Shadowban: Wenn dich Twitter einfach mal ausblendet

Twitter - (C) neo5268 CC0 via Pixabay.com - https://pixabay.com/de/twitter-symbol-soziale-netzwerke-3267256/

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Letzte Aktualisierung am

Haben sie schon mal vom Shadowban gehört? Manchmal heißt es auch Shadow Banning, Ghost Banning, Stealth Banning. Das ist eine fiese Mache. Und dabei meine ich gar nicht mal, dass DIE DA böse seien. Nein, diese – nun ja – Bestrafung bemerkt man gar nicht erst als Bestrafung. Shadowban ist ein “Schattenverbot”. Und mich hat es jetzt auch erwischt.

Was löst einen Shadowban aus, und was kann man tun?

Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht. Ich habe diesen Shadowban auferlegt bekommen. Und ich weiß nicht, wofür. Das wirkt schon ein wenig wie diktatorische Systeme und Bananenrepubliken. Aber nun ist das einmal so. Und da muss ich mich abfinden. Herausgefunden habe ich das durch den Twitter Shadowban Test.

Shadowban: Wenn dich Twitter einfach mal ausblendet
Mein Shadowban

Wie Sie sehen, liegt auf meinem Twitter-Account ein “Search Suggestion Ban”, was bedeutet, dass man mich nicht in den Suchvorschlägen findet. Bei Twitter gibt es die Möglichkeit, Suchvorschläge zu nutzen, wenn man in der Suche herum tippt. Und wer nach mir sucht, findet erst einmal gar nichts. Also ein teilweiser Shadowban meines Twitter-Accounts.

Aber warum? Was habe ich denn gemacht? Schauen Sie mal in mein Profil, wenn Sie wollen. Irgendwie muss ich Twitter verärgert haben. Und dann wird der Account nicht gleich gesperrt oder so. Nein, man wird ausgeblendet. Wie bei mir: Ich tauche nicht in den Suchergebnissen auf. Und mit #Hashtags tauche ich auch nicht auf. Kontakte aber sehen meine Tweets.

Glauben Sie nicht, dass Twitter den Nutzer aufklärt. Es gibt keine Informationen darüber, dass man einen Shadowban bekommen hat und auch nicht weshalb. Ich habe deshalb keine Ahnung, was passiert sein könnte. Also weiß ich auch nicht, was geschehen muss, um den Account wieder richtig darzustellen.

Was kann man denn tun?

Über solche Maßnahmen erzählt man sich seit längerem. Es muss doch etwas geben, was man als betroffener Nutzer tun kann. In der Tat habe ich eine Seite gefunden, wo darüber erzählt wird. In Kurzform:

  • Schau nach dem, was du twitterst
  • Vermeide automatisierte Webseiten und Apps
  • Finde gefährliche Webseite und Apps
  • Finde und vermeide gefährliche Hashtags
  • Twittere nicht zu viel (Ja, im Ernst)
  • Melde Twitter Probleme mit deinem Account
  • Mach mal Pause
  • Nutze Kommentare, Nachrichten und Posts, um deine Unschuld zu beweisen

Ernsthaft? Ich soll mit Twitter “lieb Kind” spielen? Wieso? Wenn ich denn wüsste, was falsch gelaufen ist, könnte ich es mir ja erklären. So aber bleibt man relativ ahnungslos zurück. Und ich war noch nie so, dass ich mich einfach mal irgendwem zu Willen verbogen habe. Das wird auch weiterhin nicht passieren.

Was ist nun die Konsequenz daraus?

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, Twitter zu verlassen. Die Plattformen haben eh viel zu viel Macht über die Nutzer. Ich denke aber, ich sitze das Ganze aus. Vielleicht mache ich auch einfach mal gar nichts bei Twitter. Lesen geht ja immer. So ein Shadowban lässt einen relativ ratlos zurück. Und also muss man Twitter auch ratlos machen. Oder so.

Es kommt ein wenig darauf an, wie dicke man mit anderen Nutzern ist. Hat man mit Nutzer A mehr zu tun als mit Nutzer B, wird man eventuell sogar bei Nutzer A im Stream angezeigt, während Nutzer B denkt, man mache einfach mal nichts. Es ist eine verrückte Nummer, die Twitter hier hinlegt. Sie haben sicherlich gute Gründe für den Shadowban an sich. Aber ich kann ihn wegen mir einfach nicht erklären.

4 Kommentare

  1. wenn keine Beschwerden über politischen Meinungen vorliegen könnte auch ein interner Konkurrenzkampf die Ursache sein. M.E. wird der Meldebutton zu oft missbräuchlich verwendet was die Reichweite stark begrenzt. Leider eine Unsitte gerade deutsche Blogger verleumden sich gegenseitig im Kampf um Serps, Follower, und Reichweiten. Twitter und sehr wahrscheinlich auch Facebook ermöglichen Isolation durch Denunziation von hinten herum;-)

    1. Das ist ein interessanter Ansatz. Nein, Beschwerden habe ich nie bekommen. Aber klar: Der Button kann sehr einfach missbraucht werden. Wie will man es aber anders machen? Ich werde jedenfalls mal schauen, ob da irgendein konkurrierender Blogger etwas davon haben könnte.

  2. Anonymes Anschwärzen ist eine durchaus gängige Methode des “Verdrängungswettbewerbs” mit dem Ziel Sichtbarkeiten zu verhindern. Ausserdem ist Negative SEO durch Dritte auch nicht zu verachten, Blogger algorithmisch zu diskreditieren, wurde erst Jahre später durch einen Kollegen darauf aufmerksam, was meine Publikationen anbelangt. Der Kollege ist allerdings ausgestiegen, weil er vom Bloggen die Schnauze voll hat.

    Speziell wir Blogger verlieren uns zu häufig in angesagte Social Media Kanaäle, die letztendlich Absichten verfolgen, Blogs in Eigenregie zu entwerten. Wenn in der Mainstream Presse von Blogger die rede ist, dann sind nicht selten youtuber sowie Instagramer damit gemeint;-)

  3. Moin Henning,

    vielleicht hast du bei deiner Recherche Antworten auf meine Fragen gefunden: Was ist der Unterschied zwischen einem Seach Suggestion Ban und einen Search Ban? Ich hatte zunächst den ersten. Ich hab mir einen zweiten Account angelegt und bin auf dem Erstaccount nahezu verstummt, dann kam noch ein Search Ban dazu und nun sehe ich, dass der Search Suggestion Ban aufgehoben ist, aber der Search Ban weiter besteht.
    Außerdem schreibst du, dass mensch Twitter Probleme mit dem Account melden soll. Ja, wie denn? Wenn ich eingeloggt bin, kann ich nix melden, weil Twitter mir immer sagt, es gäbe kein Problem und wenn ich ausgeloggt bin, kann ich nur BÖSE Dinge melden …

    Grüße

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