Wie ein Plugin die Verwaltungskonsole von WordPress erlegte

Ich wollte gestern einen Artikel zum Thema Urheberrecht veröffentlichen. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass mein komplettes Dashboard in meiner WordPress-Installation nicht funktionierte. Leicht in Panik begab ich mich auf die Fehlersuche.

Die Verwaltungskonsole – also das Dashboard – war beim besten Willen nicht mehr dazu zu bringen, irgendeinen Dienst zu verrichten. Ich rekapitulierte die letzten Aktionen und schloss darauf, dass ein spezielles Plugin dafür verantwortlich sei. Das war zwar richtig, aber ich hatte das falsche Plugin in Verdacht.

Ich las zu diesem Zeitpunkt etwas über Virenbefälle auf WordPress-Plattformen, also führte ich einen kostenfreien Antivirenscan bei Sucuri durch. Dieser ergab keine Funde. Also suchte ich weiter.

Auf Anraten in einem Forum schaltete ich die Fehlerprotokollierung in WordPress ein. Das geht so: Man holt sich die Datei wp-config.php aus der Wurzel der Worpress-Installation und kopiert dort folgenden Code hinein:

/**
 * This will log all errors notices and warnings to a file called debug.log in
 * wp-content only when WP_DEBUG is true. if Apache does not have write permission, 
 * you may need to create the file first and set the appropriate permissions (i.e. use 666).
 */

define('WP_DEBUG', true); // or false
if (WP_DEBUG) {
  define('WP_DEBUG_LOG', true);
  define('WP_DEBUG_DISPLAY', false);
  @ini_set('display_errors',0);
}

Dieser Code stammt von Mike Little von der Manchester WordPress User Group. Die modifizierte Datei muss dann natürlich wieder in den Webspace geladen werden, aus dem man sie geholt hat. Danach passiert folgendes:

In der WordPress-Installation im Verzeichnis wp-content wird eine debug.log angelegt, in der allerlei nützliche Informationen abgelegt werden, und zwar in Echtzeit. Das kann hilfreich bei der Fehlersuche sein. Bei mir war das auf jeden Fall so.

Ich habe festgestellt, dass das Plugin „WP Super Cache“, also ein Plugin zum Ausnutzen eines Zwischenspeichers, offenbar fehlerhaft arbeitete. Es ging grob um falsche Angaben im Plugin Code, so die Meldungen in der debug.log. Also war mein Plan, dieses Plugin zu deaktivieren. Aber wie, wenn ich keine Verwaltungskonsole habe?

In dem Forum wurde mir eine Lösung für dieses Problem genannt, die ich gern hier weitergeben möchte:

  • Man navigiert mit einem FTP-Programm wie FileZilla in seinem Webspace zu wp-content
  • Dort sucht man das Plugins-Verzeichnis und benennt es einfach um. Wie das Verzeichnis heißt, ist egal.
  • Dann prüfe man einmal, ob die Verwaltungskonsole wieder funktioniert. Bei mir war das so. Natürlich werden keine Plugins gefunden, denn das Verzeichnis heißt ja nun anders.
  • Hat man das genannte Plugin im Einsatz, navigiere man mit dem FTP-Programm nach wp-content/cache/hyper-cache und lösche dann seinen Inhalt.
  • Man prüft dann nochmal, ob die Konsole noch funktioniert. Wenn ja, benennt man das Verzeichnis wieder in „plugins“
  • Ein weiterer Test wird ergeben, dass die Verwaltungskonsole immernoch funktioniert
  • Jetzt sind auch die Plugins wieder zu sehen, aber alle deaktiviert.
  • Nun geht es daran, jedes Plugin einzeln zu aktivieren und die Funktionalität des Dashboards zu überprüfen. Aber als erstes entfernte ich „WPSuperCache“.

Am Ende hatte ich meine Plugins wieder alle verfügbar, und mein Blog läuft wieder.

Ich nutze nun als Cache das Plugin Cachify und beobachte mal die Situation.

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