Twitter - Bild von Alan Carrera auf Pixabay

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Shadowban: Wenn dich Twitter einfach mal ausblendet

Haben sie schon mal vom Shadowban gehört? Manchmal heißt es auch Shadow Banning, Ghost Banning, Stealth Banning. Das ist eine fiese Mache. Und dabei meine ich gar nicht mal, dass DIE DA böse seien. Nein, diese – nun ja – Bestrafung bemerkt man gar nicht erst als Bestrafung. Shadowban ist ein „Schattenverbot“. Und mich hat es jetzt auch erwischt.

Was löst einen Shadowban aus, und was kann man tun?

Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht. Ich habe diesen Shadowban auferlegt bekommen. Und ich weiß nicht, wofür. Das wirkt schon ein wenig wie diktatorische Systeme und Bananenrepubliken. Aber nun ist das einmal so. Und da muss ich mich abfinden. Herausgefunden habe ich das durch den Twitter Shadowban Test.

Mein Shadowban

Wie Sie sehen, liegt auf meinem Twitter-Account ein „Search Suggestion Ban“, was bedeutet, dass man mich nicht in den Suchvorschlägen findet. Bei Twitter gibt es die Möglichkeit, Suchvorschläge zu nutzen, wenn man in der Suche herum tippt. Und wer nach mir sucht, findet erst einmal gar nichts. Also ein teilweiser Shadowban meines Twitter-Accounts.

Aber warum? Was habe ich denn gemacht? Schauen Sie mal in mein Profil, wenn Sie wollen. Irgendwie muss ich Twitter verärgert haben. Und dann wird der Account nicht gleich gesperrt oder so. Nein, man wird ausgeblendet. Wie bei mir: Ich tauche nicht in den Suchergebnissen auf. Und mit #Hashtags tauche ich auch nicht auf. Kontakte aber sehen meine Tweets.

Glauben Sie nicht, dass Twitter den Nutzer aufklärt. Es gibt keine Informationen darüber, dass man einen Shadowban bekommen hat und auch nicht weshalb. Ich habe deshalb keine Ahnung, was passiert sein könnte. Also weiß ich auch nicht, was geschehen muss, um den Account wieder richtig darzustellen.

Was kann man denn tun?

Über solche Maßnahmen erzählt man sich seit längerem. Es muss doch etwas geben, was man als betroffener Nutzer tun kann. In der Tat habe ich eine Seite gefunden, wo darüber erzählt wird. In Kurzform:

  • Schau nach dem, was du twitterst
  • Vermeide automatisierte Webseiten und Apps
  • Finde gefährliche Webseite und Apps
  • Finde und vermeide gefährliche Hashtags
  • Twittere nicht zu viel (Ja, im Ernst)
  • Melde Twitter Probleme mit deinem Account
  • Mach mal Pause
  • Nutze Kommentare, Nachrichten und Posts, um deine Unschuld zu beweisen

Ernsthaft? Ich soll mit Twitter „lieb Kind“ spielen? Wieso? Wenn ich denn wüsste, was falsch gelaufen ist, könnte ich es mir ja erklären. So aber bleibt man relativ ahnungslos zurück. Und ich war noch nie so, dass ich mich einfach mal irgendwem zu Willen verbogen habe. Das wird auch weiterhin nicht passieren.

Was ist nun die Konsequenz daraus?

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, Twitter zu verlassen. Die Plattformen haben eh viel zu viel Macht über die Nutzer. Ich denke aber, ich sitze das Ganze aus. Vielleicht mache ich auch einfach mal gar nichts bei Twitter. Lesen geht ja immer. So ein Shadowban lässt einen relativ ratlos zurück. Und also muss man Twitter auch ratlos machen. Oder so.

Es kommt ein wenig darauf an, wie dicke man mit anderen Nutzern ist. Hat man mit Nutzer A mehr zu tun als mit Nutzer B, wird man eventuell sogar bei Nutzer A im Stream angezeigt, während Nutzer B denkt, man mache einfach mal nichts. Es ist eine verrückte Nummer, die Twitter hier hinlegt. Sie haben sicherlich gute Gründe für den Shadowban an sich. Aber ich kann ihn wegen mir einfach nicht erklären.

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5 Kommentare zu „Shadowban: Wenn dich Twitter einfach mal ausblendet“

  1. wenn keine Beschwerden über politischen Meinungen vorliegen könnte auch ein interner Konkurrenzkampf die Ursache sein. M.E. wird der Meldebutton zu oft missbräuchlich verwendet was die Reichweite stark begrenzt. Leider eine Unsitte gerade deutsche Blogger verleumden sich gegenseitig im Kampf um Serps, Follower, und Reichweiten. Twitter und sehr wahrscheinlich auch Facebook ermöglichen Isolation durch Denunziation von hinten herum;-)

    1. Das ist ein interessanter Ansatz. Nein, Beschwerden habe ich nie bekommen. Aber klar: Der Button kann sehr einfach missbraucht werden. Wie will man es aber anders machen? Ich werde jedenfalls mal schauen, ob da irgendein konkurrierender Blogger etwas davon haben könnte.

  2. Anonymes Anschwärzen ist eine durchaus gängige Methode des „Verdrängungswettbewerbs“ mit dem Ziel Sichtbarkeiten zu verhindern. Ausserdem ist Negative SEO durch Dritte auch nicht zu verachten, Blogger algorithmisch zu diskreditieren, wurde erst Jahre später durch einen Kollegen darauf aufmerksam, was meine Publikationen anbelangt. Der Kollege ist allerdings ausgestiegen, weil er vom Bloggen die Schnauze voll hat.

    Speziell wir Blogger verlieren uns zu häufig in angesagte Social Media Kanaäle, die letztendlich Absichten verfolgen, Blogs in Eigenregie zu entwerten. Wenn in der Mainstream Presse von Blogger die rede ist, dann sind nicht selten youtuber sowie Instagramer damit gemeint;-)

  3. Moin Henning,

    vielleicht hast du bei deiner Recherche Antworten auf meine Fragen gefunden: Was ist der Unterschied zwischen einem Seach Suggestion Ban und einen Search Ban? Ich hatte zunächst den ersten. Ich hab mir einen zweiten Account angelegt und bin auf dem Erstaccount nahezu verstummt, dann kam noch ein Search Ban dazu und nun sehe ich, dass der Search Suggestion Ban aufgehoben ist, aber der Search Ban weiter besteht.
    Außerdem schreibst du, dass mensch Twitter Probleme mit dem Account melden soll. Ja, wie denn? Wenn ich eingeloggt bin, kann ich nix melden, weil Twitter mir immer sagt, es gäbe kein Problem und wenn ich ausgeloggt bin, kann ich nur BÖSE Dinge melden …

    Grüße

  4. Gibt es eine Möglichkeit Kontakt zum Twitter-Support aufzunehmen?
    Können „normale“ Kosten eigentlich den Twitter-Support über „Direktnachricht“ erreichen, oder ist dessen Sperrung Teil einer Konten-Einschränkung?
    Z.B. „Du kannst keine Nachricht an @TwitterDE senden“.

    Seltsam, ich erinnerte mich bisher eine alte Nachricht vom Twitter-Support zu haben, wo ich genau wegen so etwas mal Kontakt mit Twitter hatte.
    Auch der Shadowban, und der verschwand danach (evtl. Erfolg durch die Anfrage).
    Ist aber auch weg. Sonst hätte ich wenn möglich noch mal darauf „geantwortet“.

    Obwohl Ich links bin und wähle, frage Ich mich, gibt es eine „Blockliste“ mit den Konten die selbst Pöbeln, aber einen wegen vermeintlichem „Hass“ melden?

    Drei Anekdoten…
    Ein konkretes Beispiel wäre berechtigte starke Kritik an Richter und Staatsanwalt im Prozess gegen den Kannibalen von Rothenburg.
    Ganz besonders als Personen des öffentlichen Leben, in einem solch öffentlichen Fall dessen Rechtsbeugung von vielen Juristen kritisiert.
    Ich vermute dass solche Kritik (auch moralische Verderbtheit) im Falle von AFD-Politikern etc. akzeptiert und nicht gemeldet, und nicht mit einem @HassMelden oder @ Staatsanwaltschaft Frankfurt etc. versehen würden.
    Was für eine Heuchelei.
    Also z.B. solche Nutzer wie BastelBro oder EggMarkus.
    Und auch wenn Ich nichts von pauschalem Blocken wie bei Sixtus und Böhmermann halte, solche Typen will Ich möglichst weitestgehend meine Posts vorenthalten.
    Es reicht schon wenn die durch ihre Follower eine unberechtigte Meldelawine auslösen…
    Die übernehmen Blocklisten von Woke-Rassisten (Bezeichnung des afroamerikanischen Linguisten John McWorther in seinem Buch „Woke-Racism“, bzw. in Dt. „Die Erwählten“) wie „Quattromilf“.
    Gerne auch eine Liste mit solchen Leuten die trotz harter Fakten immer wieder antworten und den selben Blödsinn schreiben.

    Ganz (w)irrer Typ:
    Es geht darum dass „Great Reset“ eine reale Initiative des Weltwirtschaftsforum ist, und ich PRO Great Reset bin.
    Ich verlinkte das erklärende Video von Walulis, also SWR. Der Troll sprach „YouTube-Filmchen“ pauschal Seriosität ab.
    Auch nachdem ich auch die ARD-Mediathek verlinkte (wo seltsamerweise nicht alle Walulis-Videos drin sind), bezeichnete er das Video als (sinngemäß) Verschwörungs-Geschwurbel.
    Also ein Video des SWR ÜBER Verschwörungs-Schwurbler (und wer Walulis kennt, weiß dass er z.B. zum Thema Ufologie auch unsachlich gegen vermeintliche Verschwörungstheoretiker vorgeht, pauschal Aluhüte fotoshopt etc.) über den Great Reset.
    Vermutlich Narzissmus in Extremform, bloß keinen Irrtum eingestehen.
    Und dann nach jedem Kommentar noch Einen drauf legen.

    Unter einem Tweet von Avi Loeb in dessen Galileo-Project-Konto gibt es einen echt radikalen „Wachhund“ der wenn jemand etwas schreibt dass nicht in sein radikal-dogmatisch materialistisches Weltbild (Fachaufsatz des Soziologen Dr. Wunder aus dem inneren der Sekte GWUP googlen: „Das Skeptiker-Syndrom“, hochinteressant, nur 15min) einen mit 30, 40…-teiligen Tweets geifernd angreift.
    Dabei ging es nur darum dass ich mit Verweis auf eine Stelle in einem Video (Vorstellungsvideo zum, „Galileo“-Projekt) erwähnte dass er sagte dass sie eigenen UFO-Daten sammeln wollen, weil Daten der Regierung (wie der NASA) nicht aus unabhängiger Quelle stammen.
    Also theoretisch im Interesse der nationalen Sicherheit Objekte im All und auf der Mondoberfläche etc. aus Fotos entfernt sein könnten. Die NASA unterliegt laut Gründungsgesetz dem Veto-Recht des Pentagon was Veröffentlichungen angeht.
    Da tickt der Typ aus.
    Evtl. hat er ein Problem mit einem solch offensiven Projekt dass UFOs im Sinne von Aliens in unserem Sonnensystem und unserem Luftraum sucht, und will durch solches Verhalten seinen Glauben dass Loeb eigentlich nur ein Hardcore-„Skeptiker“ ist, und das Programm eigentlich maulwurfmäßig dazu dient nichts zu finden, bestärken.
    Jemand der viele 1m-Spiegelteleskope für $600k pro Stück NUR zum Zweck der UFO-Fotografie kaufen und um die Erde verteilen will, und aktuell plant am Meeresboden ein abgestürztes Raumschiff zu suchen und zu bergen.
    Alleine für die Mission 1,5Mio ausgibt (gut so, weiter so, aber solche Menschen regt solche „Verschwendung“ auf).
    Nichts gegen einen oder ein paar sachliche kritische Kommentare, aber der Typ hat nicht nur 40+ Tweets auf einmal „kommentiert“, sondern auch noch einen Screenshot meines Profil mit „Coward“ und Pfeil versehen in sein Profil eingefügt. Bei dem wohnte Ich kurzzeitig Mietfrei im Kopf. Das hat den richtig zur Rage gebracht.
    Etwas dass Ich mit Video belegt hatte.

    Neben einer solchen Liste mit vielen „@“ müsste man dann nur noch wissen, wie man die auf einmal in die eigene Blockliste einpflegt.

    *)
    Ich bin kein Anhänger oder Sympathisant dieser Kannibalismus/Kannibalen-Szene, aber erkenne Unrecht.
    Ich kritisiere auch Unrecht, wenn es um Völkermörder, Päderasten etc. geht.
    Es lag nur Tötung auf Verlangen vor.
    Darüber hat der Rechtswissenschafts-Professor Jörg Scheinfeld ein ganzes Buch geschrieben. „Der Kannibalen-Fall“.
    Es wurde dann noch Verunglimpfung des Verstorbenen (er nannte ihn vor und nach dem Tod „Fleisch“, etwas dass der Tote WOLLTE, quasi „Dirty Talk“ in der Szene) und Störung der Totenruhe (auch die lag nicht vor, da eine Straftat erst möglich ist NACHDEM die Leiche in offizielle Hände gelangt ist) etc. dazu erfunden, um eine höhere Strafe zu ermöglichen.
    Außerdem gelten Mordmerkmale wie „zur sexuellen Befriedigung“ nur bei MORD, und wenn nur Tötung auf Verlangen vorliegt, ist es unzulässig aufgrund des Lustgewinn Mord daraus zu machen.
    Die mehrfache Verletzung des Analogieverbot kritisierten Professor Scheinfeld und Kollegen auch.
    Und Armin Meiwes ist keine Gefahr für die Allgemeinheit, denn er hatte zuvor schon mehrere Besucher, die sich anders entschieden, und einfachen gehen konnten.

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