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Facebook an der Börse alles andere als ein Star

Es kam doch irgendwie so, wie es kommen musste. Der Börsengang des größten Netzwerks der Welt – so fulminant er auch angekündigt wurde – war alles andere als ein “Like” wert. Fast wäre hier einiges Porzellan zerschlagen worden.

Erst gestern schrieb ich halbwegs skeptisch über den Sprung von Facebook an die Börse. Meine Skepsis war – nach dem, was so alles geschrieben wird – durchaus berechtigt. Es gibt nicht wenige, die Facebook an der Börse einen ähnlichen Weg voraussagen wie Borussia Dortmund, nämlich: Die Facebook-Aktie wird ein reines Liebhaber- und Sammlerstück sein. OK, dafür sind wahrscheinlich zu viele Aktien ausgegeben worden. Aber als professionelles Unternehmen wie Google oder Microsoft kann Facebook noch nicht durchgehen.

Das fulminante Debüt an der Nasdaq mit schwindelerregenden Kursgewinnen, das kam nicht zustande. Die begleitenden Banken mussten gar zeitweise mit Stützungskäufen eingreifen, damit der Aktienwert nicht unter den Ausgabepreis fielen. Der größte Börsengang der Welt drohte, zum Fiasko zu werden. Die Pannen häuften sich. Und dieser ganze Börsengang beeinflusste auch eine ganze Armada von Internetaktien weltweit. Und zwar meist negativ.

Nachdem die Aktie in den Handel kam, schoss sie erst einmal von 38$ auf 42$. Man feierte sich. Allerdings nur kurz, denn dann fiel sie zurück auf 38$. Dann setzten Stützungskäufe ein. Am Börsenschluss standen dann 38,23$ zu Buche.

Die größte Börsenblase der Wirtschaftsgeschichte ist mit seinen 38$ pro Aktie – oder eben 104 Milliarden Dollar insgesamt mehr Wert als die deutschen Traditionsunternehmen BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen. Und da stimmen doch die Relationen nicht mehr. Facebook selbst hatte allerdings mit seinem Pannenbörsengang gleich mal richtig Einfluss genommen:

Die Spiele-Entwickler von Zynga – in einer Art Symbiose mit Facebook verflochten – stürzten an der Nasdaq um gewaltige 14% ab, bevor der Handel mit den Aktien ausgesetzt wurde. Die Macher von Spielen wie “Farmville” wurden vom Holperstart des Geschäftspartners beeinträchtigt.

Ich vermute, Facebook wird wohl weiter an der Börse herumholpern. Eine Erfolgsgeschichte wie die von Konkurrent Google ist von der Zuckerberg-Studentenbude an der Nasdaq vorerst nicht zu erwarten. Zumal ja auch der Druck auf das Unternehmen wächst, Werbung für die Benutzer attraktiver zu machen und mehr einzunehmen als bisher.

Wir sollten nun Facebook genau im Auge behalten. Möglicherweise empfiehlt es sich zukünftig, das Benutzerverhalten an das weitere Geschäftsgebahren des Netzwerks – sagen wir – anzupassen.

Informationsquelle:

  • heute.de – Facebook taumelt an die Börse

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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