Universal Music gegen Blogs – „Get free“ von Major Lazer als Zankapfel

Haben Sie schon einmal was von Major Lazer gehört? Das soll ein Musikprojekt sein, dessen Musik sich rund um Reggae, Dancehall, Hip Hop und dergleichen dreht. Um diese Band dreht sich gerade eine rechtliche Posse, wie sie nur Rechteverwerter lostreten können. Und es geht wieder einmal ausschließlich gegen Blogs.

Mehr durch Zufall bin ich auf den kLAWtest Blog von Sebastian Dosch gestoßen. Der schrieb darüber, dass derzeit der Musik- und Medienkonzern Universal Music Blogger abmahnen würde, weil sie widerrechtlich ein Musikvideo von Major Lazer eingebunden haben.

Nein, es geht nicht darum, dass ein Video verlinkt wurde. Es wurde mit einem so genannten Embed Code in einen Artikel eingebaut. Und das sei eine Urheberrechtsverletzung. Und das, obwohl sich das Video nicht im Datenbestand des Blogs befindet, sondern – in diesem Fall – beim Videoportal Vimeo.

Rechtsanwalt Dosch gibt Universal Recht. Das Problem an dem aktuellen Vorgang ist wohl, dass das verlinkte Lied (denn es ist weiterhin nichts anderes als ein Link) in Deutschland wohl noch gar nicht veröffentlicht wurde. Das würde auch erklären, warum nur deutsche Blogger von dem weltweit tätigen Konzern abgemahnt wurden.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wieso denn um Himmels Willen Universal nicht den Benutzer hat abmahnen lassen, der das Video bei Vimeo überhaupt hochgeladen hat. Ich vermute mal, dass das an dem Umstand liegt, dass es Universal herzlich egal sein darf, wen sie abmahnt. Mit anderen Worten: Vielleicht gefällt denen zwar Vimeo, dafür aber nicht der abgemahnte Blog.

Mit einem Videoportal – also eben jenes Vimeo oder Youtube, MyVideo oder ähnliches – kann man natürlich sehr gut Werbung machen. So schafft Universal Publikum, das dann unter Umständen die Single des Musikprojektes kauft. Das schafft man bei einem Blog natürlich nicht. Daher wurden Blogs abgemahnt und nicht das Videoportal.

Der Blog „Electru“ wurde ebenfalls abgemahnt. Allerdings hat Universal wohl inzwischen eingelenkt, wie folgendes Zitat aufzeigt:

UPDATE: (19.10., 14:47h)
Dank Nachdruck durch eure Beiträge und scheinbar weiteren telefonischen Anfragen bei Universal Music kam die Antwort dann doch schneller als erwartet und hat sich als Missverständnis aufgeklärt. Der Mitarbeiter von Universal hat sich für die Vorgehensweise entschuldigt und mir den kompletten Vorgang und Hintergrund für die schriftlichen Benachrichtigungen erläutert, die in der Form sonst nicht üblich sind. Damit ist die Angelegenheit für mich auch gegessen.

Es ist nun denkbar, dass irgendwer bei Universal festgestellt hat, dass man durch Blogs vielleicht einen viralen Effekt erzielt und zusätzliche Käufer erschließen könnte. Man ist damit meiner Ansicht nach zwar spät aber trotzdem zur Vernunft gekommen.

Nichts desto trotz zeigt auch dieser Vorfall, dass man sehr aufpassen muss, was man von wo aus in seinen Blog einhängt. Man lernt aus dieser Sache, dass man nicht jedes Internet-Video einbinden kann. Und das, was da Universal getrieben hat, könnte sich nun als Streisand-Effekt mausern. Es könnte also sein, dass auch der Mediengigant eine blutige Nase aus der Sache davon trägt.

Fazit

Videos sollten nicht eingebunden werden, es sei denn, es steht explizit die Erlaubnis dabei. Und Rechteverwerter sollten etwas weniger mit der Fliegenklatsche namens Abmahnung wedeln. Dann geht alles entspannter im Internet ab.

Was Sie auch interessieren könnte:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.