25 Jahre „A Momentary Lapse of Reason“ von Pink Floyd

Im September 1987 kamen Pink Floyd nach 4 Jahren Pause und bösartigen Auseinandersetzungen zwischen David Gilmour und dem früheren Kopf der Band, Roger Waters, wieder zurück. Ich möchte kurz an dieses 25 Jahre alte Werk erinnern, weil es mich bis heute beeindruckt.

Pink Floyd waren rund 20 Jahre lang dafür bekannt, teils epische, monumentale Gesamtkunstwerke zu schaffen. Unvergessen ihre Sternstunde „The wall“ von 1979. Dieses und dessen Nachfolger „Final Cut“ waren quasi der Selbstheilungsprozess von Roger Waters. Und der überwarf sich danach ganz übel mit seinem Mitstreiter David Gilmour.

Es handelt sich bei „A Momentary Lapse of Reason“ im Großen und Ganzen um ein halbwegs typisches Pink Floyd Album. Es kommt darauf Musik vor, die sich keine Radiostation zu spielen trauen würde. Aber es gibt eben auch Songs auf der Platte, wie sie für die Achtziger typisch waren.

Man merkt dem Album an, dass Gilmour versucht, seinen Standpunkt zu vertreten. Inhaltlich wird dies besonders im Lied „Learning to fly“ deutlich. In diesem Lied erzählt Gilmour davon, dass er sich von alten Zwängen befreit und es genießt zu fliegen.

Im Titelstück „One slip“ geht es um den kurzen Moment, wenn man die Vernunft verliert, also „a momentary lapse of reason“. Es geht um einen Fehltritt. Gilmour beschreibt hier den faden Beigeschmack einer Affäre.

„Yet another movie“ behandelt Casablanca. Aber nicht etwa so wie in dem weltbekannten Film. Das Lied ist eine bittere Version des Films. Hier wird das Thema in etwa so behandelt, dass „er“ nämlich „ihr“ gegenüber seelische Gewalt anwendet und „sie“ sich an Filmsequenzen erinnert.

Der Dreiteiler „Terminal Frost“, der in „A new Machine“ eingebettet ist, handelt von der Vergänglichkeit des Lebens. Bemerkenswert dabei ist die Aussage, dass doch alles nur für die Lebenszeit vorgesehen ist.

Das Album schließt mit „Sorrow“, einem Lied über Leid und Zerstörung und der ohrenbetäubenden Stille danach. Das Lied ist ein sehr bitteres Lied, was auch wieder an die Kämpfe zwischen Waters und Gilmour erinnern könnte.

Ein Lied habe ich noch nicht genannt. Zentral auf dem Album angesiedelt, findet man das Kernstück von „A Momentary Lapse of Reason“, nämlich die Ballade „On the turning away“. Gilmour sagt mit diesem Lied aus, dass man niemals wieder wegschauen darf. Es gibt immer Menschen, denen es schlechter geht. Und wenn man denen nicht zuhört, werden sie sich irgendwann vereinigen und kämpfen. „On the turning away“ ist meiner Ansicht nach eine der besten Rockballaden, die jemals geschrieben wurden. Deshalb habe ich hierzu eine beeindruckende Live-Aufnahme gesucht und gefunden.

Letztes Jahr wurde dieses Album, welches ein sehr großer Erfolg für Pink Floyd war, digital überarbeitet wiederveröffentlicht.  Bei Amazon können Sie es bestellen, wenn Ihnen danach ist.

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