Der Konflikt um die Drosselkom

Endlich wird darüber diskutiert. Und ich meine damit nicht, dass über die Drosselungspläne der Deutschen Telekom debattiert wird. Ich meine den Umstand, dass nun eine Debatte über Netzneutralität begonnen hat. Und das ist unbedingt zu begrüßen.

Wurde der Begriff Netzneutralität lange Zeit eher belächelt und als Hirngespinst von der politischen Elite abgestempelt, geht das inzwischen auch an Parlamentariern nicht mehr spurlos vorüber. Es wurde verdammt Zeit, dass jemand den Begriff Netzneutralität ernst nimmt.

Es war lange Zeit so, dass der Konflikt über das Internet im Verborgenen stattfand. Nun aber, da die Telekom sich anschickt, die Netzneutralität zu begraben, dringt dieser Konflikt an die Oberfläche und wird nun allmählich offen ausgetragen.

Es geht ja nicht nur darum, dass die Telekom erst lange Zeit für die Cloud, für Multimedia-Dienste und so weiter kräftig die Werbetrommel gerührt hat, so wie es andere Anbieter eben auch tun oder getan haben. Es geht auch nicht darum, dass die Telekom nun hinter einer dunklen Hausecke lauern will und mit einem Fischernetz ihre Benutzer ausbremsen möchte. Es geht schlichtweg darum, dass die Telekom am liebsten den Datenverkehr mitlesen möchte, um Inhalte zu filtern.

Die Frechheit besteht ja darin, dass der Datenverkehr, der nicht von Telekom-Diensten stammt, gezählt und ausgewertet wird. Und wenn ein Limit erreicht wird, wird dieser Datenverkehr einfach mal auf ein Minimum gedrosselt. Telekom-Dienste sind aber von dieser Drosselung ausgenommen. Und das Schlimmste ist, dass die Telekom anderen Inhalte-Anbietern anbietet, sich aus einer solchen Drosselung freizukaufen.

Kann das Ganze eigentlich noch an Dreistigkeit überboten werden? Ich meine, die Telekom macht ja nicht mal einen Hehl daraus, was sie da vorhat. So dreist haben sich nicht einmal Medienverlage verhalten, als es um das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ging.

Solche Pläne können sehr gut auch einmal schief gehen. Politisch steht auf jeden Fall die Telekom schon einmal unter Beobachtung. Nicht jeder in der Politikelite ist mit den Drosselungsplänen einverstanden. Das ist aber nicht alles. Wer weiß, vielleicht springen der Telekom ja auch jede Menge Kunden ab, weil die sich von ihrem Betreiber nicht reglementieren lassen wollen.

Die deutsche Politik hat sich zwar auf die Fahnen geschrieben, für Netzneutralität zu sorgen. Aber ich finde, dass das Thema ins Grundgesetz gehört. Dann kommen nämlich Internetanbieter nicht auf die Idee, diese zu beschneiden. Denn das wäre dann ja eine Verletzung von Grundrechten. Oder wie sehen Sie das?

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2 Kommentare

    1. Tja, das versuche ich auch herauszufinden. Mir geht es dabei ja nicht um die Unmenge an Larifari, die da immer wieder die Runde macht. Mir geht es um (Achtung, Zitat) „Fakten, Fakten, Fakten“ (or.: Helmut Markwort). Tonnen von Blogartikeln und Wikis liegen rum, die kein Mensch überblicken kann. Aber kurz, knapp, inhaltsreich zu sagen, wir wollen dies, das und jenes umsetzen, wenn wir mal im Bundestag sind. Einfach nur zu fordern, kann jeder, auch die – sorry – „Alternative für Deutschland“.

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