das schlichtweg mal erwartet wird?

Das wird das Spannende der nächsten Tage: Wie wird sich die Kirche verhalten? Mir kann es eigentlich egal sein, da ich ja – wie gesagt – Atheist bin. Aber es ist halt doch Gesprächsthema. Und da macht man sich dann eben selbst Gedanken darüber.

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