Blog-Paraden: Braucht die noch jemand?

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Ich stelle einfach mal die einigermaßen ketzerische Frage: Braucht noch irgendwer Blog-Paraden? Und wenn ja: Wofür? Wozu sind die denn eigentlich noch gut? Ich habe jahrelang an solchen Aktionen teilgenommen. Aus diesem einfachen Grund glaube ich, dass ich dazu schon eine Meinung haben darf. Und diese werde ich euch mal um die Ohren hauen.

Was zum Teufel sind denn Blog-Paraden?

Kennt noch jemand den Webmaster Friday? Eigentlich war das eine schöne Sache, die der Martin Mißfeldt vor Jahren aufgezogen hatte: Einmal pro Woche hatte er ein Thema am Start. Und wer wollte, konnte sich mit einem eigenen Artikel daran beteiligen. Ich selbst habe oft genug mitgemacht. Überhaupt gibt es hier 85 Artikel mit dem entsprechenden Stichwort.

Und im Prinzip erklärt das schon ganz gut das Thema Blog-Paraden. Irgendwer gibt in seinem Blog irgendein Thema vor und ruft dazu auf, dass sich andere Blogger daran beteiligen. Na klar, man liest dann zum vorgegebenen Thema andere Meinungen, kann seinen Horizont erweitern etc. Aber es geht auch um Reichweite und “Networking”.

Ich denke, dass es dieses Instrument nur gibt (oder gab?), weil Blogger sich zu schade waren, auf andere Blogs zu verlinken. Das nennt man Linkgeiz. Und weil mich das absolut nervt, dass man sich in eine Art Selbsthilfegruppe begeben musste, um auf andere zu verlinken, hatte ich vor ziemlich genau 3 Jahren beschlossen, nicht mehr an so etwas teilzunehmen.

Warum erzähle ich dann darüber?

Ja, Blog-Paraden eignen sich hervorragend zur Steigerung der Bekanntheit eines Blogs. Es gibt unfassbar verschiedene Blog-Paraden, wie ihr hier in der Übersicht sehen könnt. Ich lese nach wie vor gern in diesen Selbsthilfe-Dingen herum. Warum eigentlich Selbsthilfe? Weil es mir lange Zeit so vorkam wie “Hallo, ich bin der Udo und bin hier, um über das gleiche Thema zu reden”.

Aber man bekommt eben auch zum Teil großartige Einblicke, wie mancher Blogger so tickt. Und durch solche Dinge wie Blog-Paraden erfährt man dann eben auch, wie sich manche Blogger derart in ihrer Nische hinterfragen, dass sie fast aufgeben. Deshalb muss ich meine Meinung zu solchen Aktionen ein wenig revidieren, denn man findet tatsächlich Perlen.

Wie starte ich so eine Aktion?

Ich hatte mal vor einiger Zeit eine solche Aktion gestartet. Wahrscheinlich hätte ich mich vorher besser belesen müssen, wie man sowas macht. Denn ich hatte einfach nur mal so los gewurzelt. Mir kam es auf das Thema an, dass ja nicht alles schlecht an Sachsen ist. Aber sonst hatte ich keinerlei Eckpunkte angegeben. Und das muss man bei Blog-Paraden.

Na klar, ich hatte das Thema benannt. Aber ich hätte den Anfang und das Ende benennen müssen und Vorgaben zur Teilnahme nennen sollen. Und dann lese ich noch, dass man die anderen Blogger zur Teilnahme mit einem Anreiz bewegen soll. Und nach Abschluss muss man das Alles aufbereiten.

Da niemand wusste, wann meine Aktion beginnt und wann sie endet, hat gleich gar niemand teilgenommen. Vermutlich war das mein großer Fehler. Daher gab es auch nichts, was ich hätte aufbereiten können. Am Ende sollte ich vielleicht nicht ganz so pessimistisch diesem Thema gegenüber stehen. Das wird ihm nämlich auch gar nicht gerecht.

Wo finde ich denn nun Blog-Paraden?

Oben habe ich eine Übersicht bei Trusted Blogs verlinkt, in der ihr Artikel findet, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben. Aber gibt es denn irgendwelche Mechanismen, wie man Blog-Paraden findet? Es gibt Verzeichnisse wie dieses seit über 5 Jahren eingeschlafene Projekt. Darüber hinaus gibt es aber noch ein paar mehr Quellen.

Einerseits kann ich hier meine Blog-Parade einreichen und nach aktuellen Aktionen schauen. Und ja, die Plattform ist aktuell, wie man im Twitter-Profil erkennen kann. Und dann gibt es hier ebenfalls die Möglichkeit zum Finden und Einreichen. Ob beide zusammenhängen, kann ich nicht beurteilen, vermute es aber nicht. Wer Blog-Paraden finden will, findet sie natürlich auch.

Mein Fazit zu Blog-Paraden

Nein, man darf sie nicht verteufeln. Ich denke, ich werde mich auch wieder dem Thema öffnen und an Blog-Paraden teilnehmen, wenn es sich ergibt. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja darüber auch wieder mehr die Chance, dass Blogger auf Blogger verlinken und auch deren Inhalte weiter verteilen. Denn das kommt mir oftmals zu kurz.

Es spricht also nichts dagegen. Im Gegenteil. Es spricht vieles dafür. Nur darf es eben nicht wie bei einer Selbsthilfegruppe wirken. So war das oftmals bei früheren Aktionen. Ich werde beobachten, wie sich das weiter entwickelt. Denn das Wichtigste von Blog-Paraden ist der Austausch unter Lesern und Bloggern und zwischen Bloggern an sich.

2 Kommentare

  1. Selbsthilfegruppe finde ich keine schlechte Bezeichnung für Blog-Paraden. Diese Form von Selbstbespiegelung liegt mir nicht so. Ich habe oft beim Webmasterfriday mitgemacht und war schon etwas traurig, als er mangels Interesse eingestellt wurde. Ansonsten bin ich bei Blogparaden in all den vielen Jahren kaum mal dabei gewesen. Wie gesagt, es gibt so viele wichtige Themen. Darum sollten sich Blogger kümmern, nicht um ihre eigenen Befindlichkeiten. Jedenfalls nicht so explizit. Hast du mal geguckt, wer was zu Halle geschrieben hat? Nur sehr wenige. Viel zu wenige, finde ich. Aber gut, vielleicht war der Schrecken zu groß.

    1. Hallo Horst, das stimmt. Es wurde recht wenig zu Halle geschrieben. Ich habe das etwas verklausuliert in einem Artikel besprochen, weil mir eben auch der Schrecken in die Knochen gefahren ist.

      Darüber hinaus ist es natürlich richtig, dass die echten Themen behandelt werden. Diese Webmaster-Friday-Themen wie “Ein perfekter Sommertag: Wie behandelst du das im Blog?” oder sowas (komplett frei erfunden) sind so komplett belanglos, dass es kein Wunder war, dass immer weniger mitgemacht haben.

      Blog-Paraden an sich haben für mich wirklich den Anschein von Selbsthilfe-Gruppen. Dabei ging es doch mal darum, irgendein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Das hätte ich mir gewünscht. Ich glaube, die Hoffnung kann man begraben, dass das wieder mal möglich ist.

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