WhatsApp gegen Fake News zum Coronavirus

Letzte Aktualisierung am

Ich stehe dem Messenger WhatsApp nach wie vor skeptisch gegenüber. Das liegt an meinem allgemeinen Misstrauen gegenüber Facebook und seinen Social Media Töchtern. Bis heute konnte ich mich nicht so wahnsinnig mit dem Messenger anfreunden. Aber man muss WhatsApp jetzt auch einfach mal zu Gute halten, dass nicht alles schlecht ist. So versucht nun die grüne App, gegen Fake News vorzugehen. In Zeiten des Coronavirus sicherlich nicht die schlechteste Idee. Und das darf man dann auch mal lobend erwähnen, oder etwa nicht?

Was macht WhatsApp jetzt genau?

Aus verschiedenen Gründen habe ich nach wie vor WhatsApp im Einsatz, obwohl ich nicht müde werde, die Probleme zu betonen. Es ist aber leider so, dass verschiedene Kontakte von mir nach wie vor nicht von WhatsApp weg zu bekommen sind. Man kann da noch so oft seine Skepsis äußern, es wird einfach dabei bleiben, dass die App ihre unfassbar vielen Nutzer behalten wird. Über die habe ich mit meiner Tochter Hausaufgaben erledigt, also kann auch ein Skeptiker wie ich davon profitieren.

Nun ist es ja so, dass ein Messenger ja prinzipiell wie ein soziales Netzwerk ist. Und über diese Netzwerke verbreiten sich immer wieder allerhand Falschmeldungen – also Fake News auf Neudeutsch. Zur aktuellen Situation mit dem Coronavirus ist das auch wieder der Fall. Und dagegen will WhatsApp – oder vielmehr Mütterchen Facebook – nun vorgehen. Wer weiß, vielleicht dämmt man ja damit auch die allseits waltende Hysterie ein wenig ein.

Genau genommen soll es darum gehen, dass Nachrichten, die im Messenger bereits fünfmal weitergeleitet wurden, nur noch in einzelne Chats verteilt werden soll. Gerade Massen-Nachrichten, wie sie so häufig auch mit Kettenbriefen passieren, sollen damit verhindert werden. Ob das gelingt und die Verbreitung von Fake News über WhatsApp eingedämmt wird, muss man abwarten. Jedenfalls wurden die Pläne dafür verkündet.

Macht euch doch einfach schlau

Ich weiß es, dass über WhatsApp derzeit allerlei üble Videos und angebliche “News” verteilt werden. Das liegt daran, dass ich sowas auch schon erhalten habe. Schon 2019 wollte der Messaging-Dienst diese Verbreitung verhindern, indem solche massenhaft weitergeleiteten Nachrichten mit Doppelpfeil gekennzeichnet wurden. Nun aber reagiert Facebook. Unter anderem auch, weil solche Fake News schon zu Gewalttaten führten, weil die Menschen dachten, sie seien nun informiert.

Man wolle nun auch Faktenprüfer mit finanziellen Mitteln unterstützen. Leider gibt es noch keine solchen Institutionen im deutschsprachigen Raum. Darum ist es wie immer: Prüft die Informationen, die ihr erhaltet, auf den Wahrheitsgehalt. Nicht alles muss stimmen, was euch Freunde und Verwandte zuschicken. Meist genügt eine kurze Recherche mit einer Suchmaschine eurer Wahl. Ich tendiere hier zu Startpage oder Ecosia.

Ach, und wenn euch auffällt, dass Kontakte von euch mit Falschmeldungen um sich werfen, macht sie auf ihren Irrtum aufmerksam, wenn ihr ihn nachweisen könnt. Das ist gar nicht so schwer. Die meisten wollen vielleicht nur wissen, ob die Infos im Video von “Billy Six”, Naomi Seibt, Niklas Lotz und Co. stimmen. Das könnt ihr leicht beantworten, wenn ihr euch selbst kurz auf die Suche macht. Und dann erklärt ihr euren Kontakten, was ihr gefunden habt.

Prima, WhatsApp, aber…

Das ist alles schön, dass WhatsApp nun endlich gegen diesen Unsinn vorgeht. Es ist aber nicht konsequent genug. Eigentlich müssten Nachrichten, wenn sie schon von Faktenprüfern als Fake News erkannt wurden, blockiert werden. Und eigentlich müssten User auch mal zumindest zeitweise gesperrt werden. Ich weiß nicht, vielleicht ist das ja gar nicht so einfach. Aber da bin ich eben leider zu wenig Fachmann.

Das größte Aber ist dann aber, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp damit aufgebohrt werden müsste und der Datenschutz gefährdet ist. Damit wären wir wieder da, wo wir schon mal waren. Es ist eine blöde Zwickmühle. Einerseits ist das großartig, was der Messaging-Dienst da treibt. Andererseits ist es eben auch mit Pferdefüßen verbunden. Darum an euch mal die Frage: Wie seht ihr das? Lieber Datenschutz, oder lieber Schutz vor Unruhen mit dem Eindämmen von Fake News?

WhatsApp gegen Fake News zum Coronavirus
WhatsApp gegen Fake News zum Coronavirus

Wie hat dir der Artikel gefallen? Bewerte ihn doch einfach. Danke.

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top