Tankstellenkonzern Gulf verlangt in Deutschland Geld für die Luft

Wie bitte? Ich soll für das Luftaufpumpen Geld bezahlen? Ein Jahrzehnte alter Service des guten alten Tankwarts ist kostenpflichtig. Ich fasse es doch nicht.

Da kommt ein amerikanischer Konzern daher und hat vor einiger Zeit Tankstellen in Ostdeutschland eröffnet. Das Deutschland-Geschäft hat seine Zentrale im anhaltinischen Eisleben. Und dieser nette Konzern hat eine ganz tolle Masche entdeckt, Gewinnmaximierung zu betreiben.

Der Konzern hat flächendeckend bei allen 60 Tankstellen, die es derzeit sind, so genannte Luft-Automaten aufgestellt. Dort geht man nicht einfach hin und pumpt seine Autoreifen auf oder kontrolliert den Luftdruck. Nein, man wirft erst einmal eine Münze ein. Ein Euro, um genau zu sein. Danach hat man das Recht, den Automaten für satte 5 Minuten zu benutzen.

Danke, Welt Online, dass ihr davon berichtet. Nach dem Spritwucher, der nun auch das Bundeskartellamt beschäftigt, kommt nun der Luftwucher. Was bildet sich der ach so tolle Konzern eigentlich ein? Ich empfehle, derartige Tankstellen weiträumig zu umfahren, denn beim Spritpreis kommt man eben auch nicht besser weg als woanders.

Wie sehen Tankstellen von Gulf aus? Sie sind dunkelblau und haben das weiß-orange Zeichen des Konzerns in der Ecke. Es sollten Umleitungsschilder aufgestellt werden. Aber ich habe die Befürchtung, dass dieses spektakuläre Verbrechertum Schule machen könnte.

Besuchen Sie einfach mal Gulf im Internet. Sie werden sogar dazu eingeladen, Facebook-Fan von dem Verein zu werden. Dabei gehören die einfach nur verboten. Haben die Ölkonzerne nicht schon genug Schindluder mit den Autofahrern getrieben?

Wahrscheinlich liegt diese Schnapsidee in dem Umstand begründet, dass die Rennflitzer weiter gesponsort werden müssen, die in strahlendem Weiß-Orange und dem Gulf-Emblem über irgendwelche Pisten bügeln. Man sollte unbedingt so einen Schindluder unterbinden.

Was das wirklich Schlimme an der Sache ist: Mit dem falschen Luftdruck in den Reifen setzt man sich einem nicht einschätzbaren Unfallrisiko aus. Prüft man also nicht den Luftdruck, handelt man sträflich fahrlässig. Und im Schadensfall knöpfen sich die Versicherungen dann richtig weit zu.

Bloß gut, dass die Ansässigen laut Welt Online seit dem Vorhandensein dieser merkwürdigen Automaten auch nicht mehr zum Tanken kommen. So ist es auch richtig, man sollte solche Handlungen boykottieren.

Derweil habe ich in der Wikipedia zum Thema Gulf Oil nachgeschlagen. Die Besitzverhältnisse sind sehr diffus. Die Namensrechte sind wohl sehr verteilt. Gulf funsionierte vor knapp 30 Jahren mit Chevron Texaco. Die Rechte sind aufgeteilt zwischen einem Einzelhändler und einem indischen Mischkonzern.

Jedenfalls scheint die Nachricht bei Welt Online kein Scherz zu sein. Bei vielen Autofahrern dürfte das Ganze auf Wut stoßen. Gulf hat sich jedenfalls keinen Gefallen getan.

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