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Ehe für alle - (C) mensanic - free picture via morguefile.com Ehe für alle - (C) mensanic - free picture via morguefile.com

Ehe für alle – Wie unwürdig Politik sein kann!

Die so genannte „Ehe für alle“ wird kommen. So oder so. Aber es ist nun mal Wahlkampf, und den kann man ja gern auf dem Rücken von Menschen austragen. Und schon zeigt sich, wie unwürdig die Politik ist. Plötzlich haben alle Parteien dieses zum Buzzword verkommene Schlagwort für sich entdeckt. Die Medien gleich mit. Jeder weiß es nun besser, und das Topthema bis zum September ist gefunden. Und die, um die es geht? Ja, Freunde, es gibt bei diesem ganzen Theater auch Menschen, um deren Leben und Rechte es eigentlich gehen soll. Vergessen?

Ich habe im Laufe meines Lebens jede Menge Menschen kennengelernt. Wie das nun mal so ist, waren auch Menschen dabei, die anders leben als andere. Es ist doof, über so etwas zu schreiben, ohne jemandem an die Karre zu fahren. Machen wir es konkret: Ich habe heterosexuelle, homosexuelle, transsexuelle Menschen und so kennen gelernt. Nein, die meisten von ihnen leben nicht im kompletten sexuellen Chaos. Sondern sie leben meistens in geordneten Verhältnissen und völlig unspektakulär. Und seit einigen Jahren können sie ihre Partnerschaft eintragen lassen.

Die Politik und die Rechtssprechung hat dabei so getan, als ob das mit dem „Lebenspartnerschaftsgesetz“ der große Wurf war. Aber eigentlich waren „die vom anderen Ufer“ mehr oder weniger die possierlichen Tierchen, denen man ein neues Kauspielzeug gegeben hatte. Dass das nicht reicht, ist jedem, der nicht zur Zielgruppe gehört, eigentlich gar nicht klar. Wenn man dazu dann noch den unwürdigen Ausdruck „Homoehe“ hört, denkt man, dass die Politik nun die Meinung vertritt, dass sie alles richtig gemacht hatte.

Und dann kam irgendwann der Begriff „Ehe für alle“ auf. Es geht um die vollständige Gleichstellung. Wer sagt denn, dass es etwas falsches ist, dass homosexuelle Paare Kinder aufziehen können? Wieso dürfen bisher nicht alle Verbindungen füreinander einstehen? Was ist mit der Fürsorge im Krankheitsfall? Es gibt so viele Dinge, die trotz der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ einfach nicht möglich sind. Damit sind diejenigen, um die es geht, nach wie vor Menschen, die Verbindungen zweiter Klasse haben.

Es ist kein Wunder, dass nun Menschen daher kommen und sich für nichts bei Kanzlerin Merkel bedanken. Ich meine, ich weiß, dass ich meine Freundin, mit der ich fast 3 Jahre zusammen bin, heiraten kann und mit ihr eine vollwertige Verbindung mit allem Für und Wider eingehen kann. Heiraten können zum Beispiel zwei Männer oder zwei Frauen nicht. Das scheitert ja schon mal an den Formularen, wo der Name der Frau und der Name des Mannes eingetragen werden soll.

Das muss aufhören. Ich meine, wir haben nun einmal im Grundgesetz stehen, dass alle Menschen gleich sind. „Die Heteros“ sind aber nach wie vor gleicher. Und das diskriminiert alle anderen Verbindungen. Es soll ja nicht die Ehe geopfert werden, wie man jetzt schon bange machend kund tut. Die Möglichkeiten sollen erweitert werden. Denn unsere Gesellschaft ist nun einmal bunt. Die Gesetze müssen auch auf diese bunte Gesellschaft angepasst werden.

Nun haben – wie gesagt – die Parteien die „Ehe für alle“ als Sau entdeckt, die durch die Wahlkampf-geplagten Dörfer getrieben wird. Es wirkt wie ein kräftiges Kasperletheater von betrunkenen Schauspielern. Die zwei Frauen oben im Bild werden vermutlich dabei die Lust verlieren, für ein echtes Ja-Wort zu kämpfen. Ist das etwa so gewollt? Die Politik tut jetzt so, als ob sie noch kurz vor der Sommerpause ein wichtiges Gesetz zur völligen Gleichstellung in Form gießen will. Aber ihr ist es doch unterm Strich lieber, wenn „die Homos“ weiter possierliche Tierchen bleiben.

Und die Beobachter des ganzen Theaters? Da wird davon palavert, dass Kinder verheiratet werden sollen. Ungeachtet der Tatsache, dass die Ehe ein Geschäft ist und Kinder nicht geschäftsfähig sind. Da wird gewitzelt, dass Menschen ihre Haustiere oder Schrankwände heiraten sollen. Ungeachtet dessen, dass beides als Sache gewertet wird und die Ehe nur zwischen Menschen geschlossen werden kann. Das angeblich so fortschrittliche Deutschland ist bei diesem Thema im Mittelalter stecken geblieben.

Alle Menschen sind gleich. Und wenn sie volljährig sind und mit freiem Willen entscheiden können, sollten sie auch den Partner oder die Partnerin vollwertig heiraten dürfen, ungeachtet vom Geschlecht. Wie viele Zweckehen gibt es, um Vorteile vom Staat zu ergaunern? Das ist viel schlimmer als die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen, die sich von ganzem Herzen lieben und füreinander einstehen wollen. Viele Worte um ein Thema, von dem ich dachte, dass es im Jahr 2017 normal ist. Naja, die Politik wird es schon versauen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Ehe für alle – Wie unwürdig Politik sein kann!”

  1. Wenn sich doch alle über Merkel aufregen, wie kommt’s das die seit 12 Jahren das Kanzleramt besetzt ??
    Frage ich mich immer wieder.
    Geht alle zur Wahl und kärchert die CxD aus allen Ämtern.

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