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Der Lindner und das Internet

Ich möchte keineswegs jemandem zu nahe treten. Aber irgendwie ist derzeit mal wieder lachen angesagt. Lachen über die FDP. Genauer gesagt: über Christian Lindner. Der hat sich etwas gegenüber Internetseiten geleistet, worüber man einfach mal schreiben muss.

Christian Lindner, die große Hoffnung der FDP, hat ja gern mal Wortgeflechte im Gepäck und gibt sich auch immer wieder angriffslustig. Das ist auch nicht zu kritisieren, sofern es sachlich ist. Aber immer wieder spielt er den Bluthund und geht dann auf Stimmenfang. Tut mir leid, aber das ist so nicht zu akzeptieren.

Dass ihm jegliches Gespür für die Realität fehlte, zeigte sich im Sommer 2011. Zu dieser Zeit forderte er, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I für ältere Arbeitnehmer zu kürzen. So eine Frühverrentung würde man nicht brauchen. Dieser Vorschlag kam eigentlich bei keinem der demokratischen Parteien an.

Er hat es sowieso immer mal wieder auf Arbeitslose abgesehen. Bezieher von Arbeitslosengeld II, also Hartz IV, warf er vor, die eigenen Kinder unzureichend zu versorgen und zu betreuen und stattdessen lieber dem Alkohol zu frönen. So oder so ähnlich zog er immer mal wieder vom Leder und erntete dabei keineswegs nur Beifall. Denn es ist bewiesen, dass die meisten Betroffenen alles andere als in dieses Schema passen.

Anfang Januar diesen Jahres nun mutmaßte die Wirtschaftswoche, dass der Wikipedia-Artikel über Christian Lindner geschönt sei. Auch der Heise-Verlag bezieht sich auf die Meinung und schreibt, dass die registrierten IP-Adressen, unter denen Änderungen an dem Wikipedia-Artikel erfolgten, allesamt aus dem Landtag von Nordrhein-Westfalen, dem Lindner angehört, stammten.

Nun hat sich eine Anwaltskanzlei im Namen von Lindner mit dem Thema befasst. Der Artikel der Wirtschaftswoche ist nun nicht mehr verfügbar. Und die Anwälte schrieben diverse Webseiten-Betreiber an, sie hätten den beschriebenen Artikel “weiterverbreitet und zu Eigen gemacht”. Und das, weil Webmaster einen Link auf den Artikel der Wirtschaftswoche gesetzt hatten, der eh nicht mehr verfügbar war. Die Schreiben gehen allesamt einher mit einer Unterlassungserklärung.

Noch einmal: Ich möchte niemandem zu nahe treten. Über Christian Lindner wurde immer viel diskutiert. Der Mann polarisiert eben wie die halbe FDP. Was aber sauber recherchiert und nachgewiesen ist, kann man nicht einfach als unwahr bezeichnen. Wenn man dann die Veröffentlichungen wieder entfernt haben will, erreicht man doch meist nur eines: den Streisand-Effekt.

Für Herrn Lindner habe ich mal die Quellenangaben gesondert aufgeführt:

Und ich möchte eines feststellen: Ich beziehe mich hier auf frei verfügbare Informationen. Ich mache mir keine Informationen zu eigen, indem ich auf sie verlinke. Dann müsste ja jeder Rechtsanwalt, der als Quellenangabe irgendeinen juristischen Kommentar auflistet, sich diesen zu eigen machen. Die Kommentatoren wird das jeweils freuen. Demzufolge wird jeglicher Schriftverkehr mit Herrn Lindner, respektive der Anwaltskanzlei Graef ungefiltert hier veröffentlicht, sollte etwas in der Art hier eintreffen.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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