Nintendo Switch: Ein geschlossenes Jugendschutzsystem

Und schon ist es passiert: Nintendo ist zwar sowieso mit der Spielkonsole Switch in aller Munde, weil sie als echtes Meisterwerk gilt. Darüber hinaus hat der japanische Konzern aber auch etwas zum Schutz eingeführt. Die Nintendo Switch gilt nun als sicheres System, wenn man den Jugendschutz betrachtet. Das ist doch was. Damit können Eltern ihren Kindern die Spielkonsole anvertrauen, ohne unbedingt ein schlechtes Gewissen zu haben.

Die Nintendo Switch

Die Nintendo Switch ist eine mehrteilige Spielkonsole, die im März letzten Jahres auf den Markt kam. Sie besteht aus der eigentlichen Konsole, die wie ein Tablet aussieht, aus abnehmbaren Bedienelementen (den Joy Con Controllern), einer Basisstation, die per HDMI am Fernseher angeschlossen werden kann, sowie einer Halterung für die Controller. Zusätzlich dazu ist ein Pro Controller verfügbar, sowie Figuren namens Amiibo für zusätzliche Funktionen.

Meine Tochter hat sich die Nintendo Switch zusammen gespart. Das Gerät ohne Pro Controller, Amiibo und Spielen kostete zu dem Zeitpunkt irgendwas oberhalb von 300 Euro. Die Konsole ist als Nachfolger der „Nintendo Wii U“ ein wirklicher Verkaufsschlager geworden. Über 10 Millionen Geräte wurden abgesetzt. Das Teil ist WLAN-fähig, sodass für Gerät und Spiele (in ihrem Fall „Super Mario Odyssey“) immer wieder Verbesserungen nachgeschoben werden.

Der Jugendschutz auf der Nintendo Switch

Die Stelle für die Alterskennzeichnung von Computerspielen in Deutschland, die USK, hat neben einer weiteren staatlichen Einrichtung die technischen Altersfreigabesysteme der Spielkonsole und des daran gekoppelten Onlineshops zertifiziert. Damit wird die Switch nach den Vorgaben des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags anerkannt. Die technischen Vorkehrungen, die Altersbeschränkungen des Nintendo Account Systems und andere Dinge von der Kommission für Jugendmedienschutz und von eben jener USK überprüft und als geeignet beurteilt wurden.

Ich weiß ja selbst, wie das ist auf der Nintendo Switch: Ich könnte den Zugang zu den Spielen altersgerecht einstellen, die Spielzeit festlegen oder auch ganze Spiele einfach sperren, wenn sie die Entwicklung beeinträchtigen. Und der Nintendo Account ist auf der Nintendo Switch nötig, um neue Spiele zu kaufen. Ist dort eine Altersbeschränkung hinterlegt, ist der Einkauf nur mit einer gültigen PIN möglich. Damit können Eltern entspannen.

Das ist alles ein Schritt in die richtige Richtung. Na klar, man kann jetzt viel davon erzählen, dass Kinder doch nicht pausenlos an diesen Dingern hängen sollen. Das machen Kids auch nicht, keine Sorge. Das mag etwas mehr sein, wenn die Dinger neu sind. Aber das relativiert sich bald. Wenn man als Eltern aber keine Sorgen haben muss, was Gerätschaften wie die Nintendo Switch betrifft, dann ist doch viel gewonnen, oder? Und insofern können wir da durchaus den Japanern dankbar sein, dass sie nachgewiesenermaßen ihre Sorgfaltspflicht ernst nehmen.

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