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Ehrenrettung für die Samsung Wave-Serie?

Was bleibt ist ein Stück Hardware, vielleicht eines der besten seiner Zeit. Selbst heute noch top nur ein wenige in die Jahre gekommen und somit nicht gerade aktuell.

Das schreibt Blogger MDK bei Badania. Ich weiß nicht, ob das generell zutreffen mag. Aber völlig falsch ist es nicht.

Man merkt dem oftmals sehr lesenswerten Blog Badania an, wie sehr die Macher daran zu knabbern haben, dass es niemals wieder neue Informationen zu Bada geben wird. Bada, ach du großer Gott! So schön und hochwertig ich das Wave 3 finde, so schlecht wird mir inzwischen beim Verwenden meines Smartphones.

Gepriesen wurden sie von den Fachzeitschriften, die Wave-Smartphones. Ihrer Zeit weit voraus wären sie gewesen. Wahre Boliden hätte man da in der Hand gehabt. Sicher, das gilt nur für die Top-Geräte der Familie, also Wave 1 – 3, vor allem das Wave 3. Und sie würden gar das iPhone in den Schatten stellen.

Jubel, Trubel, Heiterkeit! Wie liegen uns weinend in den Armen vor lauter Freude über diese Erkenntnis.

Fakt ist allerdings die hammerharte Realität: Wie der MDK schon schreibt, war Bada 2.0 nicht konsequent zu Ende programmiert worden. Fehler über Fehler hätten sich eingeschlichen. Und all diese Bemerkungen. Als Freund dieses an sich immernoch tollen Gerätes muss ich dem aber zustimmen.

Dass Bada immermal nicht rund läuft, stellt man hier und da fest. Nun bin ich kein Programmierer und kann daher mit keiner Silbe festmachen, was da im Hintergrund alles schief läuft. Aber als Anwender stellt man das ja auch fest. Da bleiben die wenigen Apps, die überhaupt noch für Bada funktionieren, mir-nichts-dir-nichts hängen oder schalten sich einfach mal ab. Da bleibt das komplette Gerät einfach mal hängen. Und solche Dinge.

“Das bringt man doch alles bei Android mit einem Update in Ordnung!” – Ja, sicher, bei Android. Und genau das ist das Problem. Android wurde bei Einführung von Bada 2.0, vor ziemlich genau 2 Jahren, immer stärker und attraktiver. Und man hatte das Samsung Galaxy S am Markt, das sich mit dem Samsung Wave einen richtigen Kampf lieferte. Aber es war schlichtweg cooler, ein Google-System zu haben, weshalb Bada für Samsung schlichtweg uninteressant wurde und sich der Hersteller um sein eigenes Kind nicht mehr kümmerte und mit Updates versorgte.

Die Technik geht ja immer weiter. Selbst WLAN-Router, die 2 oder 3 Jahre alt sind und nicht mal ein Zehntel des Preises für das Wave 3 gekostet haben, erhalten vom Hersteller Updates. Und dann sind die 35 € Router auf einmal moderner und besser ausgestattet als ein fast-500-Euro-Smartphone. Und so hat mein Smartphone unheimliche Probleme, zu meinem Router überhaupt eine Verbindung aufzubauen.

Ich glaube gern, dass die Wave-Geräte ihrer Zeit weit voraus waren und deshalb auch iPhone-Killer waren. Selbst iPhone-Fans bestätigen mir ja immer wieder, dass das Wave 3 ein sehr hochwertiges Gerät ist. Und dass sowohl Wave 1 als auch Wave 3 aufgrund ihrer wertigen Verarbeitung und ihrer Robustheit besser abgeschnitten haben als ein iPhone 4, ist für mich auch nicht sonderlich überraschend.

Aber wenn eine komplette Modellreihe nebst sämtlicher Software einfach mal vom Hersteller verhackstückt wird, weil man Trends nachlaufen muss, kann man jammern und wehklagen, so viel man will. Es besseres Bada wird es niemals geben. Wenn der MDK dann schreibt, dass Samsung kein Interesse am Reparieren des Quellcodes von Bada gehabt hat und sich deshalb Tizen zugewandt hat, kann einem Beobachter schon richtig schlecht werden.

Was ist denn, wenn sich bei Tizen auch Fehler einschleichen? Hat dann Samsung auch kein Interesse mehr an dem ambitionierten Projekt? Steigt dann der Koreaner als größter Projektteilnehmer einfach wieder aus und will sich dann bei – sagen wir mal – Sailfish, Ubuntu oder FirefoxOS engagieren? Irgendwie sieht das so aus wie eine gigantische Heuschrecke. Und da habe ich keine Lust dazu.

Mein neues Smartphone, was ich laut Mobilfunk-Provider ein halbes Jahr vor Vertragsablauf übernehmen kann, wird ganz bestimmt kein Samsung-Gerät. Ich bin von diesem Experiment geheilt.

Eine gute Alternative ist meiner Ansicht nach das Huawei Ascend P6, welches kürzlich auf den Markt kam. Ich habe mal kurz ein paar Daten, die ich ins Rund werfe:

  • Dünnstes Smartphone der Welt
  • Gehäuse aus gebürstetem Aluminium (wie beim Wave 3: edel und hochwertig verarbeitet)
  • Hi-Silicon Quadcore CPU
  • 2 GB RAM, 8 GB Speicher (4,8 nutzbar)
  • Android 4.2.2 mit der Oberfläche EmotionUI Version 1.6
  • 8 Megapixel Haupt- und 5 Megapixel Frontkamera

Mal ehrlich, für nicht mal 400 € ist das ein schönes Stück Technik, was da die Chinesen zusammengebaut haben. Der Vitti, den ich vor der Liste verlinkt habe, würde das Gerät jedem empfehlen, der ein Gerät sucht. Da ich gerade das Geld nicht auf der Kante habe, warte ich einfach mal ab, was sich so noch ergibt.

Jedenfalls wird es für mich kein Samsung Smartphone mehr geben. Aber das habe ich ja hier und da schon anklingen lassen. Sie können ja tolle Handys bauen. Wirklich! Aber wie man einfach nur Trends hinterher hechelt und dann selbst umbiegt, das ist sagenhaft. Und mit einer Sage möchte ich nicht zusammenarbeiten.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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