RSS-Feed: Lebendiger als immer gedacht

RSS-Feed: Lebendiger als immer gedacht

RSS-Feed: Lebendiger als immer gedacht

Letzte Aktualisierung am

Die Sache mit dem RSS-Feed ist ja sowas von veraltet. Wer nutzt das denn schon? Das ist doch tote Kunst! Oder ist das etwa alles anders? Ich habe mal geschaut, was mit der uralten Technologie so los ist. Und es hat mich sehr erfreut, was da so bei mir abgeht. Ja, im Vergleich zu anderen ist das bei mir immernoch lächerlich. Aber dennoch ist es bemerkenswert.

RSS-Feed: Webseiten-Verbreitung wie zu Kaisers Zeiten

20 Jahren ist die Rich Site Summary nun alt. Aus dem Jahr 1999 stammt die Version 0.90. Das Ganze stammt vom “My Netscape Network”, was eine individualisierbare Nachrichtenseite von Netscape war. Vielleicht erinnern sich die älteren Leser noch. Das ist ja alles Ewigkeiten her. Und seitdem gibt es den RSS-Feed. Donnerwetter, was für ein Alter.

Irgendwann kamen die sozialen Netzwerke auf. Die Facebooks, Twitters und was auch immer schienen den RSS-Feed ins Aus zu drängen. Was aber die Großvater-Technologie immer ausgezeichnet hatte: Der Feed war immer dann abrufbar, wenn es der Nutzer wollte. Man war nicht dazu genötigt, immer irgendein soziales Netzwerk offen zu haben, um der Lieblingsseite zu folgen.

Im Feed Reader bleiben die Artikel so lange ungelesen, bis der Leser sie als gelesen markiert hat. So ist es zum Beispiel bei Feedly, einem der bekanntesten Dienste zum Abrufen eines RSS-Feed. Und damit huscht kein Artikel an einem vorbei, nur weil die sozialen Netzwerke ihre Algorithmen kaputt gemacht haben.

Es mag sein, dass die Technologie hoffnungslos veraltet ist. Aber irgendwie erfährt das Ganze momentan eine Renaissance. Und das werde ich auch mal kurz zeigen. Denn es ist schon erstaunlich, was da in letzter Zeit passiert ist. Und es ist auch kein Wunder. Denn diese Technologie hat unschlagbare Vorteile gegenüber sozialen Netzwerken.

Mein Blog als Feed

Mein RSS-Feed in Feedly
Mein RSS-Feed in Feedly

Wie ich eben schrieb: Einer der bekanntesten Dienste ist Feedly. Dort könnt ihr meinen Blog abonnieren. Das sieht dann in etwa so aus wie bei dem Bild oben. Nur die Schrift ist dunkler, weil ihr dann eben die Artikel noch nicht gelesen oder als gelesen markiert habt. Jedenfalls habe ich bei Feedly laut Angabe 51 Follower. Kleine, aber fein.

Es gibt aber noch etwas viel älteres, nämlich den guten alten Feedburner von Google. Meinen Blog gibt es dann hier. Der funktioniert seit 2004 nahezu unverändert. Google wollte den Dienst schon zig mal abschalten. Aber noch funktioniert der, auch für meine 16 Abonnenten. Naja, und “Trusted Blogs” bietet ja auch meinen Blog als Feed an.

Ach ja, und Google News bietet auch den Feed meiner Seite an. Und das nutzen wohl 544 Leser. Das ist doch eine stolze Zahl, oder? Ich muss das aber so glauben, weil mir das der Google Producer so anzeigt. Ach, und bevor ich es vergesse: Über Email-Programme wie Outlook von Microsoft kann auch mein RSS-Feed abgerufen werden:

Mein RSS-Feed in Outlook
Mein RSS-Feed in Outlook

Das geht auch mit anderen Email-Programmen. Hier ist der Mozilla Thunderbird erklärt. Und ich weiß, dass es auch mit dem “eM Client” und auch mit anderen funktioniert. Mit anderen Worten: Die Feeds sind ziemlich weit verbreitet. Und sie erfreuen sich wieder größerer Beliebtheit.

Was bedeutet das für meinen Blog?

Soziale Netzwerke vs. RSS-Feed für meinen Blog

Außer am Jahresanfang kann ich sagen, dass soziale Netzwerke – und zwar alle zusammen – keine Rolle hier im Blog spielen. Stattdessen kann man aber schon sagen, dass die Zugriffe auf meinen Blog vom RSS-Feed aus stetig zunehmen. Es ist ja auch einfach. Im Feedly zum Beispiel klickt ihr auf das Plus (im Web links) oder auf “Add Content” (in der App im Menü) und gebt den Namen der Seite an:

Meinen RSS-Feed in Feedly hinzufügen

Und bei der Gelegenheit könnt ihr auch nach Schlüsselwörtern suchen und euch so zusammenstellen, was euch interessiert. Wie gesagt, in anderen Programmen und Lösungen funktioniert es ähnlich. Und wenn nichts gefunden wird, schaut ihr einfach auf der entsprechenden Webseite nach dem RSS-Symbol oder dem Schriftzug “RSS”.

Dummerweise ist das bei mir derzeit ein Stern. Woran das liegt, weiß ich nicht. Aber prinzipiell ist es das Gleiche. Und dann könnt ihr die Inhalte eurer Seiten dann lesen, wenn ihr wollt. Nicht dann, wenn es die sozialen Netzwerke für richtig erachten oder wenn die Webseiten etwas dorthin geschickt haben.

Der ungemeine Vorteil all dessen

All das bewirkt nämlich folgendes: Als Nutzer / Leser / Konsument / Interessent muss ich dann nicht mehr dem Geschrei in den sozialen Netzwerken folgen. Vielleicht das Ganze auch die Produktivität. Und he, ihr habt dann vielleicht nicht mehr so sehr einen Handynacken. In jedem Fall ist es entspannter, den Feeds meiner Wahl zu folgen.

Denn ich muss nicht mehr ständig irgendeine Timeline sortieren und durchforsten. Ich muss mich nicht mehr irgendwelchen verrückten Ideen aussetzen. Und womöglich kann man sich damit auch wieder besser eine eigene Meinung bilden. Das sind unschätzbare Vorteile beim RSS-Feed. Ich schrieb es ja schon: Das ist nicht zu unterschätzen.

Man nennt so etwas auch Entschleunigung. Das ist eine wunderbare Methode, wieder auf ein Normalmaß in der Nutzung zu kommen. Und in Sachen RSS-Feed schrieb ich schon mal vor einer ganzen Weile. Ich finde, diese Technologie ist zwar älter als ich am frühen Morgen, aber sie ist enorm stabil und verlässlich. Deshalb kann man sie nach wie vor gut nutzen.

Welche Feeds abonniert ihr denn gern? Womit verfolgt ihr Feeds? Und nutzt ihr dadurch weniger soziale Netzwerke? Mich würde einfach mal eure Meinung dazu interessieren.

9 Kommentare zu „RSS-Feed: Lebendiger als immer gedacht“

  1. Ich nutze nur RSS und keine sozialen Netzwerke, um Inhalte von Webseiten zu verfolgen. Als “Poweruser” finde ich persönlich dafür Inoreader besser geeignet als Feedly.

    Mein RSS-Feed besteht aus allen möglichen Webseiten (ca. 70 sind es derzeit), z. B. Technik-Blogs, Nachrichtenseiten, lokale Seiten aus Bremen, Musik-Blogs usw. Sogar ein paar Twitter-Accounts verfolge ich per RSS.

    1. Der Inoreader sagt mir jetzt erstmal nichts. Aber vielleicht gibt es ja eine Vergleichsmöglichkeit. Ich hatte halt vor langer Zeit mit Feedly angefangen. Und ich bin dabei geblieben.

      Ich habe im Moment ca. 50 im Feed Reader. Auch irgendwie querbeet. Ich bin davon überzeugt, dass man dadurch weniger abgelenkt wird. Die sozialen Netzwerke halten ja eh nur auf.

  2. Feedreader, eindeutig. Nirgendwo sonst bekomme ich so schön gebündelt, was mich interessiert. Außerdem entgeht mir nichts, wenn ich mal eine Weile mit anderem beschäftigt bin. Bei Social Media würde zu viel an mir vorbeirauschen.

  3. Das “Geschrei in den sozialen Netzwerken” – ich glaube, besser kann man das gar nicht beschreiben. Ich will das Gesichterbuch und all die anderen aber gar nicht verteufeln, immerhin kam ich durch ebendieses “Geschrei” nach ~10 Jahren Blogabstinenz endlich wieder ein WordPress aufzusetzen. Im Rahmen dessen war ich hier, da und anderswo unterwegs um zu schauen, wo ich mal testweise meinen “Akregator” (ist unter KDE/Opensuse Linux in der Regel als Bordmittel dabei) mit schönen Feeds auffüllen kann und bin – über trusted-blogs, meine ich – u.a. auf Deinen schönen Blog hier gestoßen.

    Ich persönlich bin froh, dass diese oftmals als veraltet belächelte Technik nicht nur weiterhin ihre Anhänger zu haben scheint, sondern dass sie sogar wieder häufiger (bewusst) eingesetzt wird. Für soziale Netzwerke bin ich irgendwie nicht gemacht; Facebook, Twitter und WhatsApp sind gelöscht, einzig Instagram (haha, ausgerechnet!) nutze ich gelegentlich, weil ich noch einige Fotografen in der Ferne dort pflege. Aber auch diese Tage sind gezählt.

    So, ich werd mal jetzt beigehen und Deinen Feed mal in den Akregator eintragen…

    Ich komme wieder! ;-)
    Heiko

    1. Hallo Heiko,

      erstmal danke fürs Verfolgen per RSS. Ich glaube auch, es ist das Geschrei, dass tatsächlich die Nutzer verschreckt. Und dann wollen sie vielleicht dann wirklich nur noch entspannt die Medien und Blogs verfolgen, die sie interessieren. Ich denke wirklich, dass da irgendwas im Busch ist.

      Ach, was wurde ich ausgelacht, als ich auf die Möglichkeiten von RSS hingewiesen habe. “RSS habe ich noch nie verwendet. Ich würde dir ja in Social Network XYZ folgen, musst dich eben dort anmelden” – Nein, muss ich nicht. Aber dann bin ich eben hart geblieben, und letztlich zahlt es sich aus.

      1. Hallo Henning,

        bei mir waren/sind es neben dem Geschrei drei (Haupt-) Gründe, die mir soziale Netzwerke, wie wir sie aktuell kennen, verleiden:

        – das Geschrei (und der Umgangston an sich, wozu für mich auch die eine oder andere Profil- bzw. Influencer-Neurose und das unkritische Nachblubbern ungeprüfter “Informationen” gehört)

        – die Hetze (Kurzlebigkeit der Beiträge an sich und dazu die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer, was durch das “Wisch&Weg” in den Apps oft verstärkt wird)

        – Algorithmen und Willkür (ich finde immer weniger, was mich interessiert; einmal einen “falschen” Beitrag zwischendurch angeklickt, bekomme ich oft tagelang Posts auf die Timeline, mit denen ich so absolut nichts zu tun habe)

        Ich könnte noch so viel mehr anführen, doch würde das den Rahmen sprengen.

        Mit den guten alten Blogs und RSS hat man – sowohl als Lesender oder als Schreibender – doch viel mehr Möglichkeiten. Spontan fällt mir da aus Sicht des Schreibenden die fehlende Bevormundung ein: Niemand schreibt mir vor, wie und welche ich Texte und Bilder ich veröffentliche, ich kann den Aufbau selbst bestimmen und welche Informationen ich über mich öffentlich preisgeben möchte. Und es wird einem nicht mal eben schnell der Account gesperrt oder in Gänze gelöscht – das sieht ja gerade auf den sozialen Netzwerk gerne mal ganz anders aus.

        Als Leser… ich spreche mal für mich: Ich weiß gar nicht, aus welchem Grund mir RSS-Feeds so sehr “vom Schirm” gerutscht sind. Ich meine, Blogs habe ich doch durch all die letzten Jahre weiter besucht. Zum (ganz geringen) Teil mag das auch daran liegen, dass zwar fast überall lustige bunte Buttons zu allen möglichen Netzwerken vorhanden sind, RSS führen viele da dann gar nicht auf.

        Nun ja, ich habe meine alte Liebe RSS jedenfalls für mich wiederentdeckt. Und deshalb werde ich nicht nur meinen Reader auf Netbook und PC wieder flott machen, auch auf dem Blog werd ich RSS wieder prominent sichtbar anbringen. Demnächst. Wenns mal aus der Baustellenphase raus ist.

        Hab eine schöne Woche!

        Verregnete Grüße aus Kiel,
        Heiko

        1. Hallo Heiko,

          ich glaube, diese drei Gründe sind auch die Hauptgründe, weshalb sich tatsächlich auch Nutzer von den sozialen Netzwerken zurückziehen. Klar gibt es noch wesentlich mehr Gründe. Aber die drei sind es hauptsächlich.

          Und deshalb schreibe ich auch fast ausschließlich hier im Blog. Denn hier bin ich derjenige, der die Hausordnung macht. Und so lang ich mich an die Gesetze halte, ist alles gut und ich kann tun, wonach mir ist.

          RSS ist deshalb aus dem Radar verschwunden, weil es vor Jahren mal hieß “Du musst bei Facebook dabei sein”. Ich glaube, sonst wäre RSS sogar weiterentwickelt worden. Ich denke, RSS wird sich noch sehr lange für Blogs bezahlt machen. Wobei: Das kostet ja nicht mal etwas.

          1. “RSS ist deshalb aus dem Radar verschwunden, weil es vor Jahren mal hieß “Du musst bei Facebook dabei sein”.”

            Man “muss” (vermeintlich!) so viel, wenn man an unserer oft skurril anmutenden Gesellschaft teilhaben oder gar eine wichtige (was immer man dafür halten mag) Rolle spielen möchte. Ich möchte das nicht, zumindest nicht um jeden Preis.

            Und müssen muss ich schon mal gar nichts, außer ab und zu mal aufs Klo. – Diesen Satz bringe ich gerne mal an, wenn ich Gehetzten und Getriebenen zu mehr Gelassenheit rate. ;-)

            Was das Gesichtsbuch angeht: Ich denke, nur bei den sozialen Netzwerken wie FB die “Schuld” an der zuletzt geringen Nutzung von Feeds zu suchen, das greift zu kurz. Vielmehr spielt, meine ich, auch und gerade unser aller Bequemlichkeit eine große Rolle. Als Beispiel nehme da ich gern das Bild eines Pizzadienstes:

            Das mundgerecht aufgetafelte und gut gefilterte Beitragssüppchen wird uns frisch auf die Timeline (igitt, was ein Wort) serviert. Wir müssen, nachdem wir uns erstmal an den Bringdienst gewöhnt haben, nicht mal mehr selbst bestellen – denn er merkt sich für uns, was wir mögen. Man könnte das wohl noch weiter ausschmücken.

            Da ist dem einen oder anderen die Nutzung von RSS-Feeds wohl schon zu mühsam. Neulich habe ich mal ein wenig herumgeguckt, was es alles noch so an RSS-Readern als PC-Software und Android Apps gibt. Irgendwo (Eintrag leider nicht germerkt) unter den Suchergebnissen las ich einen Kommentar, in dem sich der Nutzer beschwerte, dass es unverschämt sei, das vom Reader auch Feeds angezeigt würden, die nicht den kompletten Beitrag enthielten. Es wäre unmöglich zu verlangen, dass der Leser nochmal klicken müsste und doch tatsächlich die Ursprungsseite besuchen müsste, um den ganzen Artikel zu lesen.

            In solchen Fällen freue ich mich fast darüber, wenn die Art Leser auf Facebook & Co. ihre Befriedigung meinen finden zu können. ;-)

            Also (um nicht noch weiter abzugleiten): Ich denke nicht nur, dass RSS jemals ganz verschwinden wird. Im Gegenteil. Mein Eindruck ist, dass sich wieder mehr Leute dafür interessieren. Möge dies so bleiben!

            Ob man am RSS Protokoll an sich was zu aktualisieren hätte… ich wüsste nicht wirklich was “innovatives”. Aber das ist nun auch nicht wirklich mein Terrain und so verkneife ich mir, was schlaues dazu zu sagen.

            Wir werden sehen. Ich für meinen Teil bin zuversichtlich! ;-)

            LG
            Heiko

            Beim Herumgucken, was es alles so an RSS Readern

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