Amazon Fire Phone – Der Einkaufswagen für die Hosentasche

Amazon ist ja unter die Handy-Bauer gegangen. Ist man seit längerem mit dem Kindle höchst erfolgreich auf dem Gebiet der EBook-Reader, so hat man nun nachgelegt und ein Smartphone auf den Markt geworfen, das Amazon Fire Phone. Praktisch, nicht? Nun ja, ich bin mir nicht sicher, wie wenig gut ich das finden soll.

Also das Gerät bietet erst einmal eine vernünftige Ausstattung. Damit könnte es auf jeden Fall auf dem Markt bestehen. Die Hardware, die es mitbringt, kann locker mithalten mit gängigen Geräten. Die Krux an der Sache liegt im Betriebssystem, das so genannte „Fire OS 3.5.0“. Das System baut auf Android auf und bringt jede Menge Features mit, die von Amazon in die Software gebastelt wurden.

Man kommt dem potentiellen Käufer mit „Prime“, was unter anderem eine Video-Plattform ist. Man kann auch schnellste Lieferung erwarten und all sowas. Und – wir stellen uns einfach mal eine blühende Landschaft voller bunter Springbrunnen vor – man kann sofort mit dem Handy einkaufen. Die technische Seite ist unter anderem bei Mobilenote beschrieben.

Problematisch aber ist die Nutzung der Kundendaten. Nette Dinge wie die 3D-Funktion sind eigentlich völlig uninteressant. Mit der Funktion „Firefly“ werden allerlei Dinge blitzschnell erkannt und dazu Informationen für den Kunden angezeigt. Der kann dann „sekundenschnell handeln“, also eben einkaufen. Alle Dinge, die das Gerät scannt, werden zu Amazon hochgeladen und ggf. ausgewertet. Schauen Sie mal zu n-tv, wo das alles – zwar etwas in Richtung Schreckensszenario – ausführlich beschrieben ist.

CHIP.de meint, dass die Implementierung der eigenen Inhalte scheinbar gut gelungen ist. Die 3D-Technologie via Infrarot schätzt man dort als innovativ und zukunftsweisend ein. Man schätzt das Angebot inklusive der massiven Verknotung mit Amazon-Diensten als ziemlich rund ein. Aber irgendwie muss ich wirklich sagen, dass das einfach mal zu weit geht.

Ich glaube, der Mensch ist für so ein Gerät einfach nicht diszipliniert genug. Ich gehe davon aus, dass einfach mal die Einkaufswut bei vielen Nutzern dieser Geräte zuschlagen wird. Und was Amazon mit den ganzen Fotos und Scans und Tonaufnahmen anfängt, möchte ich gar nicht wissen. Nein, das Amazon Fire Phone ist ein Einkaufswagen für die Hosentasche, aber als Kommunikationsmittel bietet es zu viele Fragezeichen.

Bildquelle: Amazon Fire Phone – via digitaltrends.com

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