Das Feindbild im Leipziger OBM-Wahlkampf

Während Dirk Feiertag durch die Straßenbahn tingelt und für einen fahrscheinlosen Öffentlichen Personen-Nahverkehr wirbt, Barbara Höll für 10 Euro Mindestlohn in Leipzig wirbt, der regierende Oberbürgermeister Jung auf das bisherige schaut und Felix Ekardt für die Grünen Lärmschutzwände bauen will und Kondome verteilt, was René Hobusch scharf kritisiert, kommt CDU-Kandidat Horst W-Punkt immer mehr im Ansehen unter die Räder. Leipzig scheint vom ehemaligen Polizeipräsidenten alles andere als sonderlich angetan zu sein. Das muss man mal näher betrachten.

Horst Wawrzynski auf einem beschmierten Plakat - (C) Henning Uhle
Horst Wawrzynski auf einem beschmierten Plakat – (C) Henning Uhle

Es ist ja nicht nur so, dass man sich ob der dienstlichen Vergangenheit Wawrzynskis Sorgen macht. Vielmehr ist es eine generelle Abneigung gegenüber dem Kandidaten. Und diese Abneigung zermürbt ihn scheinbar zunehmend.

Er will sich – so die Verlautbarungen – um Turnhallen, Straßen, Kitas, Schulen kümmern. Sehr löblich, aber das ist doch eigentlich selbstverständlich für einen Oberbürgermeister. Er ist nun einmal oberster Bauherr für kommunale Bauten.

Es gibt einen ominösen 100-Punkte-Plan von Horst W. Es geht schlicht darum, wo Leipzig in 7 Jahren stehen wird. Jeder Kandidat hat da seine eigene Vorstellung. Und für die steht er / sie Rede und Antwort. Aber Horst W. lässt seinen Plan vorlesen. Er selbst hatte wohl auf einer Pressekonferenz nichts dazu zu sagen. Er will sich nach den Menschen richten, soll er zähneknirschend kundgetan haben, als er zu seinen eigenen 100 Punkten befragt wurde. Seine 100 Punkte befassen sich mit Kleinklein. So will er die Bundesgartenschau holen, ein Sportmuseum errichten oder einen Parkplatz für Fahrgemeinschaften schaffen.

Sorry, aber so geht das doch nicht. Man muss doch eine Vorstellung von dessen haben, was diese starke und lebendige Stadt wirklich weiterbringt. Selbst Felix Ekardt mit seinen Lärmschutzwänden ist da mehr in die Zukunft orientiert. Am zukunftsträchtigsten ist aber ohne Frage der fahrscheinlose ÖPNV von Dirk Feiertag, für den er gestern werben ging.

Und da Horst W. irgendwie so gar nichts kund tut, was mit Leipzig zukünftig werden soll, und weil er den Eindruck vermittelt, ihm ist egal, was die Bürgerschaft wirklich bewegt, deshalb hat er sich recht schnell und zielsicher zum Feindbild gemacht. Nicht umsonst gibt es den Blog „GibHorstKontra“, der als Untertitel „Lass dich nicht zum Horst machen“ trägt. Dieser thematisiert das Kleinklein des Horst W. und hat damit Recht.

Schnell könnte aber auch der Zauber von Professor Felix Ekardt vorbei sein, denn der Umweltforscher lässt nun kostenfrei Kondome verteilen. Mit dem Spruch „Du bekommst eh keinen Kita-Platz“ geht Ekardt mitsamt seinen Grünen in die Offensive. Und irgendwie findet das die Leipziger FDP mit René Hobusch gar nicht komisch. Schließlich löst das in keinster Weise das herrschende Kita-Problem in Leipzig. Als Vater weiß Hobusch natürlich von der Problematik in Leipzig.

Aber das ist alles nichts gegen die inhaltsleeren Worthülsen von Horst W. Gegenüber seinem Vorgänger Uwe Albrecht überschwemmt er zwar Leipzig mit vielen Worten, aber er hat im Prinzip nichts zu sagen. Noch dazu seine dienstliche Vergangenheit, und das oben angezeigte Foto ergibt Sinn. Damit ist Horst W. das traurige Feindbild des gesamten Wahlkampfes in Leipzig.

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