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Leipzig – Randale in Connewitz und die politische Motivation

Der bunte Leipziger Stadtteil, aus dem ich ursprünglich stamme, wurde mal wieder von Randalen erschüttert. Diese fanden am vergangenen Wochenende, genauer gesagt am Sonntag, in dem südlichen Stadtteil statt.

Jetzt kam heraus, dass die stattgefundenen Randale politisch motiviert waren. Hintergrund ist wohl eine davor stattgefundene Razzia. Ich gebe hier einmal meine Meinung wider.

Da gibt es das Portal „Indymedia“. Mir ist noch relativ suspekt, was das Portal eigentlich darstellt. Es scheint sich von der Gesinnung her ziemlich weit links zu halten. Das ist so lang in Ordnung, so lang es nicht radikal wird. Dort soll eine Erklärung veröffentlicht worden sein, die besagt, dass im Rahmen einer „Solidaritätsaktion“ an einer Straßenbahnhaltestelle die Scheiben eines Wartehäuschens sowie Scheiben von Geschäften eingeworfen worden sind. Ebenso musste ein „städtisches Gebäude“ dran glauben.

Es soll sich um einen Protest gegen eine Aktion der Polizei in Berlin, Magdeburg und Stuttgart handeln, die dort am 22. Mai um die 20 Objekte durchsucht haben. Die Polizei-Aktionen richteten sich gegen ein Netzwerk namens RAZ (Revolutionäre Aktionszellen). Unter anderem wurden aus diesem Netzwerk leere Patronenhülsen an den Bundesinnenminister, den Generalbundesanwalt und zwei sächsische Extremismus-Forscher geschickt oder Bombenanschläge in Berlin verübt.

Die Leipziger Internetzeitung schreibt davon, dass die RAZ die Nachfolgergruppe der „militanten gruppe“ (mg) sind. Und die hatte 8 Jahre lang Brandanschläge verübt. Und dass sich nun die Polizei und diverse Behörden mit den RAZ beschäftigen, erzürnt die – nun ja – militanten Linken, die da am Sonntag randaliert haben? Sorry, aber das muss ich nicht verstehen. Lesen Sie einfach mal, was die Leipziger Internetzeitung da veröffentlicht hat.

Wie ich bereits erwähnt habe, stamme ich aus Connewitz. Ich liebe diesen Stadteil weiterhin, obwohl ich aufgrund einer damaligen Vernunftentscheidung seit 2007 dort nicht mehr wohne. Ich habe viel miterlebt in dem buntesten der Leipziger Stadtteile. Viel war dort politisch motiviert, und nicht selten prallten die linken und rechten Strukturen in Leipzig mitten in Connewitz aufeinander.

Aber mal ehrlich: Was hat Connewitz mit Berlin, Stuttgart oder Hinterposemuckel zu tun? Der Stadtteil hat sich von dem – man kann es wohl so nennen – Terror der 90er Jahre gut erholt. Das spiegelt sich nicht zuletzt in den Mietpreisen wider. Aber dann plötzlich wieder ein solches Theater? Sogar die alljährlichen Randale an der zentralen Straßenkreuzung Connewitzer Kreuz sind dieses Jahr ziemlich mickrig ausgefallen. Man hat schon fast gedacht, dass Connewitz nun leise geworden ist. Warum macht man solchen Unfug?

Das, was sich da am Sonntag abgespielt hat, hat in meinen Augen nicht viel mit politischer Motivation zu tun. Für meine Begriffe sind da Leute unterwegs, die halt einfach wegen des Krachs und des Schadens randaliert haben, und all das unter dem Deckmäntelchen einer politischen Motivation. Etwas anderes sehe ich da nicht. Denn was kann eine Bäckerei und ein Haltestellenhäuschen für irgendwelche politischen Dinge, mit denen man nicht einverstanden ist? Ich reiße auch nicht einfach mal Blumen aus ihrem Beet, nur weil ich nicht mit irgendwelchen Waffengeschäften nicht einverstanden bin.

Es ist kein Wunder, warum sich dann die große deutsche Politik hinstellt und für mehr Überwachung, mehr Polizei, Vorratsdatenspeicherung und den ganzen Kram wirbt. Keine Frage, wenn es Themen ist, mit denen man nicht einverstanden ist, sollte man seine gegensätzliche Haltung auch kundtun. Aber Dinge zu beschädigen, die dann durch Kunden der Eigentümer wieder bezahlt werden müssen, das kann nicht die Lösung sein.

Connewitz bleibt für mich meine Heimat. Ich fahre immer wieder gern durch Connewitz durch und schaue mir die Entwicklung an. Meine Lieblings-Eisdiele befindet sich auch dort. Warum geht man nicht einfach in den Tagebau und randaliert dort herum, wenn man schon randalieren muss? Meine Heimat finde ich zu schade dafür.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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