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Weiterschreiben! - Henning Uhle Weiterschreiben! - Henning Uhle

Artikel wegen externem Druck zurückziehen?

Ich bin ja prinzipiell der Meinung, dass ich zu jedem Artikel stehe und diesen auch veröffentlicht lasse, hat er einmal den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Bei einem Artikel in der jüngeren Vergangenheit war das nicht der Fall. Ich stehe zwar immernoch hinter dem Artikel, aber ich weiß da nicht, wie ich mit dem externen Druck, der über einen Kommentar hereinkam, umgehen kann.

Ich werde einfach mal aufschreiben, was los ist. Denn es geht – grob gesagt – um die “Alternative für Deutschland”. Vielleicht können Sie nachvollziehen, warum ich den Artikel zurückgezogen habe. Aber war das richtig?

Unter dem Titel “Die Alternative der Hirnlosen” erhielt die AfD von mir eine Gesichtspalme. Und zwar speziell Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Oberender, der ins unmittelbare Umfeld der Partei gerechnet wird. Er soll zwar kein führendes Mitglied der Partei sein, aber es wurde ja wohl auch mit ihm Wahlkampf betrieben.

Und dieser Herr Oberender hat im Deutschlandradio Kultur gesagt:

Wenn jemand existentiell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.

Das war im Jahr 2007. Pünktlich zur Bundestagswahl im September wurde dieses Zitat wieder ausgegraben. Und es gab ein Bild dazu. Beides habe ich in dem besagten Artikel mit verwendet. Ein nicht veröffentlichter Kommentar dazu besagte:

Dieses Bild ist auf Ihrer Website zu finden und wurde kopiert. Das wird rechtliche Konsequenzen für Sie haben. Name und Mail Adresse die ich angegeben habe sind gefaked um Attacken zu vermeiden.

Dieses Bild wurde mit klarem Copyright-Hinweis hinterlegt, und zwar mit dem Fundort und dem Veröffentlicher. Aber ich denke, es geht auch nicht um das Bild, denn dieses ist frei verfügbar.

Ich denke, es geht um Druck auf Blogger, die “Alternative für Deutschland” nicht allzu schlecht dastehen zu lassen. Ich habe viele Blogartikel in der Folge mitbekommen, bei denen es explizit um Druck auf Blogger geht, Artikel über die Partei zurückzuziehen. Ich bin also nicht der einzige Betroffene.

Inzwischen ist der Artikel sowieso überholt. Die Fakten, die er beinhaltet hat, sind längst bekannt. Und der Grund für die Gesichtspalme wurde in obigem Zitat wiederholt. Also werde ich den Artikel demnach nicht mehr veröffentlichen.

Mich interessiert aber mal Ihre Meinung: Wenn ich mal wieder einen Artikel habe und auf mich wegen dieses Artikels Druck ausgeübt wird, soll ich den Artikel dann vorsichtshalber wieder zurückziehen oder öffentlich lassen? Ändern würde ich ihn jedenfalls nicht. Mir geht es nur darum: Klein beigeben oder sich nicht verbiegen? Danke schon mal für Ihre Kommentare.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 thoughts to “Artikel wegen externem Druck zurückziehen?”

  1. Das ist meiner Meinung nach eine eher finanzielle Frage. Kann ich mir den vermutlich langwierigen Rechtsstreit leisten oder nicht? Wenn nicht, dann Artikel zurückziehen, so wahr er auch sein möge, so sehr man im Recht auch ist. Man muss es sich leider auch gönnen können.

  2. In erster Linie sollte man Artikel NICHT zurück ziehen.
    Man muss aber auf Urheberrecht achten. Selbst wenn Quelle etc. angegeben wurde, kann die Entfernung von besagten Material verlangt werden.
    Das betrifft Bilder, aber auch auch Zitate.

    Das aufschreiben deiner persönlichen Meinung, kann dir niemand verbieten, bzw. wird durch das Grundgesetz sogar geschützt. Dabei aber wiederum ist darauf zu achten, das der Ruf der Person über die geschrieben wird, nicht beschädigt wird.

    Druck von außen, wie sieht der aus? Das muß man dann abwägen. Hat man Rechtssicherheit oder nicht? Braucht man Rechtsbeistand oder nicht?

    Von Kommentaren aber abschrecken lassen sollte man sich aber nicht.
    Wenn dann kommt richtige rechtsverbindliche Post.

    Ein wenig Rechtsraum kann ein Disclaimer schaffen.

    1. Mein lieber, ich gebe immer meine Quellen an. Daher denke ich eben auch, dass es um keine Urheberrechtsverletzung ging.

      Und nachdem ich einiges gelernt habe, haue ich auch niemanden in die Pfanne. Ich habe ja lediglich meine Meinung zu dem verlinkten Interview aufgeschrieben. Und ja, das kann mir niemand verbieten.

      Ich denke, da wird überhaupt nichts passieren. Meine Meinung ist, dass das öffentliche Ansehen der AfD besser aussehen sollte, als es tatsächlich ist. Wenn ich irgendwas rechtlich falsch gemacht hätte, wäre natürlich Post eingetrudelt und kein Kommentar zum fraglichen Artikel.

      Stimmt, einen Disclaimer am Ende des Artikels könnte man dann tatsächlich einbauen.

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