Eine recht wahre Geschichte eines Mobilfunk-Providers

Ich hatte es ja dieser Tage angekündigt, dass ich mal etwas zu einem großen deutschen Mobilfunk-Provider schreiben werde. Heute ist es soweit. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, die mir vorliegenden Informationen zu verarbeiten und Ihnen als Artikel vorzulegen.

Ich muss im Vorfeld dazu sagen, dass mir alle folgenden Informationen zugetragen wurden. Um die Leute, von denen ich die Informationen habe, zu schützen, habe ich mich dazu entschlossen, keine Quellen anzugeben. Die Informationen stammen aus einer gut unterrichteten und vertrauenswürdigen Quelle.

Erinnern Sie sich noch die Versteigerung der UMTS-Frequenzen? Was da an Milliarden floss, möchte man sich nicht wirklich vorstellen. Der Provider ist an dieser Versteigerung fast zugrunde gegangen. Aber die Geschichte des Unternehmens beginnt eher. Denn Mobilfunk-Provider gibt es, so lang es Mobilfunk gibt. Es gab da zum Beispiel die Anbieter TelePassport oder DPlus. Ja, noch einige mehr, aber die beiden sollen Beispiele sein.

DPlus war durch Zufall mein erster Handy-Vertragspartner. Als das von mir fristgerecht gekündigt wurde, kam es einfach nicht zur Beendigung des Vertragsverhältnisses. Ständig flatterten neue Rechnungen ins Haus. Aber von einer Kündigung wollte der Laden nichts erfahren haben. Als dann die Kündigung akzeptiert wurde, kam es dazu, dass man mir vorwarf, Zahlungsrückstände zu haben. Würde ich diese ausgleichen, wäre ich aus dem Vertrag raus. Das ging so eine Weile, aber irgendwann war das Ganze erledigt.

Aber mir sind auch Geschichten zu TelePassport zu Ohren gekommen, die auch in diese Richtung gingen. Viele Kunden, so habe ich erfahren, haben über Jahre gekämpft, aus den Verträgen zu kommen. Denn trotz fristgerechter Kündigung war dies gar nicht so einfach, weil einfach mal Zahlungsrückstände oder ähnliches behauptet wurden.

Beide Anbieter gibt es nicht mehr. Zumindest vom Namen her. Warum erzähle ich Ihnen das also? Mindestens diese beiden sind in der damaligen Mobilcom aufgegangen. Und dieser Anbieter hat sich mit Freenet und Debitel und wer weiß, wem sonst noch, zu einem der größten Mobilfunk-Provider Europas zusammengetan. Der jetzige Konzern heißt Mobilcom-Debitel. Laut Wikipedia ist der Anbieter eine Tochter des deutschen Portalbetreibers Freenet AG. Und mir liegen Informationen aus internen Emails vor, über die man einfach mal reden muss.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich niemanden in die Pfanne hauen möchte. Vor allem möchte ich keine rechtliche Auseinandersetzung, da ich die nur verlieren kann. Also werde ich recht vage bleiben. Aber vielleicht rege ich dadurch eine Debatte an, die dringend notwendig ist.

Jetzt ist mir zum Beispiel bekannt geworden, dass Verkaufsmitarbeiter in Shops von Mobilcom-Debitel von Vorgesetzten – also Gebietsleitern und anderen – dazu gedrängt werden, Kunden sonstwas zu verkaufen. Da gibt es unter anderen Smarthome, mit dem per Smartphone Gerätschaften im Haushalt ferngesteuert werden können. Oder es gibt die so genannte MD Cloud. Und als Beispiel wird auch gern die Software Norton Antivirus hergenommen.

Die Mitarbeiter werden nach den mir vorliegenden Informationen dazu genötigt, der Kundschaft zu erzählen, dass diese solche Dinge unbedingt gebrauchen würden. Vielen Shop-Mitarbeitern war dabei allerdings nicht wohl, die Kundschaft anzulügen. Denn mal ehrlich: Wer ein Smartphone haben möchte, der will nicht unbedingt die Heizung zuhause fernsteuern. Aber genau das wurde der Kundschaft vorgegaukelt. Und zwar auf Druck von irgendwelchen Führungsleuten.

Plötzlich waren dann eben auch die vertraglichen Preise völlig andere. Aber man musste sich herausreden, dass dies eben wegen der Tarifoptionen (also oben genannter Dinge) so sei. Das Tückische ist, dass – so steht es in der Kommunikation, die mir vorliegt – der Kunde die Preise erst auf der Rechnung feststellt. Und dann ist es meistens zu spät.

Mir liegen ebenfalls Informationen vor, dass bei einigen Kunden die Verträge einfach mal verlängert wurden, ohne dass die einer Verlängerung zugestimmt haben. Der Kunde könnte ja immernoch stornieren, wenn ihm das nicht recht gewesen wäre. Der Kundschaft wird eben einfach das Eine oder Andere „aufgeschwatzt“. So steht es geschrieben. Oft kommt es dann aber dazu, dass eine Stornierung nicht mehr möglich ist, weil man nur einen Monat für die Stornierung Zeit hat und man ja erst die Änderungen auf der nächsten Rechnung sieht.

Und wenn die Mitarbeiter einmal nicht so funktionieren, wie es die Leitung möchte? Dann kommt es zu Unmassen von Telefonkonferenzen und internem Druck. Das geht soweit, dass Shop-Mitarbeiter ihre kranken Kinder trotz Fieber in die Schule / in die Kita schaffen, oder dass sie die Kinder – weil eine sinnvolle Schichtplanung niemals möglich ist – einfach mit auf die Arbeit mitnehmen müssen, weil es sonst keine andere Möglichkeit der Betreuung gibt.

Es wird davon berichtet, dass Krankheiten wie Burnout unter den Mitarbeitern völlig normal sind. Ich kenne diese Krankheit. Und sie kommt von Druck und Stress. Die Situation, die in den Informationen geschildert ist, bringt für die Mitarbeiter nichts anderes als Stress mit sich. Ständiger Erfolgsdruck, ständige von der Geschäftsleitung geforderte Täuschung der Kundschaft, fehlende Freizeit, unsichere Zukunftsaussichten – diesem Druck möchte man sich als Außenstehender nicht aussetzen. Ich denke, da stimmt mir jeder zu.

Mir liegen außerdem Informationen vor, in denen beschrieben ist, dass die Shop-Mitarbeiter in einigen Shops stundenlang allein arbeiten und die Shops nicht abschließbar sind. Eine Pause? Fehlanzeige. Toilettengänge? Unmöglich. Den Shop kurz aus den Augen lassen, um natürlichen Bedürfnissen nachzugehen? Undenkbar. Eine Frage an all die, die das hier lesen: Wie bitte soll sich hier ein solcher Shop-Mitarbeiter verhalten?

Und was sagt die Geschäftsleitung? Die droht durch die Blume mit Konsequenzen wegen solcher Nachrichten, die erst einmal nur intern ausgetauscht wurden. Irgendwie sieht das Ganze nach einem Eingriff in die Meinungsäußerung aus. Und der Betriebsrat scheint ein wenig so wie ein zahnloser Löwe zu agieren.

Fakt ist: Kunden von Mobilcom-Debitel wird auf Druck von leitenden Mitarbeitern viel zu viel angedreht. Soweit ich im Internet gesehen habe, werden Kunden häufig einfach mal „über den Tisch gezogen“. Wer Interesse hat und etwas recherchiert, stößt auf entsprechende Berichte. Ich gehe aus Selbstschutz nicht näher darauf ein. Als Vertragspartner für Kunden ist diese Anbieter in meinen Augen nicht vertrauenswürdig. Und für Mitarbeiter ist der Arbeitgeber auch nicht vertrauenswürdig. Shop-Mitarbeiter werden genötigt, die Kundschaft zu belügen und unnötig viele „Vertragsoptionen“ hinzuzufügen. So kann man als Arbeitgeber und als Mobilfunk-Anbieter nicht in Erscheinung treten.

Wie gesagt, ich möchte hier niemanden in die Pfanne hauen. Aber ich glaube nicht, dass das, was mir an Informationen vorliegt, übertrieben ist. Soweit mir bekannt ist, gingen die Informationen auch an Nachrichtenportale und den Bundesverband der Verbrauchenzentralen. Wenn das alles wahr ist, was ich da gelesen habe, und davon gehe ich erst einmal aus, dann gehört dieser Konzern auf das Schärfste gemaßregelt. Jedenfalls sollten sich Kunden ernsthaft überlegen, ob sie sich am Ende der Vertragslaufzeit nicht nach etwas seriöserem umsehen.

Ich stehe weder privat noch geschäftlich mit Leuten in den mir vorliegenden Dokumenten in Verbindung. Ich stehe in keiner Konkurrenz-Situation mit Mobilcom-Debitel. Ich erziele mit diesem Artikel keine Einnahmen, die sonst nicht fließen würden. Alle dargelegten Informationen sind mit den mir vorgelegten Dokumenten nachweisbar.

Ich werde niemandem raten, sein Verhältnis mit dem Provider zu überdenken. Ich denke aber, eine Aufklärung muss erfolgen. Vielleicht kann ich mit diesem Artikel dazu beitragen.

Bildquelle: Telefonieren mit Apple – (C) bea_marques via pixabay.de

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