Eine Lanze für die Männerwelt

Es gibt Webseiten, über die stolpert man und bleibt dann einfach mal darauf hängen. Und dabei ist es völlig egal, welches Thema da beschrieben wird. Im jetzigen Fall geht es einfach mal um Beziehungskisten. Das ist derart interessant geschrieben, dass ich da einfach mal meine Meinung dazu äußern muss.

Der Anna-Code

Kennen Sie den „Anna-Code“? Das ist ein Blog, der über das Verführen erzählt. Der Autor nennt sich „Carlos“ und schreibt, er sei 28 und würde aus München kommen. Wahrscheinlich könnte er sich auch Herbert nennen und angeben, dass er aus Wanne-Eickel kommt. Oder er könnte genauso gut Mike aus Leipzig sein.

Er schreibt offen über die Verführung. Über das Ding zwischen Mann und Frau. Und er nimmt dabei nicht wirklich ein großes Blatt vor den Mund. Das gefällt, und deshalb muss man einfach mal lesen.

Das Ding zwischen Mann und Frau

Im Laufe seines Lebens macht der Mensch viele Erfahrungen. In Sachen Beziehungen macht er gute und weniger gute Erfahrungen. Manche Sachen sind nur kurz, manche für die Ewigkeit. Der Mensch erkennt manchmal nicht, dass gewisse Erfahrungen nicht gut für ihn sind. Und bei manchen Dingen weiß er einfach, dass diese einfach mal so sind und das so gut ist.

„Carlos“ stellt die Behauptung auf, dass das Ding zwischen Mann und Frau einfach mal nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Das liegt unter anderem daran, dass man als Mann natürlich für den Fortbestand der Rasse zuständig ist und deshalb überall seinen Samen verteilen muss.

Nun gut, so machen es Tiere. Der Mensch gilt gemeinhin als zivilisiert und sollte sich benehmen können. Der Vergleich Mensch / Affe hinkt daher immer ein wenig. Aber weil der Mann der Arterhaltung dient und nach der Aufzucht – nach 6 Jahren eben – eine Partnerschaft auch für die Frau nicht mehr notwendig ist, deshalb soll die Geschichte eben nicht für die Ewigkeit gemacht sein.

Nun kann man durchaus anführen, dass es so viele Paare gibt, die silberne, goldene oder sonstwas für eine Hochzeit feiern. Aber man könnte da ketzerisch entgegnen, dass sie das nicht ohne Grund feiern, eben weil das so etwas seltenes ist. Die These über die Vergänglichkeit von Partnerschaften ist zwar sehr steil, aber eben auch nicht wirklich von der Hand zu weisen.

Das Ding mit dem Fremdgehen

Man sagt den Männern ja viel nach. Wie Tiere würden sie sich aufführen. Kein Rockzipfel wäre vor ihnen sicher. Jede Gelegenheit für Sex würde genutzt werden. Frauen würden nur benutzt werden. Sie kennen sicherlich solche Behauptungen. Jeder Mann dieser Welt wird mit ihnen konfrontiert. Aber so schlimm ist es nicht. Denn „Carlos“ hat herausgearbeitet, dass der Anteil der Frauen, die fremdgehen, höher ist als der Anteil der Männer. Es geht da um 37% der Männer gegenüber 39% der Frauen.

Sicher, um so etwas zu machen, gibt es meistens handfeste Gründe. Oft spielen hier Frust und Langeweile eine Rolle. Aber eben auch der Kick. Es ist so, als würde man gegen sich selbst wetten: Ich will sehen, wie weit ich komme. Und ehrlich, wer diesen Kick noch nie verspürt hat, der setze sich bitte in ein Glashaus und werfe mit ein paar Steinen um sich.

Frauen erfolgreicher als Männer

In dem Artikel von „Carlos“ ist davon die Rede, dass Frauen eher die Chance haben, ein wildes erotisches Abenteuer zu haben, als das bei Männern der Fall ist. Und das hat für ihn auch einen ganz einfachen Hintergrund. Nämlich:

Also bitte glaube nicht, dass nur wir Männer fremdgehen, ich höre dauernd von irgend jemanden, dass er Sex mit einer hübschen Frau hat, die einen Freund hat. Du musst dir mal folgendes überlegen, eine einigermaßen attraktive Frau stellt sich am Abend in einen Club und kann min 50% des männlichen Publikum mit nach Hause nehmen. Jetzt mal die Frage an dich: Wie viel Frauen kannst du am Abend mitnehmen? Also unterschätze nie die Macht, die eine Frau in Sachen Fremdgehen verfügt.

Mit anderen Worten: Die berühmten Waffen einer Frau kann diese viel einfacher einsetzen, als ein Mann irgendwelche Geschütze auffahren kann. Und das ist für „Carlos“ der Grund, warum da Frauen viel schneller und erfolgreicher bei der Sache sind als Männer.

Jeder Mann kennt eine „Emma“

Der zentrale Kern des Artikels ist eine Geschichte über eine „Emma“. Emma ist eine Figur, die sicher jeder einmal in seinem Leben kennengelernt hat. Attraktiv, seit Jahren liiert und immer wieder auf der Suche nach dem Abenteuer. Und da ist meine These dazu:

Jeder kennt eine Emma. Eine Frau, die trotz einer festen Partnerschaft immer wieder den Kick an der Seitenlinie sucht. Eine Frau, die einfach nicht auf das Fremdgehen verzichten kann oder will.

Gerade wenn eine Partnerschaft durch innere oder äußere Einflüsse (meistens eben doch Einwirkungen von außen) immer wieder auf die Probe gestellt wird, kommt ein Phänomen daher, dass ich immer wieder durch Lesen und durch Gespräche mit Freunden und Bekannten erlebt habe: Der Mann frisst den Frust über diese Einflüsse in sich hinein, die Frau sucht den Trost außerhalb.

Wenn man dann auf eine solche Frau stößt, so liest man es immer wieder, dann ist sie nicht etwa auf eine schnelle Nummer aus, sondern eher auf eine Parallel-Beziehung. Und das, liebe Leser, ist das, was die eigentliche Partnerschaft noch viel mehr belastet als jeglicher Frust von außen. Und der Mann, der das ja auch irgendwie meistens mitbekommt, frisst noch mehr in sich hinein und macht es damit noch schlimmer.

Eine Lanze für die Männerwelt

Wenn eine Frau eine Affäre anfängt, hat das meistens seine Gründe. Und zwar, wenn es nicht unbedingt der Kick ist, dann sind die Gründe in den Einflüssen auf die eigentliche Partnerschaft zu suchen. Sind diese dann aus irgendwelchen Gründen nicht mehr vorhanden, ist die Affäre meistens beendet.

Ich gehe wie „Carlos“ davon aus, dass Frauen öfter fremd gehen als Männer. Wo immer man sich umschaut, es sind immer die Männer, die darüber klagen, dass die Frau etwas nebenher laufen hat. Und für den, der der Glückliche ist, die Affäre mit der gebundenen Frau zu haben, ergibt sich die ungemeine Lässigkeit, dass er niemals irgendeine Verpflichtung eingehen muss, denn dafür ist der „arme Trottel“ zuhause ja da.

Während Männer traditionell als Krieger zunächst einmal alles tun, um Heim und Familie zu verteidigen, und deshalb da nicht ganz so schnell in eine richtige Affäre hineinrutschen, ist das traditionell bei Frauen etwas anders, denn ihnen wurde ja nicht das Heim eingerissen, das hat ja der Mann verteidigt. Ja, so wahnsinnig stereotyp ist es nun nicht mehr, aber irgendwie ist das wohl noch in den Genen verankert.

Aus diesem Grund sollte man für die Männer eine Lanze brechen. Denn sie wedeln zwar mit dem Schwanz und denken, sie sind die größten. Aber nur ein vergleichsweise kleiner Teil zieht das wirklich durch mit dem Fremdgehen bis hin zur Parallel-Partnerschaft.

Fazit

Ja, das ist ein Artikel, den es vom Inhalt her so noch nicht in diesem Blog gegeben hat. Und ich bezweifle, dass so etwas nun häufiger vorkommt. Aber aufgrund des wirklich lesenswerten Artikels von „Carlos“ musste ich eine Art Replik schreiben.

Ich habe eben – wie immer – meine Meinung geäußert. Ich habe von der Fensterbank beobachtet. Und da ist es nun einmal so, dass es die armen, armen Frauen heimlich ganz faustdick hinter den Ohren haben. Ich mag mit meiner Beobachtung falsch liegen. Aber das ist nun einmal das, was mir über den Weg läuft. Und somit ist das meine Wahrheit.

Bildquelle: Römischer Gladiator mit Lanze – (C) WikiImages CC0 via Pixabay.de

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