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Unwetter über Leipzig zu Bartholomä

Der 24. August 2011 hatte es in sich, was das Wetter betrifft. Die Wetterfrösche im Fernsehen nennen so etwas eine “meteorologisch interessante Wetterlage”. Ob dies Hausbesitzer auch so sehen würden, wage ich zu bezweifeln.

Der Tag begann vielerorts mit schweren Gewittern und Starkregen. Daran schloß sich ein unwahrscheinlich drückend heißer Tag an. Die Temperaturen schossen, nachdem die Gewitterfront vom Morgen verschwunden war, urplötzlich in die Höhe und standen schon 2 Stunden nach der Front bei ca. 30 Grad.

Die Straßen dampften, man kam sich vor, als würde man in einer original finnischen Sauna aus einem schwedischen Möbelhaus sitzen. Und die Radiostationen warnten unentwegt davor, dass es zu weiteren schweren Gewittern kommt.

Leipzig ist aufgrund seine geografischen Lage am Ende der Leipziger Tieflandsbucht bisher meist glimpflich bei Unwettern davon gekommen. Meist war es so, dass der Leipziger erstaunt die Berichte von schweren Gewittern verfolgt hatte. Die Unwetter sind halt einfach meist um Leipzig herumgezogen.

Doch nicht so am heutigen 24. August 2011. Die zweite schwere Gewitterfront, die schon seit mindestens Mittag angekündigt war, befiel Leipzig. Es blitzte vorher aus Richtung Südwesten. Meist bleiben dann noch 1, 2 Stunden Zeit, bis irgendetwas nennenswertes am Himmel passiert.

Dieses Gewitter am heutigen Abend hatte mich dann schon überrascht. Innerhalb kürzester Zeit, es mögen 30 Minuten vergangen sein, seit ich die Blitze sah, zerrten einige heftige Sturmböen an den Fenstern, es blitzte einige Male sehr hell und donnerte ohrenbetäubend.

Was dann passierte, habe ich seit vielen langen Jahren nicht mehr erlebt. Innerhalb von Sekunden ergoß sich der Himmel über dem Leipziger Westen, Blitze und Donner verbreiteten eine Stimmung wie bei “Krieg der Welten”. Petanews beschreibt es sehr treffend:

Es war ein Gewitter der besonderen Art, denn zahlreiche Blitze erhellten den Himmel – teilweise Dutzende innerhalb einer Minute. Allerdings ging es auch recht stürmisch zur Sache.

Laut aktuellen Prognosen für die Region Leipzig sollte der Spuk aber langsam vorbei sein. Die Gewitterfront zog weiter in Richtung Nordostdeutschland. Momentan, ca. 23 Uhr in Leipzig, ist der Himmel nördlich von Leipzig taghell.

In der Region kam es zu zahlreichen Schäden. Ich drücke allen Besitzern von Haus, Hof, Grund die Daumen, dass sie eine faire Versicherung haben.

Und ich ahne schlimmes, wenn ich mir alte Bauernregeln anschaue. Heute, swe 24.08., ist der Tag des Heiligen Bartholomäus. Zu diesem Tag gibt es interessante Bauernregeln:

  • Wie der Bartholomäustag sich hält, ist der ganze Herbst bestellt.
  • Gewitter um Bartholomä, bringen Hagel und Schnee.
  • Ist Lorenz und Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.
  • Zu Bartholomä liegts Grummet auf dem Heu.
  • St. Bartholomäus hat’s Wetter parat, für den Herbst bis zur Saat.
  • Ist Lorenz und Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.
  • So das Wetter zu Bartholomäus ist, daran sich der Winter mißt.
  • Bleiben die Störche nach Bartholomä, so kommt ein Winter, der tut nicht weh.

Lorenz ist der Heilige Laurentius, dessen Tag der 10. August ist. Ich nehme also zur Kenntnis, dass uns jede Menge Hagel und Schnee erwarten werden. Das verdirbt gemeinhin die Vorfreude auf die bunte Jahreszeit Herbst.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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