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Briefkasten mit "Keine Werbung" - (C) condesign CC0 via Pixabay.de Briefkasten mit "Keine Werbung" - (C) condesign CC0 via Pixabay.de

Better Ads Standard – Werbeblocker von Google kommt

Es gibt ja den Better Ads Standard, den sich Google ausgeschwitzt hat. Der wird wohl Mitte Februar scharf geschaltet und wird dann Werbung blockieren, die offenbar dem Internet-Riesen nicht in den Kram passt. Damit wird der Google Chrome zum Werbeblocker. Gut für die Nutzer, schlecht für die vielen Webseitenbetreiber. Was gibt es dazu zu sagen? Schauen wir einfach mal.

Better Ads Standard – Gut und Böse

Ab dem 15. Februar kommenden Jahres kann man den Browser Google Chrome als Werbeblocker bezeichnen. Dann wird nämlich der eigens von Google geschaffene Standard eingeführt. Zuerst werden ihn Webseiten in Nordamerika und in Europa zu spüren bekommen. Und zwar die Seiten, die gegen das “verstoßen”, was sich da Google ausgedacht hat. Liegt ein solches “Fehlverhalten” vor, blockiert aber der Chrome dann gleich alle Anzeigen, nicht nur die als kritisch eingestuften.

Mit dem “Better Ads Standards” ruft Google etwas ins Leben, was grundsätzlich erst einmal zu begrüßen ist. Viel zu viel Werbung wird ausgespielt, die einfach nur schlimm ist. Ich habe mich dazu in der Vergangenheit oft genug geäußert. Und da sich mein früherer Werbe-Anbieter einfach nicht zu reinen Textanzeigen überreden ließ, habe ich dann alles an Werbung hier verbannt. Mal abgesehen davon, dass das durchaus erstmal gut ist, was da Google vorhat: Aber wer hat dem Konzern eigentlich erlaubt, sich als Moralapostel aufzuspielen?

Die Entscheidung, was gut und was böse ist, liegt nun nicht mehr beim Nutzer, sondern bei Google. Der Konzern entscheidet, welche Werbung angezeigt wird. Die größte Werbeagentur der Welt also will festlegen, was gute Werbung ist. Aber am Ende wird es wohl wirklich so sein, dass damit der Markt der Werbung im Internet besser wird. Nicht umsonst gibt es ja die “Coalition for Better Ads”.

Webseiten müssen sich finanzieren können

Mal abgesehen davon, dass es Webseiten gibt, die mit vollem Wissen um den Inhalt ihren Besuchern gefährliche Banner andrehen. Der größte Teil der Webseiten ist eben so fair und tut das nicht. Ich weiß ja selbst, wie das ist: Man hat gar keine Möglichkeit, die Schnüffelei der Werbebanner zu unterbinden. Und wie im Falle meines ehemaligen Werbe-Partners konnte ich nicht mal abwählen, dass Blink-Blink-Anzeigen erscheinen. Aber Werbung ist wahrscheinlich immernoch das Mittel der Wahl, um Webseiten zu finanzieren.

Schauen wir doch mal auf Bezahlschranken: Ich habe dazu ernsthaft zu hören bekommen, dass man im Falle einer Paywall meine Seite halt nicht mehr besucht, da es das, was ich so von mir gebe, woanders gratis gäbe. Überhaupt jammert der deutschsprachige Raum gern mal herum, wenn es darum geht, für irgendwas zu bezahlen. Deshalb funktionieren Spenden auch bei Webseiten nicht. Oder glauben Sie ernsthaft, dass irgendwer schon mal den PayPal-Button unter einem Artikel betätigt hat?

Webseiten müssen sich finanzieren können. Mit Alternativen zur Werbung ist es halt schwierig. Aber die Werbung an sich sollte halt ohne Multimedia, ohne Schnüffelei, ohne Schadcode und dergleichen daher kommen. Und da sehe ich bei den Werbenetzwerken relativ schwarz. Und deshalb muss irgendwer zwischen Webseiten und Werbenetzwerken vermitteln. Wenn Google dieser Aufgabe gewachsen ist, schön und gut. Zu vermuten ist allerdings, dass Google nur seine AdSense-Werbung nach vorn kehren will. Und das wäre unredlich.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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